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Lieben

Seid bei all euren Handlungen meditativ und total, selbst wenn es sich um Wut, Hass oder Sexualität handelt. Es ist einfach, sich vorzustellen, dass man seine Wut allein austobt, ohne dass irgendjemand anders anwesend ist, aber man kann auch ganz allein eine Sexorgie feiern, falls man meditativ bei der Sache ist, und danach hat man eine völlig andere Energie.

Wenn du das nächste Mal allein bist, dann mach einfach die Tür zu und geh in den Sexakt hinein, als wäre ein Partner da. Lass es zu, dass dein Körper sich bewegt, sich windet und schreit, lass ihn tun, was immer er will, und sei total bei der Sache.

Vergiss alles, die Gesellschaft, deine Hemmungen und so weiter. Geh allein und mit meditativem Bewusstsein in den Sex hinein, aber halte nichts von deiner Sexualität zurück. Wenn der andere da ist, ist auch die Gesellschaft gegenwärtig, denn der andere repräsentiert die Gesellschaft.

Und es ist schwer, so sehr in der Liebe aufzugehen, dass man das Gefühl verliert, jemand anders sei da. Nur in tiefster Liebe, in tiefster Intimität, kann man mit seinem Geliebten zusammen sein, als wäre er oder sie nicht da. Das ist es, was Intimität bedeutet: Wenn du mit deiner Geliebten oder deinem Liebhaber zusammen sein kannst, als wärst du allein im Zimmer, ohne jede Furcht vor dem anderen, dann kannst du total im Sex aufgehen.

Andernfalls bist du durch die Gegenwart des anderen immer irgendwie gehemmt. Der andere beobachtet dich und du denkst: „Was soll er oder sie nur von mir halten, wenn ich mich aufführe wie ein wildgewordenes Tier?“

Vor ein paar Tagen kam eine Dame zu mir, um sich über ihren Mann zu beschweren. Sie sagte: „Ich kann es nicht ertragen! Jedes Mal, wenn er mit mir schläft, benimmt er sich wie ein Tier.“

Der Partner schaut dir zu: „Was machst du denn da?“ Und da dir beigebracht wurde, dass du nur bestimmte Dinge tun darfst und andere nicht, bist du gehemmt, du kannst nicht total sein.

Nur wenn ihr euch wirklich liebt, könnt ihr euch benehmen, als wärt ihr allein. Zwei Körper, die sich in Liebe vereinigen, schwingen in einem einzigen Rhythmus, und dann kann sich die sexuelle Energie ungehemmt entfalten. Das hat dann nichts mit Brutalität zu tun.

Brutalität ist immer abstoßend – aber Sex muss nichts Abstoßendes haben. Sex kann das Schönste sein, was es gibt – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Wenn sich zwei Menschen vollkommen vereinigen, wenn zwei zu einem einzigen Rhythmus werden, ihr Atem eins wird, wenn sich ihre Lebensenergien zu einem Kreis geschlossen und sich die beiden Personen völlig aufgelöst haben, wenn ihre beiden Körper zu einem geworden sind, wenn es kein Positiv und kein Negativ, kein Männlich und kein Weiblich mehr gibt, dann ist Sex das Schönste, was es gibt.
 

Osho, Auszug aus: Vigyan Bhairav Tantra