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Osho Zitate zu Kreativität

Osho Zitate zu Kreativität

Was ist Kreativität? – Kreativität ist eine Qualität
 
Ich dachte immer, ich sei nicht kreativ. Was außer Tanzen und Malen kann kreativ sein, und wie kann ich herausfinden, worin meine Kreativität besteht?
 
"Kreativität hat nichts mit einer bestimmten Tätigkeit zu tun – mit malen, dichten, tanzen, singen. Sie ist an nichts Bestimmtes gebunden.
 
Alles kann kreativ sein – es ist eine Qualität, die dein Handeln bekommt. Handeln selbst ist weder kreativ noch unkreativ. Du kannst auf unkreative Weise malen. Du kannst auf unkreative Weise singen. Du kannst auf kreative Weise einen Fußboden putzen, du kannst auf kreative Weise kochen.
 
Kreativität ist die Qualität, die du deiner Handlung gibst. Sie ist eine Einstellung, eine innere Haltung, wie du die Dinge betrachtest.
 
Das erste ist also, du solltest Kreativität nicht auf etwas Bestimmtes eingrenzen. Es ist der Mensch, der kreativ ist, und wenn er kreativ ist, dann sieht man es in allem, was er tut, man kann es sehen, wie er geht – er geht kreativ. Selbst wenn er still dasitzt und nichts tut, sein Nichts-Tun ist ein kreativer Akt. Buddha unter dem Bodhi Baum, einfach dasitzend und nichts tuend, ist der größte kreative Mensch, den die Welt je gekannt hat.
 
Wenn du das einmal verstehst – dass du es bist, der Mensch, der kreativ ist oder nicht – dann verschwindet dieses Problem.
 
Nicht jeder kann ein Maler sein – und das ist auch gar nicht nötig. Wenn jeder ein Maler wäre, wäre die Welt sehr hässlich, man könnte kaum darin leben. Und nicht jeder kann ein Tänzer sein, und das ist auch nicht nötig. Aber jeder kann kreativ sein.
 
Was du auch tust, wenn du es mit Freude tust, wenn du es liebevoll tust, wenn du es nicht aus rein ökonomischen Interessen tust, dann ist es kreativ. Wenn es dir etwas gibt, wenn du daran wächst, dann ist es spirituell, es ist kreativ, es ist göttlich.
 
Je kreativer du wirst, desto göttlicher wirst du. Alle Religionen der Welt haben gesagt, dass Gott der Schöpfer ist. Ich weiß nicht, ob er der Schöpfer ist oder nicht, aber eins weiß ich: je kreativer du wirst, desto göttlicher wirst du. Wenn deine Kreativität zum Höhepunkt kommt, wenn dein ganzes Leben kreativ ist, dann lebst du in Gott. Also muss Gott der Schöpfer sein, denn die kreativen Menschen sind ihm am nächsten. Liebe, was du tust, sei meditativ in dem, was du tust – egal, was es ist, unabhängig davon, was es ist.
 
Hast du gesehen, wie Paras den Boden dieses Chuang Tzu Auditoriums putzt? Dann weißt du, dass auch Putzen kreativ sein kann. Mit welcher Liebe! Sie singt und tanzt beinahe dabei. Wenn du einen Boden so liebevoll putzt, hast du ein unsichtbares Gemälde geschaffen. Du hast diesen Moment so sehr genossen, dass du innerlich gewachsen bist. Nach einem kreativen Akt bist du nicht mehr derselbe.
 
Kreativität bedeutet zu lieben, was du tust, – es zu genießen, es als Geschenk der Existenz zu feiern. Vielleicht erfährt es niemand. Wer wird Paras dafür loben, dass sie den Boden putzt? Die Geschichte bemerkt es nicht, Zeitungen veröffentlichen ihren Namen und ihr Bild nicht – aber das ist nicht wichtig. Sie genießt es. Der Wert liegt in der Handlung selbst.
 
Wenn du also auf Ruhm aus bist und glaubst, dass du kreativ bist, wenn du so berühmt bist wie Picasso, dann verpasst du es. Dann bist du überhaupt nicht kreativ: Du bist ein Politiker, ehrgeizig. Wenn sich Ruhm einstellt, gut. Wenn er sich nicht einstellt, auch gut. Darauf solltest du nicht achten, du solltest darauf achten, dass du genießt, was du tust. Es ist deine Liebesgeschichte.
 
Wenn das, was du tust, deine Liebesgeschichte ist, dann wird es kreativ. Kleine Dinge werden groß, wenn sie mit Liebe und Freude berührt werden.
 
Du sagst: 'Ich dachte immer, ich sei nicht kreativ.' Wenn du das glaubst, dann kannst du nicht kreativ sein – denn Glaube ist nicht einfach Glaube. Er öffnet Türen, er verschließt Türen. Wenn du falsche Glaubenssätze hast, umgeben sie dich wie verschlossene Türen. Wenn du glaubst, dass du nicht kreativ bist, dann wirst du nicht kreativ – denn dieser Glaubenssatz verbaut und verhindert ständig dass du ins Fließen kommst. Er erlaubt deiner Energie nicht zu fließen, du wirst dir ständig sagen: 'Ich bin nicht kreativ.'
 
Und das ist jedem beigebracht worden. Nur wenige Menschen werden als kreativ akzeptiert: Ein paar Maler, ein paar Dichter – einer unter Millionen. Das ist einfach dumm! Jeder Mensch ist kreativ geboren. Schau dir einmal Kinder an, dann siehst du es: Alle Kinder sind kreativ. Nach und nach zerstören wir ihre Kreativität. Nach und nach zwingen wir ihnen falsche Glaubenssätze auf. Nach und nach lenken wir sie ab. Nach und nach machen wir sie immer profitorientierter, politischer und ehrgeiziger.
 
Wenn Ehrgeiz entsteht, geht Kreativität ein – ein ehrgeiziger Mensch kann nicht kreativ sein, denn ein ehrgeiziger Mensch kann keine Handlung ihrer selbst willen lieben. Wenn er malt, schaut er schon in die Zukunft und denkt: 'Wann bekomme ich den Nobelpreis?' Wenn er einen Roman schreibt, schaut er in die Zukunft. Er lebt in der Zukunft – und ein kreativer Mensch ist immer in der Gegenwart.
 
Wir zerstören Kreativität. Niemand wird unkreativ geboren, aber wir machen neunundneunzig Prozent der Menschen unkreativ.
 
Aber es nützt nichts, nur die Verantwortung auf die Gesellschaft zu schieben – du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen. Du musst falsche Konditionierungen fallen lassen. Du musst falsche Autosuggestionen fallen lassen, die dir in deiner Kindheit vermittelt wurden. Hör damit auf! Reinige dich von allen Konditionierungen, und plötzlich stellst du fest, dass du kreativ bist.
 
Zu sein und kreativ zu sein sind Synonyme. Es ist unmöglich, zu sein und nicht kreativ zu sein. Aber dieses Unmögliche ist geschehen, diese Hässlichkeit ist geschehen, all deine kreativen Quellen wurden blockiert, verstopft, zerstört, und deine ganze Energie wurde in Bahnen gezwungen, die sich auszahlen.
 
Unsere ganze Einstellung dem Leben gegenüber ist geldorientiert. Und Geld ist eines der unkreativsten Dinge, für die man sich interessieren kann. Unsere ganze Einstellung ist machtorientiert, und Macht ist destruktiv, nicht kreativ. Ein Mensch, der hinter Geld her ist, wird destruktiv, denn Geld muss gestohlen werden, Menschen müssen ausgebeutet werden, es muss vielen weggenommen werden, nur dann kannst du es haben. Macht bedeutet einfach, dass du viele Menschen ohnmächtig machen musst, du musst sie zerstören – nur dann bist du mächtig, nur dann kannst du mächtig sein. Vergiss nicht: es sind destruktive Taten.
 
Eine kreative Handlung verschönert diese Welt, bereichert diese Welt, sie nimmt ihr nichts weg. Ein kreativer Mensch verschönert diese Welt – ein Lied hier, ein Gemälde dort. Er unterstützt die Welt darin, besser zu tanzen, sie mehr zu genießen, mehr zu lieben, mehr zu meditieren. Wenn er die Welt verlässt, verlässt er eine bessere Welt. Vielleicht kennt ihn niemand, vielleicht kennen ihn einige – das ist nicht wichtig. Aber er verlässt eine bessere Welt, er ist sehr erfüllt, denn sein Leben hatte einen inneren Wert.
 
Geld, Macht und Ansehen sind unkreativ, sie sind nicht nur unkreativ, sie sind sogar destruktiv. Hüte dich davor! Und wenn du dich davor hütest, dann ist es leicht kreativ zu werden. Ich sage damit nicht, dass deine Kreativität dir Macht, Ansehen und Geld einbringt. Nein, ich kann dir keinen Rosengarten versprechen. Es kann sein, dass sie dir Schwierigkeiten einbringt, es kann sein, dass du ein armes Leben führen wirst. Alles, was ich dir versprechen kann, ist, dass du innen der reichste Mensch sein wirst, du wirst tief drinnen erfüllt sein, du wirst tief drinnen voller Freude und Festlichkeit sein. Du wirst mehr und mehr Gnade von Gott empfangen. Du wirst ein Leben voller Segnungen führen.
 
Aber es ist möglich, dass du nach außen nicht berühmt wirst, es kann sein, dass du kein Geld hast, dass du in der sogenannten Welt nicht erfolgreich bist. Aber in dieser sogenannten Welt erfolgreich zu sein, heißt zu versagen, heißt, in der inneren Welt zu versagen. Und was machst du, wenn dir die ganze Welt zu Füßen liegt und du dein inneres Selbst verloren hast? Was machst du, wenn du die ganze Welt besitzt und dich selbst nicht besitzt? Ein kreativer Mensch besitzt sich selbst, er ist ein Meister.
 
Darum haben wir im Osten Sannyasins Swamis genannt. Swami bedeutet Meister. Bettler wurden Swamis genannt, Meister. Wir haben Herrscher gekannt, aber bei ihrer letzten Kontoführung, bei der letzten Betrachtung ihres Lebens waren sie Bettler. Ein Mensch, der hinter Geld und Macht und Ansehen her ist, ist ein Bettler, er bettelt ununterbrochen. Er kann der Welt nichts geben.
Sei freigiebig, teile mit anderen, was du hast. Und vergiss nicht, ich unterscheide nicht zwischen großen und kleinen Dingen. Wenn du aus deinem Herzen heraus lächeln kannst, jemandes Hand halten und lächeln kannst, dann ist das kreativ, es ist eine großartige kreative Handlung. Umarme einfach jemanden aus deinem Herzen heraus, und du bist kreativ. Schau einfach jemanden liebevoll an, ein liebevoller Blick kann die Welt eines Menschen verändern.
 
Sei kreativ, mach dir keine Sorgen darüber, was du machen könntest. Man muss vielerlei tun, aber tue alles auf kreative Weise, mit Hingabe. Dann wird deine Arbeit zur Andacht. Dann wird alles, was du machst, zum Gebet. Und alles, was du machst, wird dem Altar dargeboten.
 
Lass diesen Glauben los, du seist nicht kreativ. Ich weiß, wie solche Glaubenssätze entstehen: Du hast vermutlich keine Goldmedaille errungen, du bist vermutlich nicht Klassenbester gewesen, deine Malversuche sind vermutlich nicht gelobt worden, wenn du auf der Flöte spielst, rufen die Nachbarn die Polizei. Vielleicht war es so – aber deswegen nimm nicht den falschen Glauben an, du seist nicht kreativ. Vielleicht glaubst du das, weil du andere imitierst.
 
Die Menschen haben eine sehr begrenzte Vorstellung von Kreativität – Gitarre oder Flöte spielen, Gedichte schreiben – und so schreiben die Menschen den größten Blödsinn im Namen von Poesie. Du musst herausfinden, was du kannst und was du nicht kannst. Nicht jeder kann alles. Du musst danach suchen und deine Bestimmung finden. Dabei musst du im Dunkeln herum tasten, ich weiß. Es ist nicht eindeutig, was deine Bestimmung ist, aber so ist das Leben. Und es ist gut, dass man danach suchen muss – beim Suchen wächst etwas heran.
 
Wenn Gott dir bei deiner Geburt eine Landkarte für dein Leben gegeben hätte – dieses wird dein Leben: du wirst Gitarrist – dann würde dein Leben mechanisch verlaufen. Nur eine Maschine ist vorhersehbar, ein Mensch nicht. Ein Mensch ist nicht vorhersehbar. Der Mensch ist immer offen, er hat tausendundeine Möglichkeiten in sich. Bei jedem Schritt stehen viele Türen und Alternativen bereit – und du musst dich entscheiden, du musst es fühlen. Und wenn du dein Leben liebst, dann wirst du es finden.
 
Wenn du nicht dein Leben liebst, sondern etwas anderes, dann wird es schwierig. Wenn du Geld liebst und kreativ sein möchtest, kannst du nicht kreativ sein. Der Ehrgeiz, Geld anzuhäufen, zerstört deine Kreativität. Wenn du berühmt sein möchtest, vergisst du besser deine Kreativität. Du wirst eher berühmt, wenn du gewalttätig bist. Adolf Hitler wurde schnell berühmt, Henry Ford wurde schnell berühmt. Du wirst schneller berühmt, wenn du ehrgeizig bist, brutal ehrgeizig. Wenn du Menschen töten kannst, wirst du schnell berühmt.
 
Die ganze Geschichte ist eine Geschichte von Mördern. Wenn du jemanden umbringst, wirst du schnell berühmt. Du kannst Premierminister werden, du kannst Präsident werden – aber das sind alles Masken. Dahinter stecken gewalttätige Menschen; furchtbar gewalttätige Menschen lächeln und verstecken sich dahinter. Ihr Lächeln ist diplomatisch, politisch. Wenn die Maske fällt, siehst du Dschingis Khan, Tamerlan, Nadir Shah, Napoleon, Alexander, Hitler dahinter.
 
Wenn du berühmt sein möchtest, rede besser nicht von Kreativität. Ich sage nicht, dass ein kreativer Mensch nicht berühmt werden kann, aber es geschieht selten, sehr selten. Es geschieht eher zufällig, und es dauert lange. Ein kreativer Mensch ist meist schon gestorben, wenn er berühmt wird – es geschieht nach seinem Tod, es geschieht verspätet.
 
Jesus war nicht berühmt, als er lebte. Wenn es keine Bibel gäbe, wüsste man nichts von ihm. Vier seiner Jünger haben die Aufzeichnungen gemacht, sonst hat ihn niemand erwähnt, ob er nun lebte oder nicht. Er war nicht berühmt, er war nicht erfolgreich. Kannst du dir einen größeren Versager als Jesus vorstellen? Aber nach und nach gewann er an Bedeutung, nach und nach wurde er von den Menschen erkannt. Es braucht Zeit.
 
Je bedeutender ein Mensch ist, desto länger dauert es, bis er erkannt wird – wenn ein bedeutender Mensch geboren wird, gibt es keine Maßstäbe, ihn zu beurteilen, es gibt keine Landkarte, auf der man ihn finden könnte. Er muss seine eigenen Wertmaßstäbe erschaffen, und wenn er sie erschaffen hat, dann ist er schon wieder fort.
 
Es dauert tausende von Jahren, bis ein kreativer Mensch erkannt wird, und auch das ist nicht sicher. Es gibt viele kreative Menschen, die nie erkannt wurden. Kreative Menschen sind nur durch Zufall erfolgreich, destruktive Menschen werden schneller bekannt.
Wenn du also im Namen von Kreativität etwas anderes suchst, lässt du die Vorstellung, kreativ zu sein, besser fallen. Tue, was du tun möchtest, aber tue es bewusst. Verstecke dich nicht hinter Masken. Wenn du wirklich kreativ sein möchtest, dann interessieren dich Geld, Erfolg, Ansehen, Respekt nicht, dann genießt du dein Tun, dann hat jede Handlung ihren innewohnenden Wert. Du tanzt, weil du es liebst, du tanzt, weil du es genießt. Wenn dich jemand dafür lobt, gut, du bist dankbar. Wenn dich niemand dafür lobt, macht es dir nichts aus. Du hast getanzt, du hast es genossen, du bist auch so schon erfüllt.
 
Aber dieser Glaube, nicht kreativ zu sein, kann gefährlich sein – hör auf damit. Niemand ist unkreativ – selbst Bäume nicht, selbst Felsen nicht. Menschen, die Bäume gekannt und geliebt haben, wissen, dass jeder Baum seinen eigenen Platz kreiert, dass jeder Felsen seinen eigenen Platz kreiert. Er ist einmalig, und wenn du dafür sensibel bist, wenn du ihn durch Empathie verstehen kannst, dann bist du ungeheuer bereichert.
 
Dann kannst du sehen, dass jeder Baum auf seine eigene Weise kreativ ist, keiner ist genau gleich, jeder Baum ist einmalig, jeder Baum hat seine eigene Individualität, jeder Felsen hat seine eigene Individualität. Bäume sind nicht einfach Bäume, sie sind Lebewesen. Felsen sind nicht einfach Felsen, sie sind Lebewesen. Setz dich neben einen Felsen – schau ihn dir liebevoll an, berühre ihn liebevoll, fühle ihn voller Liebe.
 
Über einen Zenmeister wird berichtet, dass er große Felsen verschieben konnte, sie einfach zur Seite schieben konnte – und er war ein gebrechlicher Mann. Man konnte es nicht glauben, wenn man ihn sah. Viel stärkere Männer als er konnten diese Felsen nicht verschieben, und er schob sie einfach zur Seite.
 
Er wurde nach seinem Trick gefragt, und er antwortete: 'Es gibt keinen Trick – ich liebe den Felsen, also hilft er mir. Erst sage ich ihm, dass mein Ansehen in seinen Händen liegt, weil diese Menschen mich jetzt beobachten. Ich bitte ihn, mir zu helfen, mit mir zu kooperieren. Dann halte ich ihn einfach liebevoll … und warte auf sein Zeichen. Wenn der Felsen mir ein Zeichen gibt – ich spüre ein Schaudern, meine ganze Wirbelsäule vibriert – wenn der Fels mir das Zeichen gibt, dass er bereit ist, dann bewege ich ihn. Ihr geht gegen den Felsen an, darum braucht ihr so viel Energie. Ich bewege mich mit dem Felsen, ich fließe mit ihm. Tatsächlich ist es nicht richtig, wenn ihr sagt, dass ich ihn verschiebe – ich bin nur da. Der Felsen bewegt sich von selbst.
 
Ein großer Zenmeister war Schreiner, und alle Tische und Stühle, die er machte, waren unbeschreiblich schön, ungeheuer anziehend. Als man ihn fragte, wie er das machte, antwortete er: 'Ich mache es nicht. Ich gehe einfach in den Wald, und das erste ist, mich bei dem Wald zu erkundigen und herauszufinden, welcher Baum ein Stuhl werden möchte.'
 
Nun, das sieht absurd aus – weil wir nichts wissen, wir kennen ihre Sprache nicht. Er blieb drei Tage im Wald, er setzte sich unter einen Baum, dann setzte er sich unter einen anderen Baum, er sprach mit den Bäumen – er war verrückt! Aber einen Baum sollte man nach seinen Früchten beurteilen, und diesen Meister sollte man auch nach seinen Kreationen beurteilen.
 
In China gibt es noch ein paar von seinen Stühlen – sie ziehen einen immer noch sehr an. Du wirst einfach angezogen, und du weißt nicht, warum. Und das nach tausend Jahren! – etwas ungeheuer Schönes. Er sagte: 'Ich gehe hin und sage, dass ich einen Baum suche, der ein Stuhl werden möchte. Ich frage die Bäume, ob sie das wollen, und auch, ob sie mit mir kooperieren wollen, mit mir kommen wollen – und nur dann. Es passiert manchmal, dass ich keinen Baum finde, der ein Stuhl werden möchte, dann komme ich mit leeren Händen zurück.'
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Der Kaiser von China bat ihn einmal, ihm ein Bücherregal zu bauen. Er ging in den Wald und nach drei Tagen sagte er: 'Warte noch etwas, kein Baum will in den Palast kommen.'
 
Nach drei Monaten fragte ihn der Kaiser erneut. Der Schreiner sagte: 'Ich bin ständig in den Wald gegangen. Ich versuche, sie zu überreden, warte noch ein wenig, ein Baum scheint bereit zu sein.' Dann überredete er diesen Baum, er sagte: 'Wenn der Baum von selbst kommt, ist die ganze Kunst bereit, er möchte nur noch, dass der Schreiner ihm hilft.'
 
Ihr könnt Asheesh fragen – er hat ein Gefühl für Holz, und das Holz hat auch ein Gefühl für ihn.
Wenn du liebevoll bist, siehst du, dass die gesamte Existenz ihre Individualität besitzt. Zieh und zerr nicht an den Dingen. Beobachte, kommuniziere, lass dir von ihr helfen – und du sparst viel Energie.
 
Selbst Bäume sind kreativ, Felsen sind kreativ. Du bist ein Mensch, der Höhepunkt dieser Existenz. Du bist ganz oben, du bist bewusst. Denke nicht in falschen Glaubenssätzen, und klammere dich nicht daran, dass du nicht kreativ bist, dass deine Kollegen dir gesagt haben, du seist nicht kreativ. Vielleicht hast du in der falschen Richtung gesucht, in einer Richtung, in der du wirklich nicht kreativ bist. Aber es muss ein Gebiet geben, auf dem du kreativ bist. Suche danach und sei offen, taste dich vor – bis du es findest.
 
Jeder Mensch wird mit einer Bestimmung geboren, er muss etwas erfüllen, er muss eine Botschaft übermitteln, er muss eine Aufgabe erledigen. Du bist nicht zufällig hier, dass du hier bist, hat eine bestimmte Bedeutung. Du erfüllst einen bestimmten Zweck, das Ganze möchte durch dich etwas tun."
 
Osho, A Sudden Clash of Thunder, Talk #4
 
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