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Gedanken anhalten

Deine Gedanken haben weder Wurzeln noch eine Heimat; sie wandern wie die Wolken. Du brauchst sie also nicht zu bekämpfen, du brauchst nicht gegen sie zu sein, du brauchst sie noch nicht einmal anzuhalten.

Das muss dir wirklich bis ins Innerste klar werden: denn fast jeder, der sich zum erstenmal mit Meditation befasst, beginnt damit, die Gedanken anhalten zu wollen. Und wenn du erst einmal anfängst, die Gedanken anhalten zu wollen, hören sie nie und nimmer auf, denn schon die bloße Anstrengung, sie zum Stillstand zu bringen, ist wiederum ein Gedanke. Die Anstrengung, meditieren zu wollen, ist ein Gedanke, der bloße Wunsch, die Buddhaschaft zu erlangen, ist ein Gedanke. Und wie willst du den einen Gedanken mit einem anderen aufhalten? Wie willst du den geistigen Prozess überhaupt zum Stillstand bringen, wenn du dazu einen anderen geistigen Prozess einleitest? Dann klammerst du dich an den zweiten, und das geht dann unendlich so weiter – ad nauseam. Dann kommst du nie zum Ende.

Kämpfe nicht – denn wer ist es, der kämpft? Wer bist du? Nichts als ein Gedanke – mache also nicht aus dem einen Gedanken ein Schlachtfeld für andere Gedanken. Mache dich vielmehr einfach zum Zeugen, der die Gedanken betrachtet, wie sie vorbeitreiben. Sie hören auf; aber nicht, weil du sie zum Stillstand zwingst. Sie hören dadurch auf, dass du immer bewusster wirst, nicht, weil du dich bemüht hast, sie zum Anhalten zu bringen.

Osho, Tantra: Die höchste Einsicht, Kapitel 2