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Osho E i n e Weltregierung

E i n e Weltregierung

 
Vor dem zweiten Weltkrieg hat der Völkerbund es schon einmal mit einer Weltregierung versucht, aber er konnte nichts ausrichten, es blieb ein reiner Debattierklub. Der zweite Weltkrieg zerstörte endgültig die Glaubwürdigkeit des Völkerbundes. Aber die Notwendigkeit bestand nach wie vor. Darum musste man die Vereinten Nationen gründen, die UNO. Aber die UNO ist ebenso sehr gescheitert wie der Völkerbund. Sie ist auch wieder nur ein Debattierklub, denn sie hat keine Macht. Sie kann nichts ausrichten, sie ist reine Formsache, ein Klub zum Diskutieren. 
 
Um Erfolg haben zu können, ist es das Einfachste, man macht sie zur Weltregierung. Alle Nationen sollten ihr Militär, ihre Waffen der Weltregierung überantworten. Wenn es nur eine einzige Regierung gibt, werden natürlich weder Armeen noch Waffen gebraucht. Mit wem soll man Krieg führen? 
 
Heute ist jedes große Land, jede Großmacht, mit Atomwaffen gespickt, in einem Maße, dass wir, wenn wir wollten, siebentausend Erden wie diese vernichten könnten, auf der Stelle. Soviel Atommacht existiert, steht zur Verfügung: genug, um jeden Menschen siebentausend Mal zu vernichten. 
 
Wir haben auch genug Gas-Waffen, um alles Leben auf der Erde fünftausend Mal zu vernichten. Das ist nicht nötig - einmal wäre genug! Aber Politiker wollen kein Risiko eingehen. Ihre Gesichter sind lauter Masken. Sie sagen das eine und tun das andere. Politiker sind im Grunde, im Kern, impotent - daher ihr Drang zur Macht. Sie spüren ihre Schwäche, ihre Unterlegenheit und Machtlosigkeit; sie wissen, dass sie Niemande sind. Aber wenn sie es schaffen, den Mob des Mittelmaßes davon zu überzeugen, dass sie seine Bedürfnisse erfüllen werden, kommt es zu einer beiderseitigen Abmachung, einem Kuhhandel. Dann geben die Massen ihnen die Macht. Und wenn sie erstmal die Macht haben, vergessen sie all ihre Versprechungen; in Wirklichkeit hatten sie sie nie ernst gemeint. Kaum haben sie die Macht, seht ihr ihre wahren Gesichter. 
 
Der Politiker ist nichts anderes als ein Egoist. Innen fühlt er sich unterlegen - und vor diesem Unterlegenheitsgefühl hat er Angst. Er möchte jemand sein, damit er dieses Unterlegenheitsgefühl vergessen kann. Macht gibt ihm die Gelegenheit: er kann sehen, wie er Millionen von Menschen unter seinem Daumen hat. Er kann sich überzeugen, dass er kein Niemand ist, dass er jemand Besonderes ist, und fängt nun an, sich entsprechend aufzuführen. Er fängt an, die Macht zu missbrauchen. Sobald er an der Macht ist, möchte er sie nie wieder aus der Hand geben, weil er unbewusst genau weiß, dass er, wenn er keine Macht mehr hat, seine Leere, sein Unterlegenheitsgefühl, seine Ohnmacht konfrontieren muss. 
 
Und in den Händen solcher Menschen liegt die Macht. 
 
.. Jeder Dussel kann auf einen Knopf drücken und die gesamte Menschheit erledigen - alles Leben auf der Erde. 
 
Die Vereinten Nationen so11ten umgewandelt werden - von einer Pro-Forma-Organisation zu einer wirklichen Weltregierung, und alle Nationen sollten ihr ihre Truppen und Waffen ausliefern. Dann lassen sich Wege finden, die Waffentechnologie für kreative Zwecke einzusetzen. Und Millionen von Menschen aus den Heeren werden für solche kreativen Arbeiten freigestellt sein. Und all die Wissenschaftler, die jetzt der Macht der Regierungen ausgeliefert sind, werden unter der UNO zu einem geschlossenen Kontingent. 
 
Jeder Premierminister der existierenden Länder wird ein Mitglied der Weltregierung werden, und alle Premierminister der Länder, die sich zu einer Weltregierung zusammenschließen, werden weiterhin funktionale Aufgaben wahrnehmen. Sie werden keine wirkliche Macht haben, weil sich die Frage, wer wen überfallen könnte, gar nicht stellt. Sie werden sich einfach nur um die Eisenbahnen und die Postämter usw. in ihren Ländern kümmern. 
 
Es ist möglich, dass ein paar Regierungen sich der Weltregierung nicht anschließen; dann müssen sie völlig boykottiert werden, so als würden sie gar nicht existieren. Es darf keine Beziehung mit ihnen geben, keine Kommunikation, denn das ist das einzige Mittel, sie dazu zu bringen, sich anzuschließen. Und einer Weltregierung können sie nicht standhalten. Sie werden sich ergeben müssen. Es ist besser, sich mit Anstand zu ergeben. Und dann werden sie ihre eigene Regierung haben, ihre eigenen Schutzkräfte, eine nationale Truppe, die innere Angelegenheiten regelt. Aber sie werden keine Atomwaffenwerke haben, und keine Millionen von Leuten, die sich mit der unnötigen Aufgabe beschäftigen, wie man Menschen tötet. 
 
Die Mitglieder der Weltregierung werden den Weltpräsidenten wählen. Aber der Weltpräsident wird nicht aus dem Mitgliederkreis der Weltregierung gewählt, sondern kommt von außen. Und eines sollte von vornherein feststehen, was ihn betrifft - dass er kein Politiker ist. Er kann ein Dichter sein, ein Maler, ein Mystiker, ein Tänzer, aber kein Politiker. Alles, nur das nicht. Auf diese Weise also werden wir die Macht der Politik zerstören, die früher das ganze Krebsgeschwür war. 
 
Die UNO sollte, so wie sie heute ist - mit ein paar Ländern, die Veto-Recht haben – aufgelöst werden. 
 
Das ist wieder so ein Macht-Trip, und viele Probleme sind daraus entstanden: eine einzige Regierung darf etwas verbieten, was die ganze Welt betrifft! Stattdessen wird die Stimme der Präsidenten jedes Landes genau so viel wiegen, wie es der Anzahl der Abiturienten, der Absolventen der höheren Schulbildung in seinem Lande entspricht. Das wird die gesamte Struktur der Macht auf der Welt verändern. Dann lassen sich die Einzelheiten sehr leicht ausarbeiten.