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OSHO Times Body Dharma Der Energiekörper

Der Energiekörper

Der zweite Körper, pranamaya kosha, verleiht dir eine neue Freiheit, gibt dir mehr Raum. Der zweite Körper ist größer als der erste; er ist nicht auf deinen physischen Körper beschränkt. Er ist zugleich im physischen Körper wie auch um ihn herum. Er umhüllt dich wie ein subtiles Klima, eine Energie-Aura.

Das ist der Grund, warum Yoga so viel Wert auf das richtige Atmen legt. Der pranamaya kosha besteht aus einer subtilen Energie, die durch das Atmen in dein Inneres gelangt. Wenn du richtig atmest, bleibt dein pranamaya kosha gesund, heil und lebendig.

So jemand fühlt sich nie müde, so jemand ist stets in der Lage, Dinge zu tun, er ist immer verantwortlich, immer bereit, auf den Augenblick einzugehen, er nimmt jede Herausforderung an – er ist immer präsent. Man wird ihn in keinem Moment unvorbereitet finden. Nicht, dass er die Zukunft vorausplante, keineswegs. Aber er hat so viel Energie, dass er bereit ist, auf alles, was kommt, zu antworten. Er hat überströmende Energie.

Man muss verstehen, was es mit dem natürlichen Atem auf sich hat. Beobachtet kleine Kinder: Sie atmen natürlich. Darum sind kleine Kinder so voller Energie. Die Eltern sind erschöpft, aber die Kleinen werden nicht müde!

Woher nehmen sie diese Energie? Sie kommt aus dem pranamaya kosha. Jedes Kind atmet natürlich und nimmt so selbstverständlich mehr prana, mehr Chi auf und speichert es in seinem Bauch. Der Bauch ist sein Speicher, seine Vorratskammer. Beobachtet ein Kind: So wird richtig geatmet. Wenn ein Kind atmet, ist seine Brust überhaupt nicht beteiligt. Sein Bauch hebt und senkt sich: Es atmet sozusagen aus dem Bauch. Alle Kleinkinder haben ein Bäuchlein; das Bäuchlein kommt von ihrer Atmung und dem Energiespeicher.

So wie sie atmen, ist es richtig; erinnere dich daran, nicht zu sehr deine Brust einzusetzen. Ab und zu ist das in Ordnung – in Notfällen: Du rennst um dein Leben, dann kannst du deine Brust einsetzen. Es ist ein Mittel für Notfälle, da kannst du flaches, schnelles Atmen einsetzen und rennen. Aber normalerweise sollte die Brust nicht eingesetzt werden. Und noch eins muss man sich merken: Die Brustatmung ist deshalb nur für Notfälle gedacht, weil man unter Stress sehr schwer normal atmen kann; denn wer normal atmet, bleibt so ruhig und still, dass er nicht rennen kann, nicht kämpfen kann, sich nicht schützen kann.

Wer ständig aus der Brust heraus atmet, wird geistig verspannt sein. Wer ständig aus der Brust atmet, der wird ständig Angst haben. Die Brustatmung ist nur für angstbesetzte Situationen. Wer sie zur Gewohnheit gemacht hat, wird ständig ängstlich und verspannt, auf der Flucht sein. Es ist zwar kein Feind da, aber du wirst dir einbilden, der Feind wäre da. Auf die Art entsteht Paranoia.

Beobachte ein Kleinkind – das ist die natürliche Art zu atmen. Atme auch so. Lass deinen Bauch beim Einatmen anschwellen, lass deinen Bauch beim Ausatmen sinken. Und lass es so rhythmisch geschehen, dass es praktisch zu einem Lied, zu einem Tanz deiner Energie wird – mit Gleichmaß, mit Harmonie ... und du wirst dich so entspannt, so lebendig, so vital fühlen, dass du einfach nicht glauben kannst, wie eine solche Vitalität möglich ist.

Osho, Yoga: The Alpha & Omega

Nächste Woche: Jenseits der Herden-Mentalität