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OSHO Times Emotional Ecology Bewusste Erfahrungen

Bewusste Erfahrungen

In mir steckt eine Traurigkeit, die mir normalerweise nicht bewusst ist. Ich weiss, es ist mein Ego, aber ich habe es einfach satt, wenn mir die Leute ständig sagen, dass ich traurig aussehe. Selbst wenn ich glücklich bin, sagt man mir, dass ich traurig aussehe. Ich weiss einfach nicht, was ich dagegen tun soll.

Mach folgendes: immer wenn jemand zu dir sagt, dass du traurig aussiehst, nimm es voller Dankbarkeit an, sage, dass er recht hat, und du traurig bist. Du fühlst dich nur verletzt, weil du der Tatsache nicht ins Auge sehen willst. Wenn dir jemand sagt, dass du wunderbar bist, fühlst du dich nicht verletzt, sondern du bist dankbar und nimmst es als Kompliment.

Warum bist du also verletzt, wenn dir jemand sagt, dass du traurig aussiehst: Weil du traurig bist, aber es nicht sein willst; niemand soll wissen, dass du traurig bist.

Akzeptiere es; häng dir ein Schild um den Hals:

ICH BIN TRAURIG. BITTE ERINNERT MICH DARAN.

Es wird Wunder wirken. Mach so ein Schild! Das musst du drei Tage lang tragen.

Akzeptiere es. Niemand verletzt dich, niemand will einen anderen verletzen. Die Menschen sind wunderbar. Wenn sie dir sagen, dass du traurig aussiehst, meinen sie damit nur, dass es ihnen eigentlich lieber wäre, wenn du fröhlich wärst...sie möchten, dass du glücklich bist, weil deine Schwermut sie ebenfalls traurig macht.

Du steckst jeden, der in deine Nähe kommt – Freunde, Nachbarn, Liebhaber – mit deiner Traurigkeit an. Du verbreitest eine drückende Atmosphäre um dich und steckst jeden, der sich dir nähert, damit an. Und wenn einer trotz deiner Niedergeschlagenheit lacht, ist das eine Beleidigung. Wenn er dich nicht brüskieren will, höflich sein will, unterdrückt er sein Lachen, selbst wenn er nur gekommen ist, um mit dir guter Dinge zu sein. Und jemand, der dich mag, fühlt mit dir, wenn du traurig bist. Er will dir nur sagen, dass du nicht bedrückt zu sein brauchst, wenn er sagt, dass du traurig aussiehst.

Du bist verletzt, weil du diese Tatsache nicht sehen wolltest, und nun kommt er daher und konfrontiert dich damit. Danke ihm, sei dankbar, dass er dich aufmerksam gemacht hat und versuche nicht, es abzustreiten. Was kannst du schon machen? Wenn du traurig bist, bist du traurig. Versteck dich nicht hinter einem Lächeln, hinter einer Maske, einer Fassade.

Nimmst du deine Traurigkeit erst einmal an, stellst du manchmal plötzlich fest, dass du vergessen hast, niedergeschlagen zu sein und unversehens glücklich bist. Du kannst deine Niedergeschlagenheit von einem Moment zum anderen vergessen. Als ich dir sagte, dass du dir ein Schild um den Hals hängen sollst, hast du völlig vergessen, traurig zu sein.

Niemand ist von Natur aus traurig, es ist nur eine Stimmung, eine Gewohnheit, ein Verhaltensmuster. Du bist traurig, weil du dich entschieden hast, traurig zu sein. Man kann Traurigkeit aber nicht besiegen, wenn man gegen sie kämpft; man muss sie hinter sich lassen. Nimm sie also an, und sei drei Tage lang tief traurig; sobald du merkst, dass du aus Versehen mal glücklich bist, musst du sofort wieder traurig werden, weil du deinem Schild gehorchen musst, sonst fragen dich die Leute, was los ist. Wenn du dich dabei ertappst, wie du lächelst oder etwas Ähnliches machst, musst du ein schlechtes Gewissen haben!

Es ist nur eine alte Gewohnheit, in die du immer wieder hineinrutschst, und um eine Gewohnheit zu behalten, muss man unbewusst sein; eine Gewohnheit kann man nur durch Unbewusstheit am Leben erhalten. Sowie sie dir bewusst wird, verschwindet sie. Sei also drei Tage lang bewusst niedergeschlagen, hartnäckig und unerschütterlich traurig. Lass dich nicht ablenken; wenn du dich dabei ertappst, fasse dich sofort wieder, kehr zurück und sei traurig.

Du wirst es nicht durchhalten!

Osho, Above All, Don't Wobble