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Wieso gibt es Terrorismus?

Wieso gibt es Terrorismus?

Würdest du über Terrorismus sprechen?
 
„Alles, was passiert, ist tief mit allem anderen verbunden. Der wachsende Terrorismus hat zweifellos etwas mit dem zu tun, was in der Gesellschaft vor sich geht. Die Gesellschaft fällt auseinander. Ihre alte Ordnung, Disziplin, Moral, Religion – alles hat sich als auf Sand gebaut entpuppt, es hat seine Macht über das Gewissen der Menschen verloren.
 
Der Terrorismus ist lediglich ein Symbol dafür, dass es gleich ist, ob Menschen zerstört werden, dass es im Menschen nichts mehr gibt, was unzerstörbar ist, dass alles Materie ist – und Materie lässt sich nicht töten, man kann nur ihre Form verändern. Sobald man den Menschen als reine Kombination materieller Elemente versteht und in seinem Inneren kein Platz für ein spirituelles Dasein eingeräumt wird, dann wird Töten zum bloßen Spiel.
 
Die Nationen sind durch die Atomwaffen unwichtig geworden. Wenn die ganze Welt binnen Minuten zerstört werden kann, kann die Alternative nur sein, dass sich die ganze Welt zusammenschließt. Sie kann nicht länger geteilt bleiben, ihre Aufspaltung ist gefährlich, denn sie kann jederzeit zum Krieg führen. Diese Aufspaltung kann nicht länger geduldet werden. Ein einziger Krieg genügt, um alles zu zerstören. Der Mensch hat folglich nicht mehr viel Zeit, um zu verstehen, dass wir eine Welt erschaffen müssen, in der die bloße Möglichkeit eines Krieges ausgeschlossen ist.
 
Der Terrorismus hat viele Unterströmungen. Eine davon ist: Seit es Atomwaffen gibt, stecken die Nationen ihre ganze Energie hinein und meinen, alte Waffen seien überholt. Sie sind überholt, aber dafür können sich jetzt einzelne Menschen ihrer bedienen. Und gegen Einzelne kann man nicht mit Atomwaffen vorgehen, das wäre einfach dumm. Wenn ein einzelner Terrorist eine Bombe wirft, ist es nicht gerechtfertigt, Atombomben abzuwerfen.
 
Was ich hervorheben will, ist, dass die Atomwaffen einzelnen Menschen eine gewisse Freiheit beschert haben, nämlich alte Waffen zu benutzen. Das war in den alten Tagen nicht möglich, weil auch die Regierungen dieselben Waffen benutzten.
 
Heute konzentrieren sich die Regierungen darauf, die alten Waffen zu vernichten, sie ins Meer zu werfen, sie an Länder zu verkaufen, die arm sind und sich keine Atomwaffen leisten können. Und all die Terroristen kommen aus diesen armen Ländern – mit genau diesen Waffen, die man ihren Ländern verkauft hat. Und sie haben einen seltsamen Schutz: Man kann keine Atomwaffen gegen sie einsetzen, man kann keine Atombomben auf sie werfen.
 
Sie können Bomben auf euch werfen, und ihr seid plötzlich machtlos, obwohl ihr jede Menge Atomwaffen in Händen haltet – aber manchmal kann da, wo eine Nadel gebraucht wird, ein Schwert nichts ausrichten. Vielleicht hast du das Schwert, das muss aber nicht heißen, dass du dem Mann mit der Nadel überlegen bist. Denn es gibt Situationen, in denen nur die Nadel sinnvoll ist und das Schwert nichts ausrichten kann.
 
Diese kleinen Waffen aus alten Zeiten waren bei den Großmächten gestapelt, und die mussten sie abstoßen, sie entweder ins Meer kippen, und das hieß, dass eine Menge Geld, eine Menge Arbeitskraft, eine Menge Energie vergeudet war, ökonomisch war das eine Katastrophe. Andererseits war es ökonomisch genauso sinnlos, immer mehr von ihnen zu anzuhäufen.
 
Wie viele Waffen kann man anhäufen? Es gibt eine Grenze. Und wenn man eine neue Methode gefunden hat, wie man Menschen noch effizienter tötet, dann muss man das alte Zeug einfach loswerden. Also hat man sich gedacht, es ist besser, sie an arme Länder zu verkaufen. Arme Länder können keine Atomwaffen bauen, das ist zu teuer. Und diese Waffen waren billig, sie kamen als Entwicklungshilfe, die gern angenommen wurde. Doch diese Waffen taugen in keinem Krieg mehr etwas. In einem Krieg sind diese Waffen schon nicht mehr zu gebrauchen. Aber niemand hat die Möglichkeit vorhergesehen, dass diese Waffen individuell benutzt werden können und dass daraus ein neues Phänomen – der Terrorismus – entstehen kann.
 
Heute hat ein Terrorist eine seltsame Macht, sogar über die größten Mächte. Er kann Bomben aufs Weiße Haus werfen, ohne jede Furcht, denn das, was ihr habt, ist zu groß, das könnt ihr nicht auf ihn werfen. Und das sind die Waffen, die ihr selber verkauft habt! Aber dieses Phänomen hatte man sich einfach nicht vorstellen können, weil man die menschliche Psyche nicht versteht.
 
Meinem Verständnis nach braucht der Mensch, so, wie er bisher gelebt hat, alle zehn bis zwölf Jahre einen Krieg. Er staut so viel Wut auf, so viel Zorn, so viel Gewalt, dass ihm nur ein Krieg Erleichterung verschaffen kann. Nach jedem Krieg also kommt eine Verschnaufpause von nur zehn bis fünfzehn Jahren. Diese Pause ist eine Art Erholung. Und wieder fängt alles an, sich in euch aufzustauen, weil die gleiche Psychologie am Werk ist – der gleiche Neid, die gleiche Gewalt.
 
Der Mensch ist im Grunde ein Jäger. Er ist nicht von Natur aus Vegetarier. Zunächst war er Jäger, und über Jahrtausende hinweg war er nur Fleischesser, und überall herrschte Kannibalismus. Menschen zu essen, die man vom gegnerischen Stamm gefangen nahm, war vollkommen ethisch. All das schleppt die Menschheit noch in ihrem Unbewussten mit.
 
Die Religionen haben dem Menschen gewisse Dinge nur sehr oberflächlich aufgepflanzt. Sein Unbewusstes ist keineswegs damit einverstanden. Jeder Mensch lebt in einem Zwiespalt mit sich selbst. Wann immer er also eine Chance findet – um einer guten Sache willen, Freiheit, Demokratie, Sozialismus, jedes beliebige schöne Wort kann als Deckmantel dienen, sein hässliches Unbewusstes zu vertuschen, das nur zerstören will und die Zerstörung genießt.
 
Heute ist ein Weltkrieg beinahe unmöglich geworden. Sonst wäre es nicht zum Terrorismus gekommen. Es ist genügend Zeit seit dem zweiten Weltkrieg vergangen. Der dritte Weltkrieg hätte um 1960 herum passieren müssen – er hat nicht stattgefunden. Und durch die ganze Geschichte hindurch war es genau so, der Mensch ist dafür programmiert.
 
Psychologen haben beobachtet, dass die Leute zu Kriegszeiten glücklicher sind als zu Friedenszeiten. Zu Kriegszeiten ist Aufregung in ihrem Leben; in Friedenszeiten wirken sie gelangweilt. Zu Kriegszeiten schauen sie schon am frühen Morgen nach der Zeitung, hören sie Nachrichten. Die Ereignisse mögen weit weg sein, aber sie sind ganz aufgeregt. Irgendetwas in ihnen fühlt sich angeregt.
 
Ein Krieg, der irgendwann zwischen 1955 und 1960 hätte passieren sollen, hat nicht stattgefunden, und der Mensch ist übervoll von dem Wunsch zu töten, dem Wunsch zu zerstören. Er braucht nur schöne Namen dafür.
 
Der Terrorismus wird sich immer mehr ausbreiten, denn ein dritter Weltkrieg ist praktisch ausgeschlossen. Und den dummen Politikern fällt keine andere Alternative ein. Terrorismus heißt nur, dass das, was einst auf gesellschaftlicher Ebene stattfand, jetzt individuell vor sich gehen muss. Er wird zunehmen.
 
Er wird nur zu verhindern sein, wenn wir die eigentliche Basis menschlichen Verstehens verändern – was eine himalajahafte Aufgabe ist. Umso mehr, als genau die Leute, die man verändern möchte, gegen einen ankämpfen werden. Sie werden einem nicht so leicht erlauben, sie zu verändern. In Wirklichkeit lieben sie das Blutvergießen; sie haben nur nicht den Mut, es zu sagen.
 
Ein Mann wurde dem Gericht vorgeführt, weil er einen Fremden tötete, der am Strand saß. Er hatte diesen Fremden nie zuvor gesehen, und er hatte ihn nicht wegen Geld umgebracht. Er weiß jetzt noch nicht, wie der Mann überhaupt aussah, denn er tötete ihn von hinten, einfach mit einem großen Messer. Sie hatten sich nie getroffen – es gab also keine Feindschaft. Sie waren noch nicht einmal miteinander bekannt, sie hatten sich nie gesehen.
 
Der Richter konnte es nicht verstehen, und so fragte er den Mann: ‚Warum hast du das gemacht?‘
 
Er antwortete: ‚Als ich den Mann mit dem Messer in den Rücken stach und eine Blutfontäne hervor schoss, das war einer der schönsten Momente in meinem Leben. Ich weiß, dass ich mit dem Tod dafür bezahle, aber das ist es mir wert, das war es wert. Mein ganzes Leben habe ich mich gelangweilt – es gab keine Aufregung, keine Abenteuer, und ich musste endlich etwas dagegen tun. Und diese Tat hat mich weltberühmt gemacht, mein Bild ist in jeder Zeitung. Und ich bin sehr froh, dass ich es getan habe.‘
 
Sie brauchten keine Beweise, der Mann leugnete nichts – im Gegenteil, er glorifizierte es. Aber das Gericht hat seine eigene Routine – Zeugen müssen geladen werden, seine Worte allein werden nicht akzeptiert. Es könnte sein, dass er lügt und er den Mann gar nicht getötet hat. Gesehen hatte ihn niemand, es gab keinen einzigen Augenzeugen – die Polizei musste also Indizien anführen.
 
Eines war die Möglichkeit, dass Gründe für diesen Mord in seiner Vergangenheit und in seinem Lebenshintergrund lagen.
 
Seine Mutter starb, als er noch jung war. Und als er hörte, dass seine Mutter gestorben war, sagte er: ‚Scheiße! Die Frau lässt mich selbst in ihrem Tod nicht in Ruhe! Heute ist Sonntag und ich habe Theaterkarten für mich und meine Freundin. Aber ich wusste, sie würde mir den Tag verderben – und das ist ihr gelungen.‘
 
Seine Mutter war gestorben, und er sagt, dass sie ihm den Sonntag verdorben hat! Er wollte mit seiner Freundin ins Theater, und jetzt muss er zum Begräbnis gehen. Die Menschen, die seine Reaktion hörten, waren schockiert. Sie sagten: ‚Das ist nicht in Ordnung, was sagst du da?‘
 
Und er antwortete: ‚Was? Was ist richtig und was ist falsch? Konnte sie an keinem anderen Tag sterben? Die Woche hat sieben Tage – von Montag bis Samstag hätte sie an jedem Tag sterben können. Aber ihr kennt meine Mutter nicht – ich aber kenne sie. Sie ist eine Hexe! Das hat sie extra gemacht.‘
 
Das zweite Indiz war, das er zum Begräbnis ging und am selben Abend mit seiner Freundin in einer Disco tanzen war. Und jemand fragte ihn: ‚Was? Was machst du hier? Deine Mutter ist gerade gestorben.‘
 
Er sagte: ‚Na und? Heißt das, dass ich nie wieder tanzen darf? Meine Mutter wird nicht wieder lebendig, sie bleibt tot, ob ich nun nach sechs Stunden, acht Stunden, acht Monaten oder acht Jahren tanze. Wo ist der Unterschied? – Sie ist tot. Ich aber muss leben, ich muss lieben und tanzen, obwohl sie tot ist. Wenn jeder beim Tod seiner Mutter, beim Tod seines Vaters, aufhören würde zu leben, dann würde nicht mehr getanzt und gesungen auf der Welt.‘
 
Seine Logik ist ganz richtig. Er sagt: ‚Wo ziehst du die Grenze? Nach wie viel Stunden darf ich tanzen? – zwölf Stunden, vierzehn Stunden, sechs Wochen? Wo ziehst du die Grenze? Mit welcher Begründung? Nach welchen Kriterien? Es ist also egal. Eins ist sicher: Wann immer ich tanze, es wird nach dem Tod meiner Mutter sein, darum tanze ich heute. Warum soll ich bis morgen warten?‘
 
Solche Indizien wurden dem Gericht vorgelegt – dass dieser Mann so merkwürdig ist, dass er eine solche Tat begangen haben kann. Aber wenn du ihn dir näher anschaust, bist du nicht wütend auf ihn, du entwickelst Mitgefühl für ihn. Nun, es ist nicht sein Fehler, dass sein Mutter starb, und eines Tages wird er sowieso wieder tanzen, es ist also egal.
 
Du kannst diesem Mann nicht vorwerfen, dass er hässliche Dinge sagt. ‚Sie ist absichtlich sonntags gestorben, um mir die Freude zu verderben.‘ Das scheint seine die Erfahrung seines ganzen Lebens gewesen zu sein, dass sie ihm immer wieder jede Freude verdarb. Und das war die letzte Schlussfolgerung: ‚Sogar im Tod lässt sie mich nicht in Ruhe.‘
 
Und du kannst den Mann nicht dafür verurteilen, dass er einen Fremden tötete – er ist kein Dieb, er nahm nichts an sich. Sie sind sich nicht feind, er sah noch nicht mal, wen er da tötete. Er war nur von seinem Leben gelangweilt, und er wollte etwas tun, das ihn wichtig, bedeutsam machte. Er ist glücklich darüber, dass alle Zeitungen sein Foto bringen. Wenn sie sein Bild vorher veröffentlicht hätten, hätte er nicht getötet. Aber sie brachten es nicht – solange er niemanden umbrachte, brachten sie nicht sein Bild. Und er wollte berühmt sein – ein einfaches menschliches Bedürfnis. Und er war bereit, mit seinem Leben dafür zu bezahlen, weltberühmt zu werden, von jedem erkannt zu werden, zumindest für einen Tag.
 
Ehe wir nicht die eigentlichen Grundlagen der Menschheit verändern, wird der Terrorismus immer mehr zu einer normalen, alltäglichen Angelegenheit werden. Es wird in den Flugzeugen passieren, es wird in den Bussen passieren, es wird immer mehr Autos treffen, es wird immer mehr Fremde treffen. Jemand tritt plötzlich vor dich hin und erschießt dich – nicht, weil du ihm irgendetwas angetan hast, sondern einfach, weil der innere Jäger wieder da ist.
 
Der Jäger wurde durch Kriege zufrieden gestellt. Jetzt ist es vorbei mit Kriegen, und es wird vielleicht nie wieder Kriege geben. Der Jäger ist wieder da. Heute können wir nicht mehr kollektiv kämpfen. Jeder Einzelne muss etwas tun, um seinen eigenen Dampf abzulassen.
 
Alles ist mit allem verbunden. Das Erste, was sich ändern muss, ist, dass die Menschen mehr Lebensfreude haben – etwas, das alle Religionen zerstört haben.
 
Die wirklichen Verbrecher ergreift man nicht. Die Terroristen und andere Verbrecher sind nur die Opfer. Die Religionen sind die wahren Verbrecher, denn sie haben jede Möglichkeit zur Lebensfreude zerstört. Sie haben die Möglichkeit zerstört, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. Sie haben alles verdammt, womit die Natur euch ausstattet, um euch glücklich zu machen, um es spannend für euch zu machen, damit ihr euch wohl fühlen könnt. 
 
Sie haben euch alles genommen. Und wenn es ein paar Dinge gibt, die sie euch nicht haben nehmen können, weil sie in eurer Biologie verwurzelt sind, wie Sex, dann haben sie es zumindest geschafft, sie zu vergiften.
 
Friedrich Nietzsche ist für mich einer der größten Seher der westlichen Welt. Seine Augen dringen wirklich bis zur Wurzel eines Problems vor. Aber weil andere es nicht sehen können – sie haben weder so durchdringende Augen, noch ist ihre Intelligenz so scharf –, lebte der Mann allein, im Stich gelassen, isoliert, ungeliebt, verachtet.
 
Er sagt in einem seiner Aphorismen: Die Religionen haben dem Menschen eingehämmert, den Sex zu verdammen, dem Sex zu entsagen. Aber geschafft hat die Religion es nicht. Obwohl der Mensch sich die größte Mühe gegeben hat, ist er gescheitert. Denn der Sex ist so tief in seiner Biologie verwurzelt, dass er seinen ganzen Körper bestimmt. Der Mensch wird aus Sex geboren – wie soll er ihn da loswerden, außer durch Selbstmord?
 
Der Mensch hat also versucht, seinen Sex loszuwerden, und die Religionen haben ihn dabei unterstützt. Tausende von Disziplinen und Strategien hat man dazu eingesetzt. Das Gesamtergebnis ist, dass der Sex noch da ist, aber vergiftet. Dieses Wort vergiftet ist eine ungeheure Erkenntnis: Die Religionen haben es nicht geschafft, den Sex ganz zu nehmen, aber sie haben es sehr wohl geschafft, ihn zu vergiften.
 
Und das gleiche trifft zu für andere Dinge. Die Religionen verdammen es, wenn ihr im Komfort lebt. Nun, ein Mensch, der komfortabel und luxuriös lebt, kann nicht Terrorist werden. Die Religionen haben den Reichtum verurteilt und die Armut gepriesen. Nun, ein Mensch, der reich ist, kann nicht Terrorist sein. Nur die ‚Gesegneten‘, die arm sind, können zu Terroristen werden. Denn sie haben nichts zu verlieren. Und sie kochen über, gegen die ganze Gesellschaft, weil andere etwas haben, was sie nicht haben. Die Religionen haben versucht, sie zu trösten.
 
Aber dann kam der Kommunismus – eine materialistische Religion – die die Menschen herausforderte und ihnen sagte: ‚Eure alten Religionen sind allesamt Opium fürs Volk. Nicht eure bösen Taten sind schuld daran, dass ihr jetzt unter Armut leidet, weder in diesem noch in einem früheren Leben. Schuld an eurem Leiden ist die böse Ausbeutung durch die Bourgeoisie, die Superreichen.‘
 
Der letzte Satz im Kommunistischen Manifest von Karl Marx lautet: ‚Proletarier aller Länder, vereinigt euch!‘ Ihr habt nichts zu verlieren und die ganze Welt zu gewinnen – ihr seid schon arm, hungrig, nackt, was also habt ihr zu verlieren? Euer Tod kann euch nicht elender machen, als euer Leben es bereits tut. Warum wagt ihr es also nicht, die Leute zu vernichten, die euch alles genommen haben, und euch all das zurückzuholen, um es miteinander zu teilen?
 
All das, womit die Religionen die Menschen irgendwie getröstet hatten – obwohl es nicht stimmte und verlogen war, hatte es die Menschen immerhin in einer Art Dämmerzustand gehalten –, all das machte ihnen der Kommunismus plötzlich bewusst. 
 
Das heißt aber: Diese Welt wird nicht eher friedlich sein, bis wir all die verrotteten Ideen, die dem Menschen eingeimpft worden sind, endgültig aus dem Verkehr ziehen.
Als erstes sind die Religionen dran: Ihre Werte müssen beseitigt werden, damit der Mensch wieder lächeln kann, wieder lachen kann, sich wieder freuen kann, wieder natürlich sein kann.
 
Zweitens müssen die Menschen über das, was der Kommunismus sagt, gründlich aufgeklärt werden. Psychologisch ist er verkehrt, so dass ihr nur aus einer Falle in die andere geht. Keine zwei Menschen sind gleich. Damit ist das Ideal der Gleichheit Unsinn. Und wenn ihr einmal den Beschluss gefasst habt, gleich zu sein, dann müsst ihr auch eine Diktatur des Proletariats hinnehmen. Mit anderen Worten: Ihr müsst eure Freiheit aufgeben.
 
Erst hat die Kirche euch eure Freiheit genommen, hat Gott euch eure Freiheit genommen. Jetzt ersetzt der Kommunismus eure Kirche, jetzt will er euch eure Freiheit nehmen. Aber ohne Freiheit könnt ihr nicht feiern. Ihr lebt in Angst, nicht in Freude. Wenn es uns gelingt, den Keller des menschlichen Unbewussten auszuräumen – und genau das ist meine Arbeit. Er kann ausgeräumt werden.
 
Der Terrorismus, das sind nicht die Bomben in euren Händen. Der Terrorismus ist in eurem Unbewussten. Andernfalls wird die Lage immer bitterer. Und es scheint, lauter Blinde haben Bomben in den Händen und werfen mit ihnen nach Belieben um sich.
 
Ein dritter Weltkrieg hätte die Menschen für zehn bis fünfzehn Jahre erleichtert. Aber der dritte Weltkrieg kann nicht stattfinden, denn wenn er stattfindet, wird er die Menschen nicht erleichtern, sondern sie einfach vernichten.
 
Also wird die individuelle Gewalt zunehmen – sie nimmt bereits zu. All eure Regierungen und all eure Religionen werden immer nur ihre alten Strategien wiederholen, ohne die neue Situation zu verstehen.
 
Die neue Situation ist, dass jeder einzelne Mensch durch Therapie hindurchgehen muss, seine unbewussten Intentionen verstehen lernen muss, durch Meditationen hindurchgehen muss, damit er sich beruhigen kann, abkühlen kann und die Welt mit neuen Augen sehen kann – mit den Augen der Stille.
 
Osho,  Beyond Psychology, Talk #18
 
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