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About Meditation? Ausgang?

Ausgang?

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Hier gibt es keinen Ausgang! Es ist eine Einbahnstraße. Du kommst nur herein… wir haben keine andere Tür, nur den Eingang. Danach musst du wiedergeboren werden, das ist der einzige Ausgang. Aber der Ausgang ist kein Hinausgehen, er ist ein Hineingehen. Er geht nach innen.
Dhammapada: The Way of the Buddha, Vol 12, Chapter 6



Jean-Paul Sartre hat ein wunderschönes kleines Buch geschrieben, eine Beschreibung der Hölle. Der Name des Buches ist ,Kein Ausgang´. Dort haben sie nicht die alten Arten der Folter, Fegefeuer, etc. Jeder Komfort, Klimaanlage, alles, was sie brauchen, steht zur Verfügung. Das einzige Problem ist, dass es keinen Ausgang gibt. Also stecken sie an einem Ort mit Klimaanlage fest, mit allen möglichen Fremden - es gibt kein Ziel, es gibt nichts zu tun. Man wird mit allem versorgt, man braucht nicht mal danach zu fragen.

Du wünschst dir einfach was und du bekommst es – das war ursprünglich die Beschreibung des Himmels! Dort musst du dir nur etwas wünschen und schon bekommst du es, aber es gibt keinen Ausgang. Es ist ein vollklimatisierter Alptraum! Du kannst nicht rausgehen; jeder sitzt auf einem wunderschönen Sofa – aber er sitzt einfach nur da. Die Leute haben es satt, ständig in der Öffentlichkeit zu sein, keine Privatsphäre, und ständig taucht das Problem auf, „Was wird jetzt wohl passieren? – denn wir können nicht raus…”

Was er beschreibt, ist vollklimatisierter Alptraum, denn es gibt keinen Ausgang... Ohne es zu wissen, beschreibt er deinen Kopf, deinen Verstand. Genau so bist du in deinem Verstand eingekapselt, mit allen möglichen Träumen, Vorstellungen, Projektionen, Ideologien – aber es gibt keinen Weg, da herauszukommen.

Meditation ist nicht etwa ein Weg um aus dem Kopf herauszukommen. Meditation sagt: „Beobachte einfach den Kopf, den Verstand und du bist draußen. Genaugenommen bist du schon immer draußen gewesen.” Dass du dich in deinem Verstand befindest, ist ein Trugschluss. Sobald du den Verstand anhältst, verschwindet der Trugschluss plötzlich und du findest dich im Freien wieder. Der ganze Himmel steht die offen – deine Freiheit, dein ewiges Leben, diese riesige, schöne Existenz ist für dich da, um dich mit allen möglichen Geschenken zu überschütten.

Nur ein kleiner Trick… es ist nicht einmal wirklich eine Technik, nur ein Trick. Du bist nicht der Verstand, aber du hast immer gedacht, dass du der Verstand bist – das ist dein ganzes Problem. Sicher erinnerst du dich an einen Alptraum… das wird dir verständlich machen, warum diese Situation immer weitergeht. In einem Alptraum willst du deine Augen öffnen und kannst es nicht; du willst deine Hände bewegen und kannst es nicht. Kein Ausgang! – und der Alptraum wird so intensiv… vielleicht steht ein Löwe auf deiner Brust oder du wurdest von einem Berg hinab in abgrundtiefe Dunkelheit geschleudert und kannst nicht einmal sehen, wo das Ende ist…

Wenn der Traum seine höchste Intensität erreicht, dann weckt dich genau diese Intensität auf. Wenn der Alptraum von einer milderen Art ist, schaffst du es nicht, von selber aufzuwachen; du kommst nicht heraus. Aber wenn er sehr intensiv ist, dann weckt dich diese Intensität auf und plötzlich ist kein Alptraum mehr da. Du warst nie in den Klauen eines Löwen und du wurdest nie einen Berg hinab gestürzt; du wurdest nicht von einem Bulldozer zerquetscht – nichts ist passiert. Es war nur ein Traum, aber du dachtest, du wärest mitten drin.

Du warst nicht drin; auch als es passierte warst du draußen. Es war nur ein Film, der sich vor deinen Augen abspielte. Du selber warst draußen.

The Great Zen Master Ta Hui, Chapter 23

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