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Osho Wissenschaft im Dienste der Kreativität

Wissenschaft im Dienste der Kreativität

 
Wir haben es mit Religionen versucht und sind gescheitert. Wir haben es mit Politik versucht und sind gescheitert. 
 
Jetzt müssen wir es mit der Wissenschaft versuchen. Gebt ihr eine Chance, denn in dreihundert Jahren hat sie mehr Fortschritte gemacht, als die Menschheit in ihrer gesamten Geschichte von Jahrhunderttausenden. 
 
Somit schlage ich euch vor, dass die ganze Welt eine gemeinsame Akademie der Wissenschaften haben sollte, damit es keinen russischen Wissenschaftler, keinen amerikanischen Wissenschaftler, keinen hinduistischen Wissenschaftler, keinen christlichen Wissenschaftler mehr gibt - all das ist vorbei. Diese Akademie wird alle Genies der Welt in sich vereinen. 
 
Die Wissenschaft hat eine solche Komplexität entwickelt, dass es für individuelle Wissenschaftler nicht mehr möglich ist, allein zu arbeiten. Sie brauchen ungeheure Unterstützung seitens der Politiker. Ihre Forschungsprojekte sind so teuer, dass nur Regierungen sehr reicher Länder sie sich leisten können. Damit ist der Wissenschaftler den Politikern als ahnungsloses Opfer in die Hände gefallen. 
 
Jetzt arbeitet er als Diener des Nationalismus, des Kommunismus, des Faschismus, des Kapitalismus - er ist kein unabhängiger Sucher mehr, er ist ein Rädchen in irgendeiner politischen Ideologie. Er arbeitet und macht Entdeckungen, aber er hat keinerlei Kontrolle über seine eigenen Entdeckungen. Die Kontrolle liegt in den Händen der Politiker. Sie entscheiden, in welche Richtung er zu forschen hat; andernfalls werden sie seinem Projekt die finanzielle Unterstützung versagen. 
 
Das lässt sich nur dann ändern, wenn zwei Dinge zur Wissenschaft hinzukommen. Das eine ist, dass sie nicht bei der rein objektiven Forschung stehen bleiben darf, sondern auch die subjektiven Türen des Bewusstseins öffnen sollte. Der Wissenschaftler sollte nicht mehr nur an Objekten weiterarbeiten - er muss auch am Wissenschaftler selbst arbeiten. 
 
Bisher hat er sein eigenes Bewusstsein geleugnet. Das ist eine so absurde Einstellung, so unlogisch und so unwissenschaftlich, dass sie den Wissenschaftler eher in die Nachbarschaft der abergläubischen so genannten Religionen stellt. Die Religionen glauben blind an einen Gott, über den sie nichts wissen, und der Wissenschaftler weigert sich strikt, an sich selber zu glauben. Dieser Aberglaube ist ungeheuerlich, unglaublich. Wenn da niemand in deinem Inneren ist, wenn es in dir kein Bewusstsein gibt, wer ist es dann, der die Geheimnisse der Materie, der Natur und des Lebens entdeckt? Bis auf den heutigen Tag hat sich die Wissenschaft in diesem Punkt wie ein alter Aberglaube verhalten. Sie hat sich benommen wie die Religionen. 
 
Solange die Naturwissenschaft nicht auch die Dimension der eigenen Innerlichkeit erschließt, wird sie kein umfassendes Fach sein, kein ganzes Fach, wird sie einseitig bleiben, wird ihr Blickwinkel nur die halbe Wahrheit erfassen. 
 
Die Naturwissenschaft wird ungeheuer an Bedeutung gewinnen, wenn sie die Subjektivität hinzuzieht, wenn sie zu den Methoden der Konzentration die Methoden der Meditation hinzufügt. 
 
Die Methoden der Konzentration führen nach außen, sie sind extrovertiert. Naturwissenschaft erfordert einen Geist, der die Fähigkeit hat sich zu konzentrieren. Meditation erfordert die Fähigkeit, den Verstand hinter sich zu lassen, ins Schweigen einzutreten, bedingungslos zu einem reinen Nichts zu werden. 
 
Solange die Naturwissenschaft Meditation nicht als stichhaltige Forschungsmethode anerkennt, wird sie eine halbherzige Forschung bleiben; und ihre Halbherzigkeit macht sie gefährlich, denn so kann sie leicht den Zwecken des Todes dienen - weil ihr das Bewusstsein nichts bedeutet, sondern nur die tote Materie. Also ist es egal, ob Nagasaki passiert oder Hiroshima passiert oder ob gar der ganze Erdball Selbstmord begeht. Es ist egal, denn alles ist Materie - es gibt kein Bewusstsein! Nichts geht verloren. Der Wissenschaftler wird nur dann gegen die Politiker revoltieren, wenn die Dimension der Meditation seiner Forschung, seiner Arbeit hinzugefügt wird. 
 
Zweitens muss der Wissenschaftler sich heute daran erinnern, dass er den Politikern selbstzerstörerische Atomwaffen liefert. Er vergeht sich gegen die Menschheit, er vergeht sich gegen den neuen Menschen, die neue Menschheit. Er vergeht sich gegen seine eigenen Kinder. Er sät die Saat des Todes aller. 
 
Es ist Zeit, dass die Naturwissenschaftler unterscheiden lernen zwischen dem, was dem Leben hilft, und dem, was das Leben zerstört. Nur ihren Gehältern und Bequemlichkeiten zuliebe sollten sie nicht wie die Sklaven und Roboter weitermachen und für einen Krieg und eine Zerstörung von nie da gewesenen Ausmaßen arbeiten. Auch der Naturwissenschaftler muss jetzt ein Revolutionär werden. Er muss in erster Linie ein spiritueller Sucher sein, und in zweiter Linie muss er ein Revolutionär sein. Der Naturwissenschaftler muss sich darauf besinnen, dass er nicht dem Tod dienen darf - koste es, was es wolle. Er darf nicht der Richtung der Politiker folgen, er muss selbst entscheiden, was der Umwelt hilft, was einem besseren Leben, einem schöneren Dasein dienlich ist. Und er muss die Politiker anprangern, wenn sie ihn zwingen, im Dienst des Todes zu arbeiten. Er muss sich total verweigern, egal wo - in der Sowjetunion, in Amerika, in China, in jedem Land, überall auf der Welt. Die Naturwissenschaftler brauchen einen eigenen, weltweiten Verband, der darüber bestimmen kann, welche Forschungsprojekte in Angriff genommen und welche fallengelassen werden sollen. 
 
Genauso, wie einst die Wissenschaftler gegen die Religion und ihre Diktate revoltiert haben, müssen sie auch heute wieder revoltieren - gegen die Politiker und deren Diktate. Die Wissenschaftler müssen auf eigenen Füßen stehen und absolut klar zu verstehen geben, dass sie sich nicht werden ausbeuten lassen. Sie werden überall ausgebeutet. Nur weil man ihnen Nobelpreise und große Ehren verleiht, sind sie bereit, die ganze Menschheit für ihre Nobelpreise, für all ihre stupiden Auszeichnungen aufzuopfern. Sie dürfen sich nicht länger wie Kinder benehmen. Diese Auszeichnungen und diese Preise und diese angesehenen Posten sind alles nur Spielzeuge, um sie zum Narren zu halten. Wenn das Haus in Flammen steht, dann bleibt nicht drin und spielt mit Kinderkram - macht, dass ihr raus kommt! 
 
Ich möchte, dass alle intelligenten Menschen auf der ganzen Welt einen Aufruhr gegen Wissenschaftler entfachen, die Regierungen und Politikern dabei helfen, Kriegsmaschinerien herzustellen. Die Massen müssen gegen diese Wissenschaftler alarmiert werden - sie sind jetzt die größte Gefahr, und ihre Verknüpfung mit den Politikern muss gebrochen werden. 
 
Die Wissenschaftler brauchen dringend einen Anreiz zur Meditation. Nur dann werden sie in der Lage sein zu erkennen, was sie schon alles gegen die Zukunft der Menschheit angerichtet haben. Sie zerstören alle Hoffnung, während sie mit der gleichen Intelligenz ein Paradies auf Erden hätten schaffen können, für den neuen Menschen, für ihre Kinder und Kindeskinder - auf dass sie in einer besseren Welt leben, mit mehr Gesundheit, mit mehr Liebe, mit mehr Bewusstsein. 
 
Die Wissenschaft muss spirituell werden. Sie darf nicht all ihre Energien an die äußere Welt verpuffen, sondern muss zu den Schätzen unseres inneren Seins vordringen. Ihr Potential ist groß, aber dieses Potential wird noch nicht genutzt. Genauso, wie sie erfolgreich bis in das Herz der Materie hat vordringen können, hat sie auch die Fähigkeit, bis ins geheime Herz des Bewusstseins vorzudringen. Dann wird sie ein großer Segen, eine ungeheure Wohltat sein. 
 
Was also mich betrifft, und was meine Vision von einer neuen Menschheit betrifft, so erkenne ich zwei Dimensionen für die Wissenschaft: die niedere Dimension arbeitet an Objekten, und die höhere Dimension arbeitet am Bewusstsein. Die niedere Dimension ist als Diener der höheren Dimension zu verstehen. Dann ist weiter keine Religion nötig, dann erfüllt die Wissenschaft alle Bedürfnisse des Menschen total. 
 
Albert Einstein hat, bevor er starb, gesagt: "Wenn ich gewusst hätte, dass das Resultat meiner Kreativität, ja meines ganzen Lebenswerkes die Atombombe sein würde, dann wäre ich niemals Physiker geworden. Und wenn es für mich noch ein Leben geben sollte, dann bete ich zu Gott: Bitte mach lieber einen Klempner als einen Physiker aus mir." 
 
Ganz gewiss war seine Leistung - ein gewaltiger Schöpfungsakt - ohnegleichen in der gesamten Geschichte der Menschheit. Er war zum Verständnis eines der geheimnisvollsten Dinge der objektiven Welt vorgedrungen. Ja, er hatte das halbe Geheimnis entdeckt - sozusagen die tote Urzelle der Dinge, das Atom. Die andere Hälfte ist die lebendige Zelle im menschlichen Körper. 
 
Durch die Spaltung des Atoms wird eine so enorme Energie geschaffen... durch die Spaltung eines so kleinen Atoms! Man kann es nicht mit bloßem Auge sehen, noch kann man es mit irgendwelchen technischen Mitteln sehen: es lässt sich nur erschließen, es ist eine Sache der reinen Berechnung. Es ist nur ein fiktiver Begriff - man kann nicht den Finger darauf legen, wo es genau ist, was es genau ist. Richtig, man hat all seine Eigenschaften beschrieben, man hat Beschreibungen geliefert, aber das sind alles nur Rückschlüsse. Aber weil sie funktionieren, werden sie alle als wahr akzeptiert - was aber nicht heißt, dass wir dem Atom von Angesicht zu Angesicht begegnet wären. Aber die eine Hälfte des Mysteriums verstanden zu haben - die der objektiven Welt -, ist die bisher größte Leistung des Menschen, seiner Kreativität, seines Erfindungsreichtums, seines Genies. Ganz gewiss wird die andere Hälfte sehr viel schwieriger sein. Aber früher oder später wird es auch in unserem Verständnis von den Geheimnissen der lebenden Zelle zu einer Explosion kommen. Das wird ein Tag großer Freude sein, denn danach können wir den Menschen - sein Leben, seinen Geist, sein Genie, sein Alter, seine Krankheit, seine Augenfarbe, seine Haarfarbe, seine Größe, sein Gewicht programmieren, kann alles bis in die Einzelheiten programmiert werden. Sobald wir alle Mysterien der lebenden Zelle kennen, kann ihr jedes Programm eingegeben werden. 
 
Aber wer weiß, ob diese gewaltige kreative Möglichkeit nicht ebenfalls so benutzt werden wird, wie die Atomforschung benutzt worden ist? Wenn wir auf dem gleichen Weg weitergehen wie bisher, dann wird es höchstwahrscheinlich so kommen; denn die Menschen, die an der Macht sind, würden den Menschen gern nach ihren Wünschen programmieren, und sie werden sich eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen. Dies ist die Chance, auf die sie schon immer gehofft haben - seit Jahrtausenden. Dies ist ihre große Chance, eine größere kann es gar nicht geben. Sobald sie den Menschen programmieren können, ist Schluss mit jeglicher Revolution, Unabhängigkeit, Individualität, mit Unruhen, Streiks, mit allem. Der Mensch ist dann Roboter. 
 
Die Vergangenheit hat nichts anderes getan, als den Menschen auszubeuten, ohne je an die Zukunft zu denken. Unsere Denkstrukturen sind altmodisch, und die gegenwärtige Situation ist völlig neu. Es ist unmöglich, gegenwärtige Probleme mit altmodischen Vorstellungen zu lösen. 
 
Wenn die Politiker Experimente mit menschlichem Leben vornehmen, oder wenn die so genannten Religionen es tun, dann ist es gegen die Natur - sie können nichts Natürliches tun. Aber wenn es durch eine internationale Akademie von Wissenschaftlern geschieht - ich sage: internationale Akademie von Wissenschaftlern - dann kann es ein ungeheurer, progressiver Schritt sein, und es wird nicht gegen die Natur sein, sondern ein Wachstumsschritt der Natur. 
 
Was gebraucht wird, ist nur ein großes Erwachen - der Wissenschaftler muss seine Verantwortung erkennen... dass er fast zu einem Gott geworden ist; dass er entweder kreativ oder destruktiv sein kann. Er muss daran erinnert werden, dass er nicht mehr der alte Wissenschaftler aus den Zeiten Galileis ist, der einfach nur in seinem eigenen Haus arbeitet mit ein paar Röhren und ein paar Fläschchen, der nur ein paar Chemikalien mischt und seine Experimente macht. Die Zeiten sind vorbei. Jetzt hat er die Macht, alles Leben dieser Erde zu zerstören - oder ein Leben zu schaffen, das so schön und so selig ist, wie es sich der Mensch nur immer im Himmel vorgestellt hat. Es kann hier möglich werden. Ein paar kleine Gruppen von Wissenschaftlern haben angefangen, in dieser Richtung zu arbeiten. Niemand glaubt ihnen. Japan hat eine künstliche Insel gebaut; denn in Japan ist das Land so knapp geworden, dass es allmählich unmöglich wird, Industrien zu expandieren. Japan ist heute das reichste Land der Welt. Es braucht immer mehr Land. Die alte Methode ist, irgendein anderes Land zu erobern. Das ist nicht mehr möglich. Die Angst vor einem dritten Weltkrieg überschattet alle. 
 
Japan hat eine künstliche Insel gebaut, die für industrielle Entwicklung genutzt werden soll. Sie wird auf dem Meer treiben. Wenn das gelingt immer mehr künstliche Inseln - dann wird Japan mehr "Erde" erschaffen, als der liebe Gott in seinen sechs Tagen! Die Wissenschaft hat ungeheure Möglichkeiten, sobald sie nicht mehr dem Tod dient. Sie kann ganze Städte auf dem Meer treiben lassen! Japan hat ebenfalls mit Erfolg versucht, Untergrundstädte zu bauen; denn warum an der alten Vorstellung festhalten, dass man über der Erde wohnen muss? Wohnt unter der Erde! Dort ist es friedlicher, und ihr könnt für die richtige Art Licht, den richtigen Sauerstoff sorgen - denn all das hat der Wissenschaftler in der Hand. 
 
Genauso wie Untergrundstädte möglich sind, wie Städte auf dem Meer möglich sind, sind auch Städte unter dem Meer möglich, sind fliegende Städte möglich... Wenn die Wissenschaft erst einmal ihre Einstellung ändert und aufhört, den Politikern Hilfestellung zum Krieg zu leisten, wird soviel Energie frei, dass die Wissenschaftler all diese Dinge bewerkstelligen können. 
 
Für mich ist das alles nahezu vorhersagbar. Es wird so kommen, denn die Erde wird zuviel Bevölkerung haben. Sie ist bereits bei fünf Milliarden Menschen angelangt, und bis zum Jahre 2010 wird sie sich fast verdoppelt haben. Eine Bevölkerung von zehn Milliarden Menschen? - unsere arme Erde, die seit Jahrhunderten ausgebeutet worden ist, wird nicht so viele ernähren können. Ihr werdet neue Gemüsearten, neue Nahrungsmittel, vielleicht künstliche Nahrungsmittel erzeugen müssen. In der Sowjetunion kennt man bereits neue Früchte, die Gott seinerzeit nicht in den besagten sechs Tagen erschaffen hat. Genauso wie man Tiere durch Kreuzung züchten kann, züchten sie dort neues Obst, indem sie Bäume kreuzen und geben ihnen den richtigen Geschmack, den richtigen Saft... Früchte, die der Mensch noch nie gegessen hat! Allen und jedem muss klar gemacht werden, dass alles, was die Wissenschaft bisher getan hat, einen kritischen Augenblick im Leben unseres Planeten heraufbeschworen hat - und dass nur die Wissenschaft den Schaden wiedergutmachen kann. 
 
Zum Beispiel das Problem der Umweltverschmutzung und der Zerstörung der Ozonschicht - dafür ist die Wissenschaft verantwortlich, und nur die Wissenschaft kann es lösen. Es lassen sich neue Methoden entwickeln die die Ozonschicht nicht zerstören, oder die den Glashauseffekt nicht auslösen. Wenn das unmöglich ist, dann sollten die Industrien, die den Schaden anrichten, geschlossen und ihre Produkte durch etwas anderes ersetzt werden. Aber dies alles muss durch die Wissenschaft geschehen. Es hat keinen Zweck, die Wissenschaft zu verdammen, denn sie hat uns eine bessere Gesundheit und bessere Medizin beschert, und sie hat Millionen Kindern das Leben gerettet, die sonst gestorben wären... Und es gibt Hunderte von Erfindungen, die zwar gekauft, aber nie vermarktet wurden - gekauft nur deswegen, um die Vermarktung zu verhindern; denn diese Erfindungen waren nicht im Interesse der etablierten Mächte. Wenn es erst einmal eine Weltregierung gibt, kann alles völlig anders geregelt werden. Die Wissenschaft hat große Möglichkeiten. Wir waren bisher nur noch nicht fähig, diese Möglichkeiten zu nutzen. 
 
Eine große Revolution steht an. Genauso, wie die Wissenschaftler einst gegen die Religion revoltiert haben, gegen die Religion gekämpft haben, müssen sie jetzt gegen die Politik kämpfen, gegen den Nationalismus. Ihre Verantwortung ist riesig. Der neue Mensch ist auf sie und ihre Revolution angewiesen. Die Wissenschaftler sind die wichtigsten Menschen für das Überleben der Menschheit.