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About Meditation? Es gibt so viele grundverschiedene Methoden. Haben sie etwas gemeinsames?

Es gibt so viele grundverschiedene Methoden. Haben sie etwas gemeinsames?

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Es gibt hundertzwölf Methoden der Meditation, doch der wesentliche Bestandteil all dieser hundertzwölf Methoden ist Zeuge sein, Beobachten. Was mich angeht, ist also Zeuge sein die einzige Methode. Diese hundertzwölf sind verschiedene Anwendungsformen des Zeuge seins. br>
Der eigentliche Kern, der Geist der Meditation ist, dass man lernt, Zeuge zu sein. Du siehst einen Baum: Du bist da, der Baum ist da. Aber gibt es nicht noch etwas anderes? Du siehst den Baum, da gibt es einen Zeugen in dir, einen Beobachter, der sieht, dass du den Baum siehst. Die Welt ist nicht nur in Subjekt und Objekt unterteilt. Da gibt es noch etwas jenseits von beiden, und das ist Meditation.

In jeder Handlung also...und ich möchte nicht, dass die Leute eine Stunde oder eine halbe Stunde am Morgen oder am Abend dasitzen. Diese Art von Meditation wird nichts nützen, denn wenn du eine Stunde lang meditierst, dann wirst du dreiundzwanzig Stunden genau das Gegenteil tun. Meditation kann erfolgreich sein, Zeuge sein ist eine Methode, die man vierundzwanzig am Tag machen kann.

Wenn du isst, identifiziere dich nicht mit dem, der isst. Das Essen ist da, der Esser ist da, und du bist da, der beobachtet. Wenn du gehst, lass den Körper gehen und beobachte einfach. Nach und nach hast du den Kniff raus. Es ist ein Kniff, und wenn du einmal kleine Dinge beobachten kannst... Eine Krähe kräht – du hörst sie. Das sind zwei – das Objekt und das Subjekt, aber siehst du nicht auch den Zeugen, der beide beobachtet? Die Krähe, der Zuhörer und da ist noch jemand, der beide beobachtet. Es ist so ein einfaches Phänomen. Dann kannst du in tiefere Schichten gehen: Du kannst deine Gedanken beobachten, du kannst deine Gefühle beobachten, deine Stimmungen.

Es ist nicht nötig zu sagen: „Ich bin traurig.“ Tatsache ist, dass du ein Beobachter bist, dass die Wolke der Traurigkeit über dich hinweg zieht. Da ist Wut – du kannst einfach Zeuge sein. Du brauchst nicht zu sagen: „Ich bin wütend.“ Du bist niemals wütend, es ist unmöglich, dass du wütend bist; du bist immer der Zeuge. Die Wut kommt und verschwindet; du bist nur ein Spiegel. Die Dinge erscheinen, werden reflektiert und gehen weg – und er Spiegel bleibt leer und sauber, unzerkratzt von den Reflektionen.

Zeuge sein bedeutet, den Spiegel in dir zu finden. Wenn du ihn einmal gefunden hast, werden Wunder geschehen. Wenn du die Gedanken einfach nur beobachtest, verschwinden sie. Dann ist da plötzlich eine ungeheure Stille, die du nie gekannt hast. Wenn du die Gefühle beobachtest – Wut, Traurigkeit, Glücklichsein – dann verschwinden sie plötzlich und eine noch größere Stille wird erfahren.

Wenn es nichts zu beobachten gibt – dann die Revolution. Dann wendet sich die beobachtende Energie sich selbst zu, denn jetzt kann sie nichts daran hindern; es gibt kein Objekt, keinen Gegenstand mehr. Das Wort Gegenstand ist sehr schön. Es bedeutet einfach das, was dich hindert, was dir im Weg steht. Wenn dein Beobachten keinen Gegenstand mehr hat, dann richtet es sich einfach auf dich selbst, auf die Quelle. Das ist der Punkt, wo man erleuchtet wird.

Meditation ist nur ein Pfad: das Ende ist immer Buddhaschaft, Erleuchtung. Diesen Augenblick zu kennen, ist alles zu kennen. Dann gibt es kein Unglück mehr, keine Frustration, keine Sinnlosigkeit; dann ist das Leben nicht länger zufällig. Es wird zu einem Teil dieses kosmischen Ganzen – einem wesentlichen Teil - und ein ungeheurere Seligkeit steigt auf, dass diese ganze Existenz dich braucht.


Osho: Light on the Path, Chapter 1

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