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Osho Osho On Topics Gedanken

Gedanken

Der Verstand existiert nicht als feste, separate Einheit – das ist also das erste. Es gibt nur Gedanken.

Und das zweite: die Gedanken existieren getrennt von dir, sie sind nicht mit deiner Natur identisch. Sie kommen und gehen – du aber bleibst, du änderst dich nicht. Du bist wie der Himmel; er kommt nie und er geht nie, er ist immer da. Wolken kommen und gehen, sie sind Erscheinungen des Augenblicks, sie sind nicht ewig. Selbst wenn du versuchst, dich an einen Gedanken zu klammern, kannst du ihn nicht lange halten, er muss weiter ziehen, er hat seine eigene Geburt und seinen eigenen Tod. Gedanken gehören nicht dir, sie sind nicht deine Gedanken. Sie kommen als Besucher, als Gäste, aber sie sind nicht der Gastgeber.

Beobachte es genau, und dabei wirst du zum Gastgeber und die Gedanken werden zu Gästen. Und als Gäste sind sie schön. Denn nur, wenn du völlig vergisst, dass du der Gastgeber bist, nur wenn sie zum Gastgeber werden, kommst du in Schwierigkeiten. Das bezeichnet man auch als die „Hölle“. Du bist der Herr des Hauses, das Haus gehört dir, und die Gäste haben sich des Hauses bemächtigt. Empfange sie, kümmere dich um sie, aber identifiziere dich nicht mit ihnen; sonst werden sie die Herren.

Der Verstand ist deswegen zum Problem geworden, weil du die Gedanken so tief in dich hast eindringen lassen, dass du völlig die Distanz zu ihnen verloren hast, dass du vergessen hast, was sie sind: Besucher, die kommen und gehen. Nie darfst du das in dir vergessen, was immer bleibt: das ist dein wahres Wesen, dein Tao. Richte dein Augenmerk immer auf das, was nie kommt und nie geht, was wie der Himmel ist. Ändere deine Blickrichtung: richte dein Augenmerk nicht auf die Besucher, sondern behalte den Gastgeber im Auge; die Besucher kommen und gehen.

Osho, Tantra: Die höchste Einheit, Kapitel 2