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Einen Menschen zu finden, der nicht schon ein- oder zweimal an Selbstmord gedacht hätte, ist sehr schwer. Im Durchschnitt denkt jeder Mensch viermal in seinem Leben an Selbstmord. Er begeht ihn nicht, das steht auf einem anderen Blatt … vielleicht hat er nicht den nötigen Mumm dazu, vielleicht hat er Angst vor dem, was nach dem Tod passieren wird. Wer weiß? Es könnte noch viel schlimmer kommen als im Leben. Mit dem Leben zumindest kennt man sich aus, das ist einem vertraut. Es ist riskant, sich aufs Unbekannte einzulassen.

Inder begehen nicht viel Selbstmord, weil sie glauben, dass sie wieder zurückgeschickt werden, wozu also das Ganze? – Millionen von Malen muss man geboren werden. Alle indischen Religionen suchen und forschen nicht nach Gott, denkt daran, sondern nach der Freiheit vom Leben, Freiheit vom Kreislauf von Leben und Tod. Wie können diese Leute jubeln, und wie können diese Leute Gott danken? Sie beschweren sich, und ihre Beschwerden sind sehr laut. Sie sagen damit: „Wir wollen nicht geboren werden. Wir wollten nie geboren werden. Warum hast du uns nicht erst gefragt? Das ist unfair! Es ist nicht ein Geschenk, es ist unfair, uns in ein Leben reinzuschicken, um das wir nie gebeten haben. Und es ist unfair, uns immer wieder in ein Leben zu schicken, das nichts als Unglück ist.“

Aber das Leben ist nicht Leiden. Erst unsere Umgangsweise damit, unsere Sichtweise lässt das Leben hässlich werden. Unsere Sicht ist verzerrt, nicht das Leben selbst. Unser Spiegel ist verzerrt, nicht das Leben selbst. Das Leben wirkt verzerrt, weil der Spiegel verzerrt ist.
 

Osho, Auszug aus: The Dhammapada: The Way of the Buddha