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About Meditation? Was ist die Verbindung zwischen innerer und äußerer Schönheit?

Was ist die Verbindung zwischen innerer und äußerer Schönheit?

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Die äußere Schönheit kommt aus einer anderen Quelle als die innere. Die äußere Schönheit kommt von deinem Vater und deiner Mutter. Ihre Körper erzeugen deinen Körper. Aber die innere Schönheit kommt aus deiner Bewusstheit, die du aus vielen Leben mitbringst. In deiner Individualität verbindet sich beides, das körperliche Erbe von Vater und Mutter, und das spirituelle Erbe deiner vergangenen Leben, seine Bewusstheit, sein Glück, seine Freude. Also ist es nicht unbedingt notwendig, dass das Äußere ein Spiegel des Inneren wird, noch wird es umgekehrt richtig sein, dass das Innere mit dem Äußeren übereinstimmt.

Aber manchmal geschieht es, dass deine innere Schönheit so groß ist, dein inneres Licht so stark ist, dass dein äußerer Körper es ausstrahlt. Dein äußerer Körper mag nicht schön sein, aber das Licht, das aus deinen Quellen kommt, deinen innersten Quellen ewigen Lebens, wird sogar einen Körper schön und strahlend erscheinen lassen, der im üblichen Sinne nicht schön ist. Aber umgekehrt ist es niemals richtig. Deine äußere Schönheit ist nur oberflächlich. Sie kann deine innere Schönheit nicht beeinflussen.
Im Gegenteil, die äußere Schönheit wird zu einem Hindernis auf der Suche nach dem Inneren: du bist zu sehr mit dem Äußeren identifiziert. Wer wird dann nach den inneren Quellen suchen? Meistens ist es so, dass Menschen, die äußerlich sehr schön sind, im Innern sehr hässlich sind. Ihre äußere Schönheit wird zu einem Schleier, hinter dem sie sich verstecken. Millionen von Menschen erfahren dies jeden Tag. Du verliebst dich in eine Frau oder einen Mann, weil du nur das Äußere sehen kannst. Und in ein paar Tagen, beginnst du seinen inneren Zustand zu erkennen; er stimmt nicht mit seiner äußeren Schönheit überein.
Im Gegenteil: er ist sehr hässlich. Zum Beispiel: Alexander der Große hatte einen sehr schönen Körper, aber er tötete Millionen von Menschen, nur um seinem Ego zu beweisen, dass er der Eroberer der Welt ist. Als er auf dem Weg nach Indien war, traf er einen Mann, Diogenes, der nackt lebte. Der einzige Mann in Griechenland, der so etwas tat, einmalig in dieser Weise. Seine Schönheit war unglaublich, nicht nur die äußere, sondern auch die innere Ausstrahlung war so groß und strahlend, dass sogar Alexander seine Armeen anhalten musste, als er in einem Wald in der Nähe des Flusses ankam. Er hielt sie an, und ging hin, um Diogenes zu sehen - alleine, denn er wollte niemanden wissen lassen, dass es einen Mann gibt, der viel schöner ist, als er selbst.

Es war früh am Morgen und Diogenes nahm ein Sonnenbad, nackt am Flussufer. Alexander konnte nicht glauben, dass ein Bettler... Er hatte nichts, keinen Besitz - sogar Buddha benutzte eine Bettelschale, aber auch die hatte Diogenes weggeworfen. Er war wirklich ohne jeden Besitz, genauso wie er geboren wurde, nackt.
Alexander traute seinen Augen nicht. Er hatte nie so eine wunderbare Persönlichkeit gesehen, und er konnte erkennen, dass diese Schönheit nicht nur äußerlich war. Irgendetwas schimmerte aus dem Inneren hervor, eine subtile Ausstrahlung, eine zarte Aura umgab ihn. Überall um ihn herum war ein Duft, eine Stille.

Wenn das Innere schön wird -- was in deiner Hand liegt - wird das Äußere sich dem Inneren anpassen müssen. Das Äußere ist unwesentlich, es wird das Innere in irgendeiner Weise widerspiegeln müssen. Aber umgekehrt ist es nicht so. Du kannst eine Schönheitsoperation machen lassen, du kannst ein schönes Gesicht haben, schöne Augen, eine schöne Nase; du kannst deine Haut austauschen; du kannst deine Figur verändern. Aber dadurch wird sich dein Wesen nicht ändern. Im Inneren wirst du immer noch gierig bleiben, voller Lust, Gewalt, Ärger, Wut, Eifersucht, mit einer ungeheuren Machtbesessenheit. An all diesen Dingen kann die plastische Chirurgie überhaupt nichts verändern.

Dafür wirst du eine andere Art von Operation brauchen. Sie geschieht hier: du liegst auf dem Operationstisch. Während du immer meditativer und friedlicher wirst, geschieht ein tiefer Einklang mit der Existenz. Du fällst in den gleichen Rhythmus wie das Universum. Auch das Universum hat seinen eigenen Herzschlag. Wenn dein Herz erst einmal im Rhythmus mit dem universellen Herzschlag schlägt, wird er dein Wesen verwandeln -- vom hässlichen Zustand der Animalität in eine echte Menschlichkeit. Und sogar das Menschliche ist nicht das Ende. Du kannst weitergehen, tiefer suchen und einen Platz finden, wo du das Menschliche überwindest und etwas vom Göttlichen in dich eindringt. Wenn das Göttliche einmal da ist, ist es fast wie ein Licht in einem dunklen Haus. Die Fenster werden beginnen, das Licht zu zeigen; sogar die Risse in der Wand oder dem Dach, oder den Türen werden beginnen, das innere Licht zu zeigen. Das Innere ist unglaublich kraftvoll, das Äußere ist sehr schwach. Das Innere ist ewig, das Äußere sehr befristet. Wie viele Jahre bleibst du jung? Und wenn die Jugend verblasst, spürst du wie du langsam hässlich wirst, wenn nicht auch dein inneres Wesen mit deinem Alter wächst. Dann wirst du sogar im hohen Alter eine Schönheit haben, um die Jugendliche dich beneiden können.

Denke daran, dass die Veränderung vom Inneren zum Äußeren geschieht; aber ich sage nicht, dass es zwangsläufig so kommt. Meistens geschieht es, aber manchmal ist das Äußere in einem so schlechten Zustand, dass sogar die innere Ausstrahlung es nicht verändern kann.
Es hat solche Fälle gegeben: ein sehr großer indischer Mystiker - ich habe fast ein halbes Jahr lang unaufhörlich über ihn gesprochen. Sein Name war Ashtavakra; und was er geschrieben hat, ist ungeheuer wichtig. In jedem Satz gibt es so viele Dimensionen zu erforschen, aber der Mann selbst war in einer sehr schwierigen Situation.

Ashtavakra - der Name war ihm gegeben worden, weil er beinahe wie ein Kamel aussah. An acht Stellen war sein Körper deformiert - ein Bein war länger, ein Arm war kürzer, sein Rücken war krumm - an acht Stellen war er deformiert. So war er geboren worden, in einem verkrüppelten, entstellten Körper. Aber selbst in einem verkrüppelten und entstellten Körper ist die Seele so schön, wie in dem allerschönsten Körper.
Er wurde erleuchtet, aber sein Körper war zu starr, um mit dem inneren Wandel mitzugehen. Seine Augen begannen, etwas von der Schönheit zu zeigen, aber der ganze Körper war in solch einem Durcheinander... Es gibt dazu eine Geschichte: Janak war in jenen Tagen der Herrscher von Indien und er war sehr an philosophischen Diskussionen interessiert. Jedes Jahr pflegte er eine große Versammlung von Gelehrten, Philosophen, Theologen und wer sonst teilnehmen wollte, einzuberufen. Es war ein Meisterschaftswettbewerb.

Ein sehr berühmter Philosoph, Yagnavalkya kam etwas zu spät. Die Konferenz hatte begonnen und er sah draußen tausend schöne Kühe stehen. Ihre Hörner waren mit Gold und Diamanten bedeckt. Sie waren der Preis für den Sieger. Es war ein heißer Tag und die Kühe schwitzten. Er sagte zu seinen Schülern: 'Ihr nehmt diese Kühe. Was das Gewinnen des Wettkampfes angeht, da bin ich mir sicher. Warum sollten die Kühe hier leiden? Ihr bringt sie zu unserem Platz.' Sie hatten ihren eigenen Platz im Wald.
Sogar Janak konnte ihn nicht davon abhalten, weil er wusste, das er fünf Jahre lang ununterbrochen der Sieger gewesen war. Und er würde auch dieses Mal siegen, denn es gab niemanden, der ihn schlagen konnte. Es ist nicht richtig, die Belohnung zu nehmen, bevor du gewonnen hast, aber jeder war so von seinem Sieg überzeugt, dass niemand widersprach. Und seine Schüler nahmen alle Kühe mit.
Während Yagnavalkya debattierte, war auch ein sehr unbekannter Gelehrter in der Versammlung. Ashtavakra war der Sohn dieses unbekannten Philosophen.
Seine Mutter wartete darauf, dass ihr Ehemann nach Hause kam. Es wurde spät und das Essen wurde kalt. Also schickte sie Ashtavakra, damit er seinen Vater nach Hause brachte, weil er den Wettbewerb nicht gewinnen konnte. Warum sollte er unnötigerweise seine Zeit verschwenden? Er war ein armer Gelehrter und es gab große Gelehrte dort. Ashtavakra ging. Es waren mindestens tausend Menschen in der Versammlung, die hochgebildeten und erfahrenen Gelehrten des Landes. Als Ashtavakra eintrat und sie seinen entstellten Körper sahen, begannen alle zu lachen. Aber Ashtavakra war ein Mann von ungeheurer Integrität. Als sie anfingen zu lachen, lachte er noch lauter. Wegen seinem lauten Lachen hielten sie an. Sie konnten nicht glauben, dass er lachte.
Janak fragte ihn: 'Ich kann verstehen warum sie lachen - wegen deinem Körper, aber ich kann nicht verstehen, warum du lachst. Und du hast ihr ganzes Gelächter mit deinem Lachen angehalten.' Ein einziger Mann stoppte das Gelächter von tausend Menschen.

Ashtavakra sagte zu Janak, 'Ich dachte, diese Versammlung sei für Gelehrte und Philosophen, aber dies sind alles Schuhmacher. Sie können nur die Haut verstehen. Sie können nicht das Innere sehen, sie können nur das Äußere sehen.'
Es herrschte eine große Stille. Was er sagte, hatte eine große Wahrheit. Janak löste die Versammlung auf und sagte, 'Jetzt würde ich gerne nur Ashtavakra Fragen stellen. Allein durch sein Lachen und seine Behauptung, dass ihr nicht das Innere sehen könnt, sondern nur das Äußere, hat er euch alle geschlagen. Ihr seid alle Schuhmacher.” Schuhmacher arbeiten mit der Haut von verschiedenen Tieren. Ich löse die Versammlung auf, und du Yagnavalka, bringe die eintausend Kühe, denn du hast auch gelacht. Und als Ashtavakra lachte, warst auch du still!'

Es war eine sehr sonderbare Situation; es war noch nie vorgekommen. Und dann begann Janak, der Herrscher, seine lange Befragung. Er stellte die Fragen und Ashtavakra beantwortete sie. Jede Antwort trug soviel Bedeutung und Aussagekraft in sich.
Weil sein Körper in einer so schlechten Verfassung war, konnte er sich nicht mit ihm identifizieren. Manchmal kommt das Glück im Unglück. Er konnte nicht hinaus unter die Leute gehen, denn wo er auch hinging lachten sie: 'Sieh dir den Mann an! Hast du schon mal etwas Hässlicheres gesehen?'
Also war er die meiste Zeit im Haus, meditierte und fragte sich, 'Wer bin ich? Mit Sicherheit bin ich nicht dieser Körper, denn ich kann mir dieses Körpers bewusst sein, ich kann diesen Körper von innen beobachten. Mit Sicherheit muss die Bewusstheit sich vom Körper unterscheiden.'

Wegen seinem verkrüppelten Körper hat er die Erleuchtung erfahren. Das einzige Hindernis ist die Identifikation mit dem Körper. Aber er konnte sich nicht identifizieren; der Körper war so hässlich. Er schaute nie in einen Spiegel, es wäre so ein Schock gewesen.
Aber Yagnavalkya musste die tausend Kühe in Ashtavakras Haus bringen. Er war jung und hatte tausend alte Philosophen besiegt, die in den alten Schriften sehr versiert waren.
Es ist eines der sonderbarsten Dinge in Indien, dass es über jedes Buch, irgendeines prominenten Mystikers, hunderte von Kommentaren gegeben hat, doch niemand at vor mir Ashtavakra kommentiert. Und er muss mindestens fünftausend Jahre alt sein. Fünftausend Jahre lang hat sich niemand damit beschäftigt, seine Schriften anzuschauen, die so bedeutsam sind.
Aber seine innere Erleuchtung, sein inneres Verständnis, konnte seine äußere Erscheinung nicht verändern. Und dennoch hat für diejenigen, die tiefer nach innen gehen, das Äußere keine Bedeutung. Sie hätten sogar in Ashtavakra große Schönheit gesehen, aber sie wäre nicht vom äußeren gekommen, sondern aus dem tiefen Inneren.
Meistens verändert der innere Wandel das Äußere, wenn das Äußere nicht zu starr ist. Aber das Äußere verwandelt niemals das Innere.

Du musst Augen haben, um tief in das Wesen der Menschen hineinzugehen, was nur möglich ist, wenn du selbst nach innen gehst. Je tiefer du in dich selbst hineingehst, umso tiefer kannst du in das Wesen anderer Menschen hineinsehen. Und dann öffnet eine völlig neue Welt ihre Türen.

Flanagan liegt auf dem Sterbebett und Vater Murphy ist gekommen um ihm die letzte Ölung zu geben, 'Mach die Augen auf', sagt der Priester. 'Wir müssen deine unsterbliche Seele retten.' Flanagan öffnet ein Auge, schließt es wieder und versucht einzuschlafen. Er machte gerade ein so schönes Nickerchen...
'Komm jetzt!' sagt Vater Murphy. 'Wenn du nicht beichten willst, sage mir wenigstens: schwörst du dem Teufel ab, und all seinen Taten?'
'Also, ich weiß nicht,' sagt Flanagan, und öffnete wieder ein Auge. 'In einer Zeit wie dieser scheint es nicht sehr geschickt zu sein, irgendjemanden zu verärgern.'

Das Innere kommt heraus, du kannst es kaum verstecken. Jetzt ist er sehr berechnend. Im Augenblick des Todes unnötigerweise jemanden zu verärgern... und wer weiß, wohin du gehst? Es ist besser zu schweigen.

Ein reicher Witwer und seine schöne Tochter sind auf einer Kreuzfahrt. Zufällig fällt das Mädchen über Bord, und Rubin Fingelbaum, ein Siebzigjähriger, springt hinterher und rettet sie.
Nachdem beide an Bord des Schiffes gebracht worden sind, wirft der Witwer seine Arme um Rubin. 'Du hast das Leben meiner Tochter gerettet”, schluchzt er. 'Ich bin ein reicher Mann -- ich werde dir alles geben! Fordere, was du willst!'
'Beantworte mir nur eine Frage,' erwidert Rubin. 'Wer hat mich hineingestoßen?'

Was im Inneren ist, muss nach Außen kommen. Wie kannst du es verstecken?

Kein Schönheitschirurg kann es verändern. Aber du bist fähig, es selbst zu verändern. Es liegt in deiner Hand. Niemand kann dein inneres Wesen beeinflussen, außer dir. Du bist der Meister deiner inneren Welt. Und wenn die innere Welt still wird, werden deine Augen natürlich tiefer, von einer ozeanischen Tiefe. Wenn dein inneres Wesen wolkenlos wird, wird auch dein Gesicht wolkenlos, einfach ein offener Himmel.
Wenn dein inneres Wesen die Quelle deines Lebens entdeckt, die Flamme deines Lebens, beginnt jede Pore deines Körpers etwas von dieser Flamme auszustrahlen.
Dies ist die Regel. Ashtavakra ist eine Ausnahme. Ausnahmen sind nicht die Regel, sie bestätigen nur die Regel. Aber das Umgekehrte ist es niemals zuvor geschehen, und ich glaube nicht, dass es jemals geschehen kann.
Wir versuchen alle, äußerlich schön zu sein: alle Sorten von Make-up, alles Mögliche wird getan, um dein Äußeres zu verschönern.

Ich habe gehört…
Ein Mann fing Fliegen. Schließlich nach zwei oder dreistündigen Bemühungen, hatte er vier Fliegen gefangen. Er sagte zu seiner Frau: 'Ich habe vier Fliegen gefangen: zwei sind männlich, zwei sind weiblich.'
Die Frau sagte: 'Mein Gott, wie hast du herausgefunden, wer männlich und wer weiblich ist?' Er sagte: 'Ganz einfach! Zwei saßen fast zwei Stunden auf dem Spiegel und die beiden anderen haben zwei Stunden lang die Zeitung gelesen!'
Wir sind so sehr mit der Peripherie unseres Wesens identifiziert, dass wir vergessen haben, dass die Peripherie nicht allein existiert; es muss ein Zentrum im Inneren geben.

Und die Suche nach dem Zentrum ist die einzige religiöse Suche - nicht nach Gott, nicht nach dem Himmel, nicht nach irgendwelchen Belohnungen für deine Tugenden, nicht um Hölle und Bestrafung zu vermeiden.
Es gibt nur eine authentische religiöse Suche, und die ist, dein innerstes Wesen zu erkennen. Es ist das Wesen des ganzen Universums. Indem du in deinen innersten Tempel gehst, bist du in den wahren Tempel eingetreten. Alle anderen Tempel sind falsch, vom Menschen hergestellt; alle anderen Götter in diesen Tempeln sind falsch, sie sind vom Menschen gemacht.
Nur eine Sache ist nicht vom Menschen gemacht, und das ist deine innerste
Würde, deine innerste Anmut. Diese Anmut beginnt auch dein äußeres Wesen zu überfluten.
Und diese Anmut verwandelt nicht nur das Innere, sondern gibt auch deinem Äußeren Wesen ein neues Aussehen: eine Unschuld, eine Klarheit, eine Tiefe, einen Frieden, eine Liebe. Dies sind alles Blumen, die um dich herum blühen. Dann wird sogar dein Äußeres so schön, so musikalisch, so ein Freudentanz. Aber du solltest beim Inneren anfangen.


Osho: Sat Chit Anand, Chapter 27

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