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Osho Bedingungslose Liebe und krankhafte Beziehungen

Bedingungslose Liebe und krankhafte Beziehungen

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Osho,
Du hast über die Dialektik von Überlegenheit und Unterlegenheit gesprochen als der Basis für autoritäre und faschistische Beziehungen. Es ist eines der Wunder das mit dir ist, dass, obwohl uns ständig von unseren Eltern, Lehrern und Priestern unsere Wertlosigkeit eingeredet worden ist, du imstande bist, all unsere unbewussten Gewohnheiten zu beleuchten, ohne dass wir uns jemals dabei schlecht fühlen müssten. Du lässt uns unseres Potentials für Erleuchtung bewusst sein, in einer Art und Weise, die in uns kein Überlegenheitsgefühl hervorruft, und zur gleichen Zeit sorgst du dafür , dass wir uns niemals minderwertig fühlen, weil wir nicht erleuchtet sind. Auch in den Gruppen können wir, während du anwesend bist, unsere Minderwertigkeitsideen aufdecken, aber weil du da bist und einfach kein Teil des egoistischen Unterlegenheits- und Überlegenheitsspiels bist, kann es zu keiner Abhängigkeit und spiritueller Sklaverei kommen. Aber was passiert in den Gruppen, wenn du nicht mehr da bist? Wenn der Therapeut auch nur eine Spur von Ego hat, ist es dann nicht sicher, dass diese Art des psychologischen Faschismus unausweichlich auftauchen muss? 
 
Du hast etwas so signifikantes gesehen, dass jeder darauf aufmerksam gemacht werden muss.
 
Es gibt nur eine Möglichkeit für die Existenz gesunder Beziehungen, so dass sie sich nicht in Unterlegenheits- und Überlegenheitsspiele verwandeln, sie also keine sado-masochistischen Folterungen werden. Und diese einzige Möglichkeit ist die Anwesenheit einer bedingungslosen Liebe. Liebe ist die großartigste Alchemie.
 
Sie verwandelt unedle Metalle in Gold. Eure Zutaten sind die gleichen -- der Mörder und der Gautam Buddha sind nicht verschieden, was ihre Bestandteile, ihre inneren Potentiale betrifft. Der Mensch ist eben nicht eine eindimensionale Maschine.
 
Der Mensch ist nicht eindimensional; sonst würde seine ganze Welt reine Langeweile sein.
 
Und des Menschen Suche geht grundsätzlich nach dem Einssein mit der Existenz -- Getrenntsein tut weh.
 
In unseren anderen Liebesbeziehungen sind wir im kleinen Maßstab auf der Suche nach der gleichen Einheit. In Liebe mit einer Frau, in Liebe mit einem Mann, in Liebe mit einem Freund, in Liebe zu irgendeiner kreativen Aktivität -- Tanz, Musik, Poesie -- so versuchen wir, eine gewisse Synchronizität mit der Existenz zu haben.
 
Unsere Situation ist die eines kleinen Kindes im Wald, das seine Mutter verloren hat und nun im Wald herumsucht, ohne zu wissen, wo es hingehen soll. Diese Situation ruft viele Ausbeuter auf den Plan ... diese Hilflosigkeit wird von denen benutzt, die an der Macht sind, und von denen, die Geld haben. Die Hilflosigkeit wird dafür benutzt, dich zu einem Sklaven zu machen, dich in die Abhängigkeit hinein zubekehren.
 
Daher haben all die Religionen spezielle Programme entwickelt. Sie beginnen mit Gott -- und zu Gott kann deine Beziehung nichts anderes sein, als das, was zwischen einer Puppe und einem Puppenspieler existiert, zwischen dem Sklaven und dem Sklavenhalter. Von Gott kannst du nichts anderes erwarten, denn er ist der Schöpfer; er hat dich gemacht -- er kann dich auch jederzeit wieder zerstören. So wie er dich nicht gefragt hat, ob du überhaupt in das Leben eintreten wolltest, so wird er dich auch nicht fragen, ob du dafür bist, dass die Welt zerstört wird.
 
Alle Götter aller Religionen sind diktatorisch. Sie sind faschistisch.
 
Ich habe keinen Gott; also habe ich auch kein Programm für dich, in dem du langsam zu einem Sklaven verwandelt werden wirst.
 
Ich bin voll erfüllt -- meinem Erleben kann nichts mehr hinzugefügt werden. Darum werden sich die Leute, die mit mir sind, in keiner Weise minderwertig fühlen.
 
Niemand ist minderwertig. Leute mögen in verschiedenen Seinszuständen sein, aber niemand ist minderwertig und niemand ist höherwertig. Sie sind alle aus dem selben Stoff gemacht, den du Gott nennst. Wie kann da jemand höherwertig sein, wie kann da jemand minderwertig sein? Wir gehören zu der selben Existenz, unsere Wurzeln werden von der selben Existenz genährt.
 
Die Existenz macht keine Unterschiede, keine Unterscheidungen zwischen den Sündern und den Heiligen. Meine Herangehensweise ist existentiell.
 
Daher ist hier niemand mehr wert und niemand ist weniger wert. Und natürlich, indem wir diesen Minderwertigkeitskomplex und diesen Größenwahn zerstören, entfernen wir damit jede Möglichkeit für jede Art von faschistischer Mentalität, faschistischer Persönlichkeit -- denn für mich ist es unvorstellbar, dass ein Faschist jemals religiös sein kann.
 
Und deine so genannten religiösen Leute sind mehr oder weniger alle faschistische Fanatiker. Sie sind nicht auf der Suche nach Wahrheit; sie denken, sie haben sie schon gefunden -- in ihren Schriften, die tot sind, in altem Aberglauben, dem, das wissen sogar sie, jede Realitätsgrundlage fehlt.
 
Bloss eine klare Sicht vertreibt alle Dunkelheit, aus der heraus all die Monster geboren werden.
 
Hier mit mir spielt es keine Rolle, ob du ein Mann bist oder eine Frau, ob du weiß bist oder schwarz; niemand nimmt auch nur Notiz davon. Es genügt, dass du ein menschliches Wesen bist. Und es ist deine Freiheit, dir deinen eigenen Lebensstil zu wählen; es ist dein Grundrecht, so zu blühen, wie du erblühen möchtest. Diejenigen, die dich lieben, können helfen, indem sie sich um den Garten kümmern, in dem du wächst -- indem sie deine Wurzeln wässern, mit ihrer Wärme gießen.
 
Es ist nun wissenschaftlich bewiesen worden, dass sogar die Pflanzen wissen, wer ihre Freunde sind und wer ihre Feinde sind. Man hat so etwas wie ein Kardiogramm entwickelt, was an dem Baum befestigt wird, und wenn ein Mann mit der Idee daherkommt, einen Ast von dem Baum abzuschneiden oder gar den Baum zu entwurzeln -- er hat bloss die Idee -- plötzlich beginnt die graphische Aufzeichnung, die von dem Kardiogramm gemacht wird, auszuschlagen. Sie verliert den Rhythmus, den sie hatte ... nun kannst du sehen, wie von dem Baum Furcht gefühlt wird.
 
Und denke daran, dass der Baum telepathische Sensitivität hat; sonst hätte er den Gedanken im Bewusstsein des Mannes nicht wissen können. Der hat ja nichts getan -- sichtbar hat sich nichts ereignet. Und wenn der Gärtner kommt -- mit seiner Wärme, mit seiner Liebe -- plötzlich wird die graphische Aufzeichnung höchst harmonisch. Nun hat der Baum keine Angst mehr, der Baum ist überglücklich.
 
Liebende Wärme ist nicht nur ein poetisches Phänomen. Sie ist eine Realität von großer Bedeutung.
 
Jetzt werden die Blüten grösser sein, die Früchte werden saftiger sein; der Baum wird seine Antwort geben. Mit Ausnahme des Menschen gibt es vielleicht in dieser ganzen Existenz keine Undankbarkeit. Der Baum kann nichts anderes geben -- er kann kein Geld geben, er kann kein Gold geben -- aber er einem liebenden Herzen schöne Blüten geben, so groß wie möglich. Er kann saftigere Früchte geben.
 
Man hat nie an Liebe als Nahrung gedacht, aber sie ist eine sehr subtile Art von Nahrung. Und jetzt sind Psychologen zu dem Schluss gekommen, dass wenn ein Kind alles notwendige bekommt -- alle Chemikalien, alle Hormone, Essen, körperliche Ertüchtigung, Frischluft, alles, was notwendig ist zum Leben -- es trotzdem in drei bis sechs Monaten sterben wird, es sei denn, da ist jemand, von dem Liebe ausgeht. Das Kind wird nicht das Gefühl haben, dass das Leben lebenswert ist ohne Liebe; es wird sich einfach in sich zurückziehen und sterben. Und in tausenden von Laboratorien rund um die Welt sind schon viele Tiere in diesen Experimenten gestorben.
 
Normalerweise geht man davon aus, dass diese Experimente zuerst mit Tieren gemacht werden und dass bevor wir nicht sichere Leitlinien gefunden haben, wir sie nicht auf menschliche Wesen anwenden -- dies ist die bei der Masse vorherrschende Idee gewesen. Sogar die medizinischen Profis -- Ärzte und Doktoren -- glauben auch daran. Aber die Wahrheit ist etwas ganz anderes.
 
Es ist erst ein paar Tage her .... fast zwei Jahre lang hatte eine Gruppe von Senatoren in Amerika schon Nachforschungen betrieben nach einem bestimmten Geldbetrag... keine kleine Geldsumme; zweihundert Millionen Dollar steht in den Büchern, aber wo sind sie ausgegeben worden, wo ist das Geld hingegangen? Das Kabinett verneinte beharrlich irgendein Wissen darüber, der Präsident bestritt es ebenfalls. Es bestand der Verdacht, dass die heutige Regierung von Amerika der größte Terrorist ist. Und das Geld fließt an die Terroristen in einem kleinen Land im mittleren Teil Amerikas, zwischen Südamerika und Nordamerika.
 
Genau wie Kuba war ein weiteres kleines Land kommunistisch geworden. Es ist ihr Recht, ob es nun richtig oder falsch ist. Niemand sonst hat es zu entscheiden. Wenn sie eine falsche Art des Lebens leben möchten, auch dann haben sie die absolute Freiheit, es zu leben; sie sollten nur niemandem sonst schaden. Sie sollten sich nicht in das Leben anderer einmischen.
 
Zweihundert Millionen Dollar waren an Guerillas und Terroristen gegeben worden, um dieses kleine zentralamerikanische Land zu zerstören, weil es sich in die Hände der Kommunisten begeben hatte. Und nach zwei Jahren beständigem Sträubens hat erst jetzt der Präsident es eingestanden: "Ja, dieses Geld ist an die Terroristen gegangen."
 
Und die ganze Welt schweigt dazu, niemand hat es kritisiert!
 
Regierungen sind da, um die Leute vor Terrorismus zu schützen, und hier versorgen Regierungen Terroristen mit Geld, Waffen und Nahrung. Und dann lügen sie in einem fort...
 
Ich habe in die Schriften all der Religionen hineingeschaut, ich habe die ideologische Literatur all der politischen Parteien eingesehen und ich bin erstaunt: Sie türmen in einem fort Lügen über Lügen auf. Und die gesamte Menschheit schläft -- nicht nur dass niemand widerspricht, es wird nicht einmal irgendjemand misstrauisch.
 
Hier mit mir habt ihr euch zu einem speziellen Zweck versammelt: Die Suche nach der Wahrheit, die Suche nach der reinsten Art der Liebe, die Suche nach einem Leben, welches ein Tanz aus reiner Freude ist.
 
Nirgendwo sonst in der Welt versammeln sich gegenwärtig Leute aus den gleichen Gründen. Sie versammeln sich zum Zweck, mehr Hass zu erzeugen; sie kommen zusammen, um mehr Kriege zu machen; sie versammeln sich, um mehr destruktive Aktivitäten im menschlichen Leben zu kreieren. Kein Wunder, wir haben eine kranke Welt, eine geisteskranke Welt.
 
Hier ist es unmöglich, irgendeine Höherwertigkeit oder Minderwertigkeit zu fühlen.
 
Ich habe mein bestes versucht, dich von nur einem zu überzeugen: Erleuchtung ist deine Natur; sie ist nicht etwas, das erreicht werden kann, du bringst sie mit deiner Geburt. Alles, was du zu tun hast, ist nicht, sie zu erzeugen, sondern nur, das verborgene Geheimnis deines Lebens zu öffnen.
 
In dem Moment, in dem du beginnst, dein inneres Licht zu fühlen, beginnt sich deine ganze Perspektive zu verändern. Du wirst Mitgefühl mit menschlichen Wesen empfinden, sogar wenn sie gerade dumme Dinge tun. Und du wirst unermessliche Freude fühlen, dir wird nach Feiern zumute sein, obwohl du gar nichts zu feiern hast. Nichts ist zum Feiern nötig -- nur Ausflüchte... mein Geburtstag ist bloss eine Entschuldigung! Aber wenn du feiern willst, wirst du eintausend und einen Vorwand dafür finden.
 
Es ist dein Leben, und was immer daraus wird, ist deine Kreation.
 
Bedenke, es trägt deine Unterschrift, auch wenn du es nicht siehst. Du kannst dich nicht selbst auseinanderdividieren von dem, was du in die Welt setzt, von dem Weg, den du lebst, der Art und Weise, in der du reagierst.
 
Bist du erst einmal überströmt von Liebe und Glückseligsein, dann kannst du nicht einmal in deinen Träumen so handeln, dass es für einen anderen erniedrigend ist. Denn das andere ist nicht wirklich das andere, es ist nur ein Teil von uns.
 
Wir sind ein Bewusstsein, das das ganze Universum ausfüllt.
 
Nur ein wenig Erfahrung wird schon helfen... und du wirst auf einmal das gleiche Licht in anderen sehen. Und in dir selbst Licht zu sehen, und Licht in anderen zu sehen, heisst, das ganze Jahr hindurch umringt von einem Festival der Lichter zu leben.
 
In der Aussenwelt, da gibt es Leute, die wollen herrschen und es gibt Leute, die wollen beherrscht werden. Die Verantwortung ist nicht einseitig. Es gibt Leute, die wollen versklavt sein, denn Sklaverei hat eines für sich: Sie enthebt dich jeder Verantwortlichkeit. Dann liegt die Verantwortung bei deinem Besitzer. Du bist bloss sein Werkzeug -- was immer er sagt, du tust es, aber du fühlst dich nicht dadurch belastet. Deswegen wollen die meisten menschlichen Wesen tief innen Sklaven bleiben.
 
Religiöse Sklaverei bedeutet, du bleibst ein Hindu, ein Mohammedaner, ein Christ. Und du hast auch Angst, denn deine Sklaverei basiert nur auf Glaubensvorstellungen. Deswegen versucht jeder, seine Herde davor zu schützen, dass sie in Kontakt mit anderen kommt.
 
Erst gestern erhielt ich eine Botschaft von Freunden in Deutschland. Das deutsche Parlament hat eine Resolution erlassen, dass ich Deutschland nicht betreten darf. Sannyasins protestieren dagegen, weil es absolut gegen die deutsche Verfassung, gegen die deutsche Rechtsordnung ist. Es gibt dafür keinen einzigen Präzedenzfall! Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt gibt es keinen einzigen Fall, einem Menschen, der niemals zuvor dein Land betreten hat, dieses zu verbieten. Wie kannst du beurteilen, dass er gefährlich sein wird?
 
Man hat also fünfhundert weltberühmte, prominente Intellektuelle verschiedener Bereiche gefragt -- Professoren, Wissenschaftler, Dichter, Maler, Tänzer, Schauspieler. Bis jetzt haben sie einhundertundfünfzig stark unterstützende Briefe bekommen, ein absoluter Protest gegen die Regierung.
 
Sie haben auch ein paar regierungstreue Briefe erhalten. Ein paar Passagen in diesen Briefen waren so lachhaft, dass sie mir diese paar Passagen zugeschickt haben. Eine Pointe ging so: Ein protestantischer Oberpriester hat die Regierung unterstützt, weil er denkt, ich bin ein Katholik, und Deutschland muss vor der katholischen Religion bewahrt werden.
 
So eine Furcht zeigt tiefe Zweifel. Du bist dir deiner protestantischen Theologie nicht sicher; du hast Angst, jemand könnte den Ballon deines Glaubens durchlöchern.
 
Hier bei mir ist religiöser Duft, aber keine Religion als solche. Das gibt dir totale Freiheit. Das macht dich auf dich selbst stolz und dankbar für alles, was die Existenz für dich getan hat. Bedenke, Stolz ist nicht Ego.
 
Ego ist etwas ohne Inhalt. Zum Beispiel: Ein Mann, der nicht einmal eine gerade Linie ziehen kann, hält sich selbst für einen großen Maler -- das ist Ego, inhaltslos. Aber wenn Picasso denkt, dass er ein großer Maler ist, ist das einfach eine Tatsache, und wenn er stolz auf sein Genie ist, ist daran nichts verkehrt. Tatsächlich sollte den Leuten dabei geholfen werden, etwas in ihrer Individualität zu entdecken, auf dass sie stolz sein können, denn dieser Stolz wird ihren Augen einen Glanz verleihen, ihre Gesichter leuchten lassen; dieser Stolz wird sie zu einzigartigen Individualisten machen, ohne dass die Frage von Minderwertigkeit und Überlegenheit noch irgendeine Rolle spielen würde.
 
Und zweitens: Jeder, der stolz ist, ist immer dankbar. Denn das Genie von Picasso oder von Yehudi Menuhin ist nicht ihr Eigentum; sie sind nur Vehikel. Es ist das Jenseits, das durch sie hindurchkommt -- in der Musik, im Tanz, in der Malerei, in der wissenschaftlichen Forschung, in der Dichtung, auf tausenden von Wegen, aber das wirkliche Genie wird ganz sicher wissen, dass es von dem Darüberhinaus herkommt.
 
Er ist stolz, dass er dafür auserwählt worden ist, er ist nicht stolz, weil er sich mit dir vergleicht. Das Ego ist ein einziges Vergleichen: Du stehst höher, du bist überlegen, aber es ist relativ. Du kannst nicht überlegen sein, wenn du allein im Wald lebst -- überlegen im Vergleich mit wem? Du kannst nicht einmal minderwertig sein -- minderwertig wem gegenüber?
 
Der stolze Mensch hat ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit, dass die Existenz ihn ausgewählt hat, obwohl er es nicht wert ist. Das ist ein eigenartiges Phänomen. Je mehr wert du bist, desto mehr hast du das Gefühl, du bist nicht genug wert. Dir ist soviel gegeben worden, und du kannst gar nichts tun dafür.
 
Hier werden stolze Leute sein. Ich möchte, dass meine Sannyasins stolz sind, sogar auf die Tatsache, dass sie Sannyasins sind, dass sie mutig genug gewesen sind, gegen alle Orthodoxien zu gehen, gegen alle Traditionen und Konventionen, gegen alles, was morsch ist, und dass sie herauskommen in die Frische, in die Jugend, in das Neue hinein. Du bist gesegnet. Aber dein Gesegnetsein wird voll von Dankbarkeit sein.
 
Das ist der bedenkenswerte Unterschied zwischen Ego und Stolz.
 
Ich zerstöre das Ego und ich erzeuge den Stolz. Ego ist so etwas wie Krebs, das dich einfach auffrisst und die anderen auch. Stolz, Selbstrespekt, ist ein kreatives Phänomen. Es setzt dein eigenes Potential um und es teilt auch mit der Welt all die Schätze, die du mit in die Welt gebracht hast. Hier ist die Situation also total anders.
 
Ich hätte gerne, dass es auf der ganzen Welt so ist, aber sie haben so Angst. Ihre Furcht, dass ich ihre Moral zerstören kann, ihre Religion, ihre Vergangenheit, ist ein ausgezeichneter Indikator dafür, dass sie schon entwurzelt sind, was die Vergangenheit betrifft. Sie hoffen einfach unbeirrt, wie aussichtslos dies auch sein mag, dass dieser alte Mist irgendwie noch mitgeschleppt werden kann, weil wir ihn seit Jahrhunderten als goldenen Schatz respektiert haben. Ihn jetzt plötzlich als Mist am Straßenrand abzuladen, das verletzt das Ego, denn das bedeutet, dass es schon seit Jahrhunderten falsch gewesen ist.
 
Ein Sannyasin braucht den Mut, die Furcht fallen zu lassen -- denn bevor er nicht die Furcht los lässt, kann das Ego nicht losgelassen werden. Und ohne das Loslassen des Egos muss die ganze Last, das ganze Gepäck, alles Verrottete, mitgeschleppt werden. Deine ganze Energie wird damit vergeudet, dass du totes Zeug schleppst.
 
Stell dir bloss vor, wie du deinen Vater trägst, deinen Großvater, deine Vorfahren, alle auf deinem Rücken, und so wankst du Richtung Marine Drive. Denkst du, dass du je dort ankommen wirst? Denn die Leute, die da auf deinem Rücken Platz genommen haben, werden kein Ende nehmen; all deine Wolkenkratzer werden demgegenüber zwergenhaft klein erscheinen. Diese Last wird so maßlos zunehmen, dass du sie nicht ohne die Hilfe von Suraj Prakash transportieren können wirst -- du wirst Laster benötigen, Transportfahrzeuge. Und dein ganzes Leben wird einfach damit vergeudet, dass du diese toten Leute mir dir herumschleppst.
 
Und wir alle tragen sie noch. Darum wird das Leben so ernst, belastend, bedrückend, kraftlos und staubtrocken. Es gibt keinen anderen Grund. Du kannst leuchtend grün sein mit roten Blüten.
 
Und kein Vergleich ist nötig. Warum sollen nicht all die Leute auf diesem Planeten Kaiser sein? Was ist das Problem? Es geht darum, die Welt zu verstehen -- und wenn du dich selbst verstehst, ist es nicht schwierig, die Welt zu verstehen, es ist die einfachste Sache.
 
Und hast du erst einmal verstanden, dass es deine Entscheidung ist, ob du ein Kaiser bist oder ob du ein Sklave bist, wer wird sich dann noch dafür entscheiden, ein Sklave zu sein? Wenn du deine ganze Energie in die Erschaffung von etwas stecken kannst, das dir Befriedigung geben wird, wird dir das ein tiefes Gefühl der Erfüllung geben, ein Gefühl, dass du nicht unnötigerweise hier gewesen bist, du hast etwas beigesteuert; du hast die Welt ein wenig schöner gemacht -- hast ein paar Blüten mehr dazugefügt.
 
Wenn jeder nur ein paar Blüten mehr hinzufügt, kann diese ganze Welt wieder ein Garten werden.
 
Kein Kampf ist nötig. Es ist nicht nötig, dass du besser wirst als andere, denn ich gebe dir etwas, was weitaus höher ist als Höherwertigkeit und Überlegenheitsgefühl. Ich mache euch zu einzigartigen Individuen.
Osho, Sermons in Stones, Chapter 12
 

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