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OSHO Times Body Dharma Zentrierung durch den Körper

Zentrierung durch den Körper

Dein Körper hat seine eigene Weisheit, in seinen Zellen steckt die Weisheit von Jahrhunderten.

Dein Körper ist hungrig, du aber fastest gerade, weil deine Religion dir vorschreibt, dass du an diesem Tag fasten sollst. Aber dein Körper ist hungrig. Du vertraust nicht deinem Organismus, du vertraust einer toten Schrift, weil in irgendeinem Buch irgendwer geschrieben hat, dass du an diesem Tag fasten sollst. Also fastest du.

Hör auf deinen Körper! Ja, es gibt Tage, an denen der Körper sagt: 'Faste!' Dann faste! Aber es ist nicht nötig, auf die Heilige Schrift zu hören. Der Mann, der diese Schrift schrieb, hat beim Schreiben nicht an dich gedacht, absolut nicht. Er hätte sich dir nicht einmal vorstellen können. Du warst ihm nicht gegenwärtig, er schrieb nicht über dich. Es ist, als wärest du krank und du gingst ins Haus eines toten Arztes und wühltest dort in seinen Rezepten, suchtest dir eines davon aus und hieltest dich nun daran. Dieses Rezept wurde für einen anderen ausgestellt, für einen anderen Toten, in einer anderen Situation.

Denk daran, deinem eigenen Organismus zu vertrauen. Wenn du spürst, dass der Körper sagt: 'Iss nicht!', dann hör sofort auf. Wenn der Körper sagt: 'Iss!', dann gib nichts drauf, ob nun die Schrift sagt, du sollst fasten oder nicht fasten! Wenn dein Körper sagt: 'Iss dreimal am Tag!' – völlig in Ordnung. Wenn er sagt: 'Iss einmal am Tag!' – völlig in Ordnung.

Lerne allmählich, auf deinen Körper zu hören, denn es ist dein Körper.

Du lebst in ihm, du musst ihn respektieren. Und du musst ihm vertrauen.

Er ist dein Tempel. Es ist gotteslästerlich, deinem Körper etwas aufzuzwingen. Kein Motiv darf es rechtfertigen, ihm etwas aufzuzwingen. Und das wird dich nicht nur das Vertrauen in deinen Körper lehren, es wird dich auch lehren, der Existenz zu vertrauen, denn der Körper ist Teil der Existenz. Dann wird dein Vertrauen zunehmen, und du wirst den Bäumen vertrauen und den Sternen und dem Mond und der Sonne und den Meeren, –du wirst den Menschen vertrauen!

Aber der Anfang des Vertrauens muss das Vertrauen in deinen eigenen Organismus sein.

Vertraue deinem Herzen.

Ein Sannyasin ist jemand, der seinem eigenen Organismus vertraut. Und dieses Vertrauen hilft ihm, in sein eigenes Wesen hinein zu entspannen, und das hilft ihm, in die Gesamtheit der Existenz hinein zu entspannen. Es schenkt dir eine generelle Akzeptanz deiner selbst und anderer.

Vertrauen schenkt dir starke Wurzeln, Standhaftigkeit. Dann fühlst du dich stark und kräftig, denn du ruhst in deinem eigenen Körper, in deinem eigenen Wesen. Du bist im Boden verwurzelt.

Überall seht ihr entwurzelte Menschen, wie Bäume, die aus dem Boden gerissen wurden. Sie sterben langsam, sie leben nicht. Darum gibt es so wenig Freude im Leben, darum siehst du kaum jemanden lachen, darum fehlt das Feiern.

Mitten in eurem Dasein, in eurem Körper, in diesem Moment ist das Göttliche vorhanden, und ihr habt es nicht gefeiert! Ihr könnt es nicht feiern.

Feiern muss zuerst in eurem eigenen Zuhause, in unmittelbarster Nähe stattfinden.

Dann wird eine große Springflut daraus und verbreitet sich über die ganze Existenz.

Osho, The Heart Sutra, Talk #10