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Leben

Du sagst: Osho, du hast uns geraten, uns so zu akzeptieren, wie wir sind. Ich kann das Leben nicht akzeptieren – wenn ich weiß, dass mir etwas wie innere Freude entgeht.

Wenn ich sage, akzeptiere dich, sage ich damit nicht, akzeptiere dein Lebensmuster – versuche nicht, mich misszuverstehen! Wenn ich sage, akzeptiere dich, sage ich damit, lehne alles andere ab – ‚akzeptiere dich.‘ Doch du musst es auf deine Art gedeutet haben. So geht es oft…

Ich habe nicht gesagt, was du verstanden hast.

Lehne alles ab, was man dir aufgezwungen hat – ich sage nicht: akzeptiere es. Akzeptiere deinen innersten Kern, den du aus dem Jenseits mitgebracht hast, und dann wirst du nicht das Gefühl haben, dass dir etwas entgeht. Im gleichen Moment, wo du dich bedingungslos akzeptierst, kommt es plötzlich zu einem Freudenausbruch. Deine Lebensenergie fängt zu strömen an, und das Leben wird wirklich ekstatisch.

Die Freunde eines gewissen jungen Mannes meinten, jetzt sei er tot, doch er lag nur im Koma. Just in dem Moment, als er beerdigt werden sollte, gab er Lebenszeichen von sich, und sie fragten ihn, wie es ist, wenn man tot ist.

„Tot?“, rief er. „Ich war nicht tot. Ich wusste die ganze Zeit, was los war. Und ich wusste auch, dass ich nicht tot war, weil ich kalte Füße und Hunger hatte.“
„Aber wieso hat dir dieser Umstand gesagt, dass du noch am Leben warst?“, fragte einer der Neugierigen.
„Tja, mir war klar, dass ich im Himmel keinen Hunger mehr hätte und an dem anderen Ort keine kalten Füße.“
Du kannst sicher sein, dass du noch nicht tot bist: du hast Hunger, deine Füße sind kalt. Steh einfach auf und jogge ein bisschen!
Ein mittelloser Mann ohne Bildung und gesellschaftlichen Schliff verliebte sich in eine Millionärstochter. Sie lud ihn ein, ihre Eltern auf ihrem eleganten Landsitz kennen zulernen. Der Mann war durch die luxuriöse Einrichtung, die Dienerschaft und all die anderen Attribute des Wohlstands eingeschüchtert, schaffte es aber trotzdem, entspannt zu wirken – bis es zum Abendessen kam.

Am pompösen Esstisch, angeheitert durch den Wein, furzte er laut. Der Vater des Mädchens schaute auf, sah auf seinen Hund, der zu Füßen des bemitleidenswerten jungen Mannes lag, und sagte drohend: „Rover!“ Der junge Mann war erleichtert, dass dem Hund die Schuld zugeschoben wurde, und so furzte er wenige Minuten später erneut. Sein Gastgeber sah den Hund an und sagte wieder, diesmal mit noch lauterer Stimme: „Rover!“
Wenige Minuten später furzte er zum dritten Mal. Das Gesicht des reichen Mannes verzerrte sich vor Wut und er donnerte: „Rover, mach dass du da wegkommst, bevor er dich von oben bis unten vollscheißt!“

Noch ist es Zeit – mach dass du wegkommst aus dem Gefängnis, in dem du bis jetzt gelebt hast!
Es gehört nur etwas Mut dazu, der Mut des Spielers. Und vergiss nicht: es gibt nichts zu verlieren. Du kannst nur deine Fesseln verlieren – du kannst deine Langeweile verlieren, du kannst das ständig in dir nagende Gefühl verlieren, dass dir etwas entgeht. Was gibt es noch zu verlieren? Komm weg von dem alten Gleis und akzeptiere dein eigenes Wesen – egal was Moses, Jesus, Buddha, Mahavira, Krishna sagen.
Akzeptiere dich.

Du bist keinem Buddha oder Zarathustra oder Kabir oder Nanak verantwortlich; du bist nur dir selbst verantwortlich.

Sei verantwortlich – und wenn ich das Wort „verantwortlich“ gebrauche, denke bitte daran, es nicht falsch zu deuten. Ich spreche nicht von Pflichten und Verantwortlichkeiten, ich benutze das Wort nur in seiner wörtlichen Bedeutung: antworte auf die Wirklichkeit, sei verantwortlich.

Du musst ein verantwortungsloses Leben geführt haben, allen möglichen Pflichten nachkommend – weil die andern es so von dir erwarten.

Was gibt es zu verlieren? Du langweilst dich – ein guter Ausgangspunkt. Dir fehlt der Lebenssaft – was fehlt dir sonst noch, um aus dem Gefängnis auszubrechen? Spring heraus, schau dich nicht um!

Man sagt: Überleg es dir, bevor du springst.
Ich sage: Spring erst, danach kannst du soviel überlegen, wie du willst.
 

Osho,
manchmal, wenn du sprichst, schwebt mir vor, eine Art Alexis-Sorbas-Existenz zu führen – essen, trinken und fröhlich sein – voller Lust und Leidenschaft, und dann meine ich: da geht’s lang. Zu anderen Zeiten meine ich, dich sagen zu hören: still dasitzen, wachsam und reglos wie ein Mönch – da geht’s lang.
Was sollen wir also sein – Sorbas oder Mönch – und wie kann ein Verschnitt aus beiden möglich sein? Ich spüre, dass du die Widersprüche für dich gelöst hast, aber können wir sowohl Sorbas sein, bewegt durch Leidenschaft und Verlangen, als auch Buddha, leidenschaftslos, ruhig und gelassen?

Das ist die höchste Synthese – wenn Sorbas zu Buddha wird. Ich versuche hier nicht, Sorbas den Griechen sondern Sorbas den Buddha zu schaffen. Sorbas ist wunderschön, aber etwas fehlt. Ihm gehört die Erde, aber der Himmel fehlt. Er ist erdverbunden, verwurzelt wie eine riesige Zeder, aber er hat keine Flügel. Er kann nicht in den Himmel fliegen. Er hat Wurzeln, aber keine Flügel.

Essen und trinken und fröhlich sein ist an sich ausgezeichnet: es ist nichts falsch daran. Aber es reicht nicht aus. Bald wirst du genug davon haben. Man kann nicht immerzu essen, trinken und fröhlich sein. Bald verwandelt sich das lustige Karussell in eine traurige Tretmühle, weil es ewig das gleiche sein wird. Nur ein sehr mittelmäßiger Geist kann damit glücklich bleiben. Mit etwas Intelligenz wirst du früher oder später feststellen, wie absolut sinnlos das Ganze ist. Wie viel länger kannst du essen, trinken und fröhlich sein? Früher oder später muss man sich die Frage stellen: was soll das alles? Wozu? Es ist unmöglich, dieser Frage lange auszuweichen. Und wenn du sehr intelligent bist, ist sie immer da, beharrlich da, auf dein Herz einhämmernd, um Antwort zu bekommen: gib mir die Antwort – warum?

Und eines darf nicht vergessen werden: es sind nicht die armen, hungernden Menschen, die das Leben irgendwann satt haben – nein. Sie können es nicht satt haben. Sie haben noch nicht gelebt – wie können sie es satt haben? Sie haben Hoffnungen. Ein armer Mensch hat immer Hoffnungen: Ein armer Mensch wünscht sich immer, dass etwas passieren möge, hofft, dass bald etwas passiert. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen. Wenn nicht in diesem Leben, dann im nächsten Leben.

Was meint ihr, wer diese Leute sind, die den Himmel als Playboy-Club beschrieben haben – wer sind diese Leute? Hungrige, Arme, die es versäumt haben zu leben. Sie projizieren ihre Wünsche auf den Himmel. Im Himmel gibt es Flüsse voller Wein. Wer sind diese Leute, die sich Flüsse voller Wein ausdenken? Sie müssen ihn hier entbehrt haben. Und dort gibt es wunscherfüllende Bäume! Du setzt dich darunter, wünschst dir etwas, und kaum hast du dir etwas gewünscht, ist es auch schon erfüllt. Es vergeht überhaupt keine Zeit zwischen dem Wunsch und seiner Erfüllung, da ist kein Schatten dazwischen. Es passiert sofort, augenblicklich.

Wer sind diese Leute? Ausgehungerte, die nicht imstande waren, ihr Leben zu leben. Wie können sie das Leben satt haben? Sie haben nichts erlebt – nur durch Erfahrung macht man Bekanntschaft mit der absoluten Sinnlosigkeit des Ganzen. Nur Menschen wie Sorbas machen mit der absoluten Sinnlosigkeit des Ganzen Bekanntschaft.
 

Osho, Auszug aus: The Perfect Master

lign='left'>Osho, Auszug aus: Die Gans ist raus Die Welt hat schon so schöne, verrückte Menschen gesehen! Genauer gesagt, alle großen Menschen der Welt sind ein klein wenig verrückt gewesen – verrückt in den Augen der Welt. Man nannte sie verrückt, weil sie nicht unglücklich waren, weil sie nicht in Angst lebten, keine Angst vorm Tod hatten, sich keine Sorgen um Kleinigkeiten machten. Sie lebten jeden Moment aus, mit Rückhaltlosigkeit und Intensität, und durch diese Rückhaltlosigkeit und Intensität wurde ihr Leben zu einer wunderschönen Blüte, sie waren voller Duft, voller Liebe und Leben und Lachen.

Aber das kränkt natürlich Millionen Leute, die um dich herum sind. Sie können den Gedanken nicht zulassen, dass du etwas erreicht hast, was sie verpasst haben; sie werden alles versuchen, um dich herunterzuziehen. Ihre Missbilligung ist nichts anderes als der Versuch, dich unglücklich zu machen, dir deinen Tanz zu verderben, dir deine Freude zu nehmen, damit du dich wieder in die Herde einreihen kannst.

Man muss seinen Mut zusammennehmen – und wenn die Leute behaupten, du bist verrückt, dann freu dich bei dem Gedanken. Sag ihnen: „Ihr habt recht – in dieser Welt können nur verrückte Leute froh und glücklich sein. Ich habe die Verrücktheit gewählt und damit Freude, Glück und Tanz; ihr habt die Vernunft gewählt und damit Unglück, Angst und Hölle – unsere Geschmäcker sind verschieden. Seid ihr nur klug und bleibt unglücklich; aber lasst mich in meiner Verrücktheit zufrieden. Fühlt euch dadurch nicht beleidigt. Ich empfinde euch alle auch nicht als Beleidigung – so viele vernünftige Menschen auf der Welt, und ich empfinde es nicht als Beleidigung!“

Es ist nur eine Frage der Zeit, von ein wenig Zeit… Sehr bald, wenn sie dich als verrückt akzeptiert haben, werden sie dich nicht mehr belästigen; dann kannst du ins volle Licht treten mit deinem ursprünglichen Wesen, kannst du alles Unechte an dir fallen lassen.

Unsere ganze Erziehung schafft eine Spaltung mitten durch unser Bewusstsein. Wir müssen der Gesellschaft, der Masse, der Welt ein bestimmtes Gesicht zeigen – dein wahres Gesicht braucht es nicht zu sein; vielmehr darf es gar nicht dein wahres Gesicht sein. Du darfst nur das Gesicht zeigen, das die Leute sehen wollen, das die Leute gut finden, das für sie, für ihre Ideologien, für ihre Traditionen akzeptabel ist – und dein eigentliches Gesicht musst du für dich behalten.

Diese Spaltung wird so unüberbrückbar, weil du die meiste Zeit in der Masse bist, Leute triffst, mit Leuten zu tun hast. Nur ganz selten bist du allein. Natürlich wird dann die Maske immer mehr Teil von dir, mehr noch als dein wirkliches Wesen selbst.

Und die Gesellschaft weckt in jedem eine bestimmte Angst – die Angst vor Zurückweisung, die Angst, jemand könnte über dich lachen, die Angst, dein Ansehen zu verlieren, die Angst davor, was die Leute wohl sagen werden. Du musst dich an lauter blinde und unbewusste Leute anpassen, du darfst nicht du selbst sein. Das ist unsere allererste Tradition bis heute, überall auf der Welt: dass niemand einfach er selbst sein darf.

Sobald der andere ins Spiel kommt, geht es dir weniger um dich selbst; dir geht es mehr darum, was seine Meinung über dich sein wird.

Wenn du im Badezimmer allein bist, wirst du fast zum Kind, schneidest du manchmal Fratzen vorm Spiegel. Aber wenn dir plötzlich bewusst wird, dass jemand durchs Schlüsselloch guckt, und sei es nur ein kleines Kind, änderst du dich augenblicklich, wirst du wieder dein normales, altes Selbst – ernst, nüchtern, so wie es die Leute von dir erwarten.

Und das Erstaunliche ist, dass du vor diesen Leuten Angst hast und sie vor dir Angst haben – jeder hat vor jedem Angst. Niemand lässt seine Gefühle zu, seine Realität, seine Authentizität. Dabei will es jeder, denn es ist ausgesprochener Selbstmord, ständig dein ursprüngliches Gesicht zu unterdrücken.

Du bist allein deinem wahren Wesen verantwortlich. Handle ihm nicht zuwider, weil dies Selbstmord bedeutet, Selbstzerstörung. Und was ist der Gewinn? Selbst wenn die Leute dir Achtung erweisen und glauben, dass du ein sehr besonnener, respektabler, ehrbarer Mensch bist: diese Dinge werden dein Wesen nicht nähren. Sie werden dir kein bisschen mehr Einsicht in das Leben und seine ungeheure Schönheit gewähren.

Du bist allein auf der Welt. Allein bist du auf die Welt gekommen, allein bist du hier, und allein wirst du die Welt verlassen. All ihre Meinungen werden zurückgelassen sein; nur deine ursprünglichen Gefühle, deine authentischen Erfahrungen werden noch über den Tod hinaus mit dir sein.

Selbst der Tod kann dir deinen Tanz, deine Freudentränen, die Reinheit deines Alleinseins, deine Stille, deine Heiterkeit, deine Ekstase nicht nehmen. Das, was der Tod dir nicht nehmen kann, ist der einzig wirkliche Schatz; und das, was dir von irgendwem genommen werden kann, ist kein Schatz – du lässt dich nur zum Narren halten.

Deine einzige Sorge sollte sein, jene Eigenschaften zu pflegen und zu schätzen, die du mitnehmen kannst, wenn der Tod deinen Körper, deinen Verstand zerstört – denn diese Eigenschaften werden deine einzigen Gefährten sein. Sie sind die einzig wahren Werte. Und die Menschen, die sie erlangen – sie allein sind lebendig; die anderen geben nur vor zu leben.
 

Osho, Auszug aus: The Hidden Splendor

Nächste Woche:
Eine Einstellung zum Leben: Der beste Weg es zu verpassen, 1. Teil