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OSHO Times Emotional Ecology Zubeißen!

Zubeißen!

Es ist schlecht, wenn Wut nach innen geht, denn deine ganze Körper-Geist-Struktur wird davon vergiftet. Und wenn du das lange machst … so wie jeder das macht, denn die Gesellschaft bringt dir Kontrolle bei, nicht Transformation.

Die Gesellschaft sagt: „Kontrolliere dich,“ und damit wirfst du alle negativen Dinge tiefer und tiefer ins Unbewusste, und dort bleiben sie erhalten. Dann ist es kein Thema, ob du manchmal wütend bist und manchmal nicht, du bist einfach wütend. Manchmal explodierst du und manchmal nicht, weil du keine Ausrede hast, oder du suchst dir einfach eine Ausrede. Und denk dran, du kannst überall eine Ausrede finden!

Du bist einfach wütend. Weil du soviel Wut unterdrückt hast, kannst du keinen Moment lang friedlich sein, du bist höchstens manchmal weniger wütend und manchmal mehr. Dein ganzes Wesen ist durch die Unterdrückung vergiftet.

Du isst voller Wut … und wenn jemand isst, der nicht wütend ist, dann hat das eine ganz andere Qualität: Es ist schön ihm zuzusehen, weil er gewaltfrei isst. Er mag Fleisch essen, aber er isst es ohne Gewalt, du magst Gemüse und Obst essen, wenn aber deine Wut unterdrückt ist, isst du voller Gewalt.
Beim Essen lassen deine Zähne und dein Mund Gewalt frei. Du zermalmst die Nahrung, als sei sie dein Feind. Und vergiss nicht: Was tun Tiere, wenn sie wütend sind? Sie haben nur zwei Möglichkeiten, sie haben keine Waffen und sie haben keine Atombomben, was bleibt ihnen also? Sie greifen dich mit ihren Krallen oder mit ihren Zähnen an.
Das sind die natürlichen Waffen des Körper: die Krallen und die Zähne. Mit deinen Nägeln kannst du nichts machen, dann sagen die Leute: „Bist du ein Tier?“ Dir bleibt also nur der Mund, um deine Wut oder deine Gewalttätigkeit zum Ausdruck zu bringen … und beißen darfst du auch niemand. Darum sagen wir: „Einen Bissen Brot,“ „einen Bissen von der Mahlzeit,“ „ein paar Bissen“.

Du kannst gewalttätig essen, als sei die Mahlzeit dein Feind. Und denk dran, wenn die Mahlzeit dein Feind ist, dann nährt sie dich nicht richtig, sie nährt alles, was krank in dir ist. Menschen, die ihre Wut stark unterdrück haben, essen mehr und sammeln immer mehr unnötiges Fett im Körper an. Und ist dir aufgefallen, dass fette Menschen fast ununterbrochen lächeln? Unnötigerweise, selbst wenn sie keinen Grund haben, lächeln fette Menschen. Warum? Das ist ihr Gesicht, das ist ihre Maske: Sie haben soviel Angst vor ihrer eigenen Wut und Gewalttätigkeit, dass sie sich immer ein lächelndes Gesicht auflegen müssen – und dann essen sie immer mehr.

Mehr und mehr zu essen ist Gewalt, ist Wut. Und das infiziert deine gesamte Lebensweise, jeden Winkel deines Lebens.

Wenn du isst, bist du wütend, schau dir den Menschen an, wenn er isst. Schau dir den Menschen an, wenn er liebt – die Wut sitzt so tief, dass selbst die Liebe, das Gegenteil von Wut, vergiftet ist, selbst die Nahrungsaufnahme, eine völlig neutrale Tätigkeit, ist vergiftet. Du öffnest die Tür und bist wütend, du legst ein Buch auf den Tisch und bist wütend, du ziehst die Schuhe aus und bist wütend, du schüttelst jemandem die Hand und bist wütend – denn jetzt bist du die personifizierte Wut.
Durch Unterdrückung wird der Geist gespalten. Der Teil, den du akzeptierst, wird zum Bewusstsein, und der Teil, den du ablehnst wird zum Unbewussten. Diese Teilung ist nicht naturgegeben, diese Teilung entsteht durch Unterdrückung. Und all den Müll, den die Gesellschaft ablehnt, wirfst du ins Unbewusste – aber vergiss nicht: alles was du dort hinein wirfst, wird mehr und mehr Teil deiner selbst, es fließt in deine Hände, deine Knochen, dein Blut, deinen Herzschlag. Die Psychologen sagen heute, dass fast achtzig Prozent aller Krankheiten durch unterdrückte Gefühle verursacht werden: Die vielen Herzanfälle bedeuten, dass im Herzen viel Wut unterdrückt wurde, viel Hass, so dass das Herz vergiftet ist.

Warum? Warum unterdrücken die Menschen so viel und werden davon krank? Weil euch die Gesellschaft Kontrolle beibringt und nicht Transformation. Transformation geschieht auf eine ganz andere Art, auf jeden Fall nicht durch Kontrolle – ganz im Gegenteil.

Erstens: Kontrolle heißt, du drückst etwas weg, Transformation heißt, du drückst etwas aus.

Es ist jedoch nicht nötig, sich einer Person gegenüber auszudrücken, denn die Person ist eigentlich nicht wichtig. Wenn du das nächste Mal wütend bist, lauf siebenmal ums Haus, setz dich danach unter einen Baum und schau, wo die Wut geblieben ist. Du hast sie nicht unterdrückt, du hast sie nicht kontrolliert. Du hast sie nicht an jemand anderem ausgelassen – wenn du sie an jemand anderem auslässt, löst du eine Kettenreaktion aus. Denn der andere ist genau so dumm wie du, genau so unbewusst. Wenn du sie an jemandem auslässt, der erleuchtet ist, gibt es keinen Ärger. Er hilft dir, sie rauszuwerfen, durch eine Katharsis zu gehen und sie loszulassen. Aber wenn der andere so ignorant ist wie du und du ihm deine Wut entgegen schleuderst, dann reagiert er. Er wird noch mehr Wut an dir auslassen, denn er hat ebenso viel verdrängt wie du. Dann kommt es zu einer Kettenreaktion. Du lässt deine Wut an ihm aus, er lässt seine Wut an dir aus, und ihr werdet zu Feinden.

Lass deine Wut nicht an anderen aus. Es ist genau so, als ob dir schlecht ist und du dich übergeben musst. Dann gehst du auch nicht hin, und spuckst jemanden an. Wut muss ausgespuckt werden. Du gehst ins Badezimmer und übergibst dich dort. Das reinigt den ganzen Körper. Wenn du sie unterdrückst, wird sie gefährlich. Wenn du dich übergeben hast, fühlst du dich frisch, du fühlst dich erleichtert, entlastet, es geht dir gut, und du bist gesund. Du hattest etwas Falsches gegessen und der Körper stößt es ab. Stopfe es nicht weiter in dich hinein.

Wut ist einfach geistiges Erbrechen. Du hast etwas Falsches zu dir genommen, und deine ganze Psyche will es rauswerfen. Aber es ist nicht nötig, es auf jemand anderen zu werfen.
Damit sich die Menschen nicht gegenseitig mit ihrer Wut bewerfen, schreibt die Gesellschaft ihnen vor, sie zu kontrollieren.

Es ist nicht nötig, die Wut an irgendjemandem auszulassen. Du kannst ins Badezimmer gehen, du kannst einen langen Spaziergang machen. Es bedeutet, dass etwas in dir ist, das schnelle Aktivität braucht, um freigesetzt zu werden. Geh ein wenig joggen! Und du wirst merken, dass sich die Wut auflöst. Schon nach fünf Minuten Katharsis fühlst du dich erleichtert. Wenn du das einmal begriffen hast, wirst du sie nicht mehr an anderen auslassen, denn das ist völlig idiotisch.

Der erste Schritt zur Transformation ist also, die Wut auszudrücken, allerdings nicht gegenüber irgendjemanden; wenn du sie an jemandem auslässt, kannst du sie nie total ausdrücken. Vielleicht möchtest du jemandem umbringen, das geht aber nicht. Vielleicht möchtest du jemanden beißen, das geht aber nicht. Doch du kannst das alles mit einem Kissen machen, das Kissen ist „schon erleuchtet“, es ist ein Buddha. Das Kissen wird nicht reagieren, und das Kissen wird nicht vor Gericht gehen, das Kissen macht dich nicht zu seinem Feind. Das Kissen wird überhaupt nichts tun. Das Kissen wird glücklich sein und über dich lachen.
Der zweite Schritt: Denk daran, bewusst zu bleiben. Um Wut zu kontrollieren, brauchst du nicht bewusst zu sein, das tust du ganz mechanisch, wie ein Roboter. Die Wut kommt, und der Mechanismus setzt ein: Plötzlich wird alles in dir eng und verschlossen. Wenn du bewusst bleibst, kann die Kontrolle nicht so leicht einsetzen.

Die Gesellschaft bringt niemandem bei, aufmerksam zu beobachten. Denn wenn jemand aufmerksam ist, ist er weit offen. Wenn du etwas unterdrücken willst und dabei offen bist, entsteht ein Widerspruch – das Unterdrückte kann rauskommen. Die Gesellschaft bringt dir bei, dich abzukapseln, dich zu verkriechen. Nicht ein kleines Fenster darf offen bleiben, damit ja nichts herauskommt.

Aber vergiss nicht, wenn nichts rauskommt, kommt auch nichts rein. Wenn die Wut nicht rauskommen kann, bist du verschlossen. Du berührst einen schönen Stein und du spürst nichts, du schaust eine Blume an und spürst nichts: deine Augen sind tot und verschlossen. Du küsst einen Menschen – und du spürst nichts, weil du verschlossen bist. Du lebst ein Leben ohne Sensibilität.

Sensibiltät wächst mit Bewusstheit. Kontrolle macht dich stumpf und tot – das ist Teil des Kontrollmechanismus: Wenn du stumpf und tot bist, kann dich nichts mehr berühren, es ist so, als wäre dein Körper eine Wehrburg geworden, ein Verteidigungswall. Nichts kann dich berühren, weder eine Beleidigung, noch die Liebe.

Aber für diese Kontrolle bezahlst du teuer, unnötig teuer: Dein ganzes Leben wird zum Bemühen dich zu kontrollieren – und dann stirbst du ab. Dein Bemühen, dich zu kontrollieren frisst all deine Energie auf und dann stirbst du schließlich ab.

Wut ist schön, Sex ist schön. Aber schöne Dinge können hässlich werden, es hängt ganz von dir ab. Wenn du sie verachtest, werden sie hässlich. Transformierst du sie, werden sie göttlich.

Keine Kontrolle, kein Ausagieren anderen gegenüber, mehr Bewusstheit – dann wandert das Bewusstsein von der Oberfläche zum Zentrum.

Osho, And the Flowers Showered, Talk #3

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