Die Menschen heiraten nicht aus
Liebe – Liebe kennt keine Heirat, denn Liebe braucht keine
Verträge, sie ist kein Geschäft. Liebe kennt keine Ehe, denn sie
ist kein Geschäft, sie kennt kein Gesetz. Sie schränkt die Freiheit
des anderen nicht ein. Wenn überhaupt, dann fördert und vergrößert
sie die Freiheit des anderen. Liebe kann die Flügel des
anderen nicht beschneiden, sie gibt dir mehr Flügel, mehr Himmel,
riesige Räume zum Fliegen und zu sein.
Aber das passiert nicht. Heirat ist nützlich, sie ist ein
Bedürfnis, sie ist kein Fest. Alles im Leben ist so gewöhnlich
geworden, so beladen, aber du weißt nicht, was du sonst tu sollst,
wohin du gehen sollst. Jeder leidet sein eigenes Leiden, du kannst
die Plätze nicht tauschen. Selbst wenn das möglich wäre, würdest du
es nicht tun, denn wenigstens unser Leiden gehört uns und wir sind
damit wohlvertraut.
Auf einer Party wurde ein Mann von seiner Frau gefragt: ‚Ich höre,
dass die Frau dort drüben deine Geliebte ist.‘
Der Mann wollte auf der Party keinen Aufstand verursachen, und so
flüsterte er: ‚Ja, jeder hier hat eine Geliebte, mach also keinen
Zirkus.‘
Daraufhin sagte sie: ‚Dann sag mir, wer wessen Geliebte
ist,‘
Also antwortete er: ‚Dieser Mann hat jene Geliebte, und seine Frau
ist die Geliebte von jemand anderem. Es ist alles sehr
verschachtelt …‘
Und er sprach über jeden, diese Frau und jener Mann, alle sind
verheiratet und alle haben Geliebte.
Die Frau schaute sich alle an und sagte schließlich: ‚Aber unsere
ist die beste.‘
Die Geliebte ihres Mannes! Und es war solch ein Schmerz, aber
UNSERE …! ‚Die anderen sind größere Idioten – und diese
bescheidene Frau … ich kenne sie alle.‘
Selbst der Schmerz und die Not werden nach und nach zu Vertrauten,
alt und bekannt. Du kannst sie nicht loslassen, du wirst sie
vermissen.