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Osho Niemals können wir einen Punkt erreichen an dem die Zukunft ihr Ende erreicht hat

Niemals können wir einen Punkt erreichen an dem die Zukunft ihr Ende erreicht hat

 
Osho,
Als du darüber sprachst, wie die verschiedenen buddhistischen Meister den Lehren Buddhas ihren eigenen Duft hinzufügten, da habe ich angefangen, mir darüber Gedanken zu machen, ob wohl irgendjemand seinen eigenen eigenen Duft in deinen Topf hinzufügen wird. Es sieht fast unmöglich aus, ein neues Gewürz in einen Topf zu geben, der schon alle Gewürze beinhaltet, die es auf dieser Erde gibt. 
 
Es sieht fast unmöglich aus, aber man kann nie in die Zukunft sehen. Die Zukunft bleibt offen. Was heute unvorstellbar aussieht, kann morgen vorstellbar sein.
 
Wir werden nie an einen Punkt kommen, an dem sich die Zukunft schliesst. Das ist die ganze Bedeutung davon, dass die Existenz unendlich ist. 
 
Es mag sehr schwierig sein, denn ich beschränke mich nicht auf einen speziellen Weg, auf einen besonderen philosophischen Gesichtspunkt. Ich bin weit genug, um Gegensätze zu vereinen, und was immer auf dieser Welt bezüglich der Evolution des Bewusstseins passiert ist, habe ich schon in meine eigene Vision über das Leben integriert.
Wenn du also zurückschaust, dann wird alles ein bisschen ärmer aussehen, selbst der grösste Riese wird beschränkt aussehen. Aber du siehst in die Vergangenheit und nicht in die Zukunft -- die absolut nicht vorhersagbar ist.
 
Dinge werden passieren, neue Dinge werden hinzugefügt. Und ich bin kein Teich der zugewachsen ist; ich bin mehr wie ein Fluss der fliesst, und der alle anderen Flüsse dazu einlädt, mitzufliessen.
 
Was immer ich euch gegeben habe wird unverfälscht bleiben, denn die Entwicklung des Menschen wird es mehr und mehr bereichern, weil es ein ein offenes Phänomen ist.
 
Ich bin nicht der letzte Prophet, Messias oder Retter einer bestimmten Tradition. Ich bin ein Anfang und kein Ende, der Anfang eines ganz neuen Ansatzes zum Leben und dessen Problemen, der alles vorstellbare und unvorstellbare dazu einlädt, Gast zu sein. 
 
Du hast also recht. Es sieht sehr schwierig aus, aber die Existenz ist so mächtig und die Möglichkeiten sind so unbegrenzt, dass du nie sagen kannst, wann der Endpunkt gekommen ist. Er kommt nie, nicht einmal ein Komma kommt. Das Leben kennt keinen Punkt, kein Komma; es geht einfach weiter und weiter, und es werden weiterhin neue Gewürze dazugegeben werden, von denen wir nicht einmal wissen, dass es sie gibt. Und das ist gut so.
 
Das heisst, dass ich euch etwas lebendiges gebe, das weiter wachsen wird -- selbst nach uns wird es sein eigenes Wachstum haben. Ich gebe euch nichts Totes, wie es früher Sitte war.
 
Mohammed sagt: "Ich bin der Überbringer Gottes. Es wird keinen weiteren Überbringer mehr geben. Und der Koran ist die letzte Nachricht. Dem Koran wird kein anderes Heiliges Buch folgen."
 
Es ist ihm nicht klar, dass die Existenz nicht mit seinem eigenen Tod anzuhalten ist. Viele Propheten sind gekommen und gegangen.
 
Sie haben zur Schönheit der Existenz beigetragen, aber niemand sollte so arrogant sein und sagen: "Ich bin der Letzte"
 
Die gleiche Situation war bei Mahavira. Er ist der letzte Tirthankara der Jainas. Jetzt wird es keinen anderen Tirthankara geben, nichts kann seiner Lehre mehr hinzugefügt werden, nichts kann seiner Lehre weggenommen werden.
 
Aber diese Leute waren sich nicht bewusst, dass sie dadurch ihre Vision mit ihren eigenen Händen in etwas Totes verwandeln.
 
Darum haben die Christen soviel Angst davor, dass die Geschichtswissenschaften etwas entdecken könnten, dass sich gegen die Bibel richtet. Die Mohammedaner haben soviel Angst, dass jemand irgendetwas sagen könnte, das über den Koran hinausgeht. Aber das sind die Feinde der Entwicklung, Feinde des Lebens.
 
Ich bin das nicht. Ich bin nur ein Freund, ein bescheidener Anfang, eine lebende Realität mit täglich neuen Aufregungen, neuen Ekstasen, neuen Räumen; und fähig, sie alle aufzunehmen, ohne Angst vor welcher Entwicklung auch immer. Wenn etwas falsch ist, bin ich immer bereit es fallenzulassen, um auf der Seite der Wahrheit zu stehen.
 
Es gibt zwei Arten von Menschen: solche, die immer wollen, dass die Wahrheit auf ihrer Seite ist -- das sind die Egoisten, die Arroganten. Und dann gibt es einen anderen Typ Mensch, der immer auf der Seite der Wahrheit sein möchte, was immer es ihn kostet; auch wenn er alles verlieren wird, selbst dann ist er bereit dazu, denn er kann nicht aufhören, sich auf die Seite der Wahrheit zu stellen. Das sind die Bescheidenen, das sind die wahren heiligen Menschen auf der Erde -- und es gab nicht viele davon.
 
Ich möchte dich über die Begegnung des inneren Mannes und der äusseren Frau reden hören. Wird der innere Mann in dem Bereich des Bewusstseins gefunden und falls ja, gibt es einen Weg, seine Präsenz zu provozieren, damit ich ihn in Situationen erkennen kann, in denen ich bisher unbewusst war?
 
Der innere Mann oder die innere Frau wird nicht gefunden, ohne dass du den höchsten Gipfel erreichst; nur wenn du das kosmische Superbewusstsein erreichst, wird es dir möglich sein, sie zu erkennen. Langsam, aber sicher, kannst du dir über die gegensätzlichen Polaritäten bewusst werden, die sich harmonisch in einem Tanz zusammen bewegen, aber du wirst das nicht erkennen während du auf dem Weg bist, sondern erst am Ende der Reise.
 
Das Ausschauhalten nach meinen Hauptcharakterzügen - alleine das danach Ausschau halten - erweist sich mir als grosse Hilfe. Es ist, als hätte ich schon immer akzeptiert, dass da etwas "Unerwünschtes" in meinem Schrank verborgen ist, für das ich nur manchmal ein gewisses Mass an Freude aufbringe, es loszuwerden oder es gewissenhafter zu beobachten. Nachdem ich in den letzten achtundvierzig Stunden versucht habe genauer herauszufinden, wo es genau sitzt, ist mir klar geworden, dass alleine der Prozess an sich, den Schrank zu öffnen und mit der Taschenlampe hineinzuschauen, diese Skelette auf eine Art kraftlos gemacht hat. Es ist, als ob das Reden über diese Skelette, in einer Form, als wären sie Probleme, anstatt sie sich wirklich anzuschauen, als ob das etwas unterstützt, was eigentlich kein eigenes Leben hat. Osho, mache ich mir etwas vor, oder ist es wirklich so einfach?
 
Es ist so einfach. Viele unserer Probleme sind nur deshalb da, weil wir sie uns nie angesehen haben, nie unsere Augen darauf gerichtet haben, um herauszufinden, was Sache ist.
 
Es ist wie in einer uralten Geschichte. Es war eine Vollmondnacht und ein Dieb hatte viele Juwelen gestohlen. Und natürlich hatte er Angst. Er lief und plötzlich hörte er Schritte, die ihm folgten. 
 
Das passiert fast immer -- wenn du je versucht hast im Dunkeln zu rennen -- dann hörst du deine eigenen Fusstritte und fühlst dich als würde dir jemand folgen. 
 
Und er schaute sich um und sah, dass ihm wirklich jemand folgte; und zwar sein eigener Schatten. Aber er konnte das nicht sehen. Sein Problem war, dem irgendwie zu entwischen. Er lief schneller, aber er hörte seinen Verfolger auch schneller laufen. Und er drehte sich immer wieder um und sah, dass der andere genau hinter ihm war. Der arme Kerl war müde, total müde, aber er konnte seinen Schatten nicht loswerden. Erschöpft fiel er unter einen Baum, wo der Mondschein nicht hinlangte und er sah sich um und wunderte sich, wo der andere war -- er war doch so nahe an ihm dran gewesen.
 
Seinen Mut zusammennehmend, sah er sich um, aber er konnte ihn nirgendwo entdecken; aber als er aus dem Schatten des Baumes herauskam, da war er wieder hinter ihm. Aber dieses Mal wurde er nicht mehr getäuscht, er drehte sich um, um sich den anderen anzuschauen. Da war niemand. Es war sein eigener Schatten gewesen.
 
Viele unserer Probleme -- vielleicht die meisten unserer Probleme -- haben wir deshalb, weil wir ihnen nie Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden haben, ihnen nie begegnet sind; und sie nicht anzuschauen, das gibt ihnen Energie. Angst vor ihnen zu haben gibt ihnen Energie, immer zu versuchen, ihnen zu entkommen, gibt ihnen Energie -- weil du sie dadurch akzeptierst. Dein Akzeptieren ist ihre Existenz. Ausser deiner Akzeptanz gibt es sie nicht. Wenn du also deinen Schrank aufmachst und deine Taschenlampe nimmst und dir die Skelette ansiehst, dann wirst du herausfinden, dass sie tot sind. 
 
Skelette können einem nichts tun, aber jeder hat Angst vor ihnen. Es ist eine komische Situation. Du hast keine Angst vor lebendigen Menschen, die dir schaden könnten, die dich sogar umbringen könnten -- Sie alle haben unter der Haut ein Skelett versteckt, es sind lebendige Menschen. Aber wenn dir plötzlich in einem Zimmer ein armes Skelett begegnet, das völlig leblos ist, dann bekommst du Angst. Was kann dir das Skelett schon tun?
 
In meiner Universität hatte ich einen Freund, der war der Sohn eines Doktors, und der Doktor war der Leiter vom Universitäts Krankenhaus, das gleichzeitig zur medizinischen Universität gehörte. Dort hatten sie für das Studium viele Skelette. Eines Tages sagte ich zu seinem Sohn: "Zumindest dein Vater sollte ein Mann sein, der keine Angst vor Skeletten hat." Er sagte: "Ganz bestimmt hat er keine Angst. Den ganzen Tag lang erzählt er den Studenten vom Skelett, von seinen Bestandteilen."
 
Und er hatte eine gute Auswahl. Er lebte auf dem Krankenhausgelände. Also sagte ich: "Dann müssen wir nachprüfen, ob es wahr ist oder nicht." Ich fragte den Sohn: "Du musst irgendwie den Schlüssel für das Zimmer besorgen, in dem die Skelette sind, und in der Nacht holen wir ein Skelett heraus. Klopfe einfach an die Tür, der Vater wird kommen um aufzumachen und wir werden uns verstecken, und das Skelett wird da stehen und dann lass uns sehen, was passiert."
 
Der Sohn sagte: "Du wirst mich in Schwierigkeiten bringen." 
Ich sagte: "Du brauchst keine Angst zu haben. Du kannst soweit weglaufen wie du willst. Und du kannst mir vertrauen, falls etwas passiert werde ich deinen Namen nicht erwähnen." 
Und ihr werdet es nicht glauben, aber der Mann, der seit Jahren mit Skeletten umgegangen ist, sagte, als ich an seiner Tür klopfte: "Wer ist da?" 
Ich sagte: "Erkennst du mich nicht?" 
Er öffnete die Tür. 
 
Ich schlüpfte auf die Seite, hinter einen Baum; da war ein grosser Bodhibaum. Und er sah das Skelett. Ihr hättet diese Szene sehen sollen, er verlor all seine Nerven. Er fiel auf den Boden. Und über ihn fiel das Skelett. 
Seine Frau kam: "Was ist los?" Als sie das Skelett auf ihrem Mann sah, schrie sie und fiel in Ohnmacht. 
Und die Nachbarn wachten wegen der Schreie auf und alle kamen -- aber sie blieben weit weg, nachdem sie die Situation gesehen hatten. Die Frau lag flach da, der Ehemann lag da, mit dem Skelett auf ihm drauf. Und ich war hinter dem Baum versteckt. Und ich dachte mir: "Und was jetzt?" So hatten wir uns die Situation nicht vorgestellt. Ich dachte nur, dass er erschrecken würde. Aber die Situation wurde so vielschichtig. Und sein Sohn sah aus der Ferne zu. 
 
Ich rief ihm zu: "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, Angst zu haben." Irgendwie stellte er das Skelett wieder auf, liess die beiden da -- beide waren bewusstlos -- und brachte das Skelett wieder zurück an seinen Platz. Und es erforderte grosse Anstrengung, es wieder zurückzubringen, denn da es umgefallen war, war jetzt ein Arm in eine Richtung verdreht, ein Bein in die andere und wir beide versuchten, es wieder in Ordnung zu bringen. 
Irgendwie haben wir es hingekriegt, nachdem wir uns an den anderen Skelette orientierten, wie es dort war: "Du sollst dich genauso verhalten wie die anderen Skelette." 
Dann kamen wir wieder zurück, um uns um den Doktor und seine Frau zu kümmern, ihnen Wasser in ihre Gesichter zu spritzen und ihnen zu sagen: "Da war niemand. Du hast dir umsonst Sorgen gemacht." 
Der Doktor sagte: "Ich kann das nicht glauben, dass da keiner ist. Er stand vor mir und er war niemand. Es ist das Skelett Nummer siebzehn, ich kenne ihn gut; aber wie hat er sich getraut hierher zu kommen? Und die Tür ist verschlossen, und ich überprüfe immer das Schloss, denn Skelette sind Skelette, du kannst ihnen nicht vertrauen. 
Wir sagten: "Wir haben niemanden gesehen. Wir waren spazieren und wir kamen gerade her und wir sahen dich hier liegen, als wäre jemand auf dir gelegen; aber da ist keiner. Und deine Frau liegt flach auf dem Boden. Tue etwas um sie aufzuwecken." 
 
Also tat er, was er konnte. Sie wurde wieder wach. Und sie fragte: "Wo ist es - das Skelett?" 
Und der Doktor sagte: "Ich kann es nicht glauben, denn Skelett Nummer siebzehn ist ein altes Skelett und hat sich noch nie daneben benommen, und plötzlich kam es her und klopfte an und es sagte sogar: "Erkennst Du mich nicht?" Er sagte: "Jetzt wird es schwierig für mich werden, weiterhin in dieses Zimmer zu gehen. Ich werde die Abteilung wechseln, keine Skelette mehr." 
 
Ich sagte: "Du hast unnötige Halluzinationen, weil du den ganzen Tag mit den Skeletten arbeitest. Du hast vielleicht nur eine Illusion gesehen - weil, als wir kamen, haben wir niemanden gehen oder kommen sehen, und der Schlüssel ist in deiner Tasche." 
Er schaute nach. Er sagte: "Der Schlüssel ist in meiner Tasche." 
Ich sagte: "Wenn du willst, dann können wir sehen, wo Nummer siebzehn ist." 
Er sagte: "Nein, ich erlaube euch nicht dahin zu gehen. Wenn er schon herausgekommen ist ohne die Tür zu öffnen, dann kann er euch auch wehtun. Macht euch keine Sorgen. Morgen wechsle ich meine Abteilung."
 
Er wechselte die Abteilung. Der Vizepräsident versuchte alles, und sagte: "Skelette kommen nicht heraus und du hast soviel Erfahrung mit den Skeletten." 
Er sagte: "Was immer, aber was gestern passiert ist, wenn das nochmal passiert, dann sterbe ich. Und du musst auch an meine Frau denken. Sie ist sehr empfindlich und sie hatte schon einen Herzinfarkt. Und wenn diese Skelette mitten in der Nacht kommen und an die Tür klopfen...!" 
Ich habe mich immer gewundert, warum die Leute soviel Angst vor Skeletten haben, weil das sind lauter arme Menschen -- ohne Leben können sie überhaupt nichts tun. Aber es muss eine unbewusste Tendenz in ihnen geben: "Wir sind auch Skelette." Wenn du ein Skelett siehst, dann siehst du dich selbst ohne die Haut.
 
Und das wird eines Tages auch deine Situation sein. Vielleicht erinnert dich das Skelett an den Tod; es erinnert dich an deine Wirklichkeit, die die Haut ununterbrochen verbirgt. Ansonsten sind die Skelette sehr unschuldig, sie haben noch nie jemandem Schaden zugefügt. 
 
Früher verkaufte ich Skelette von einem mohammedanischen Friedhof, weil die medizinische Universität sie brauchte und sie zahlten einen guten Preis für ein Skelett. Und niemand war bereit, die Skelette zu bringen. Ich freundete mich mit dem Friedhofswächter an und arrangierte, dass wir uns den Gewinn teilen würden: "Du gräbst einen alten Menschen aus, und ich werde ihn zu meinem Auto bringen und ihn an der medizinischen Universität abliefern." Einmal, als ich ein Skelett in meinem Auto hatte, hielt mich ein Polizist an -- weil ich zu schnell gefahren war. Er wollte meinen Führerschein sehen. Ich sagte: "Der Typ, der hinten sitzt, hat ihn." Da schaute er nach hinten. Und er sagte: "Ja, ich habe ihn gesehen. Alles ist ok. Fahr´ schnell, fahr so schnell wie du kannst. Ich verstehe jetzt, warum du so schnell fährst, aber egal wie schnell du fährst, er sitzt gerade hinter dir. Du kannst ihm nicht entwischen. Aber bitte fahr weiter." Und oft wurde ich gesehen, wenn ich diese Skelette zur medizinischen Universität brachte -- ein Professor oder ein Bediensteter sah mich. Und sie erstarrten ganz einfach. Niemand fragte mich je, ob ich sie im Auto ein Stück mitnehmen wollte, denn sie wussten, dass ein Skelett auf dem Hintersitz sass. Niemand fragte je. Ich fragte öfters die Professoren: "Würdest du gerne mitkommen?" "Nein, nicht in deinem Auto." Soviel Angst, aber sie kommt aus derselben Wurzel. Und ich kann sehen, dass das erste, woran es dich erinnert, du selbst bist. Das wird deine Situation sein. Wir sind alle ganz einfach gutbedeckte Skelette. Und das wird deine Situation sein, wenn der Tod kommt. Also erinnert es dich an den Tod. Darum öffnet niemand die Schränke seines Unterbewusstseins, in dem er viele Skelette hat, von vielen verschiedenen Typen.
 
Du selbst hast sie dahingetan und jetzt hast du Angst vor ihnen. Aber die Realiät ist, dass sie tot sind; öffne ganz einfach die Türen, bringe Licht, mache deine Schubfächer sauber, mach deinen Verstand von all dem toten Gepäck, das darin ist, sauber -- das macht dein Leben unglücklich, zur Hölle.
 
Und niemand ausser dir ist verantwortlich. Zuerst versteckst du Dinge, die du nicht verstecken solltest. Es ist gut sie auszudrücken und loszulassen. Also zuerst versteckst du sie und bleibst ein Heuchler -- dass du nie wütend bist, dass du nie voller Hass bist, dass du nie dieses oder jenes bist; aber alles sammelt sich innen an. Aber das sind alles tote Dinge. Sie haben keine eigene Energie, ausser du gibst ihnen Energie. Du hast die Quelle der Energie in dir. Was immer in deinem Leben passiert braucht deine Energie. Wenn du die Quelle der Energie abschneidest ... mit anderen Worten, das ist, was ich Identifikation nenne; wenn du dich nicht mit irgendetwas identifizierst, dann stirbt es sofort, es hat keine eigene Energie. 
 
Und sich nicht zu identifizieren ist die andere Seite von Wachsein. 
 
Liebe die Schönheit von Wachsein und dessen immense Kapazität, dich zu transformieren. Beobachte einfach, was immer ist, und du wirst plötzlich sehen, dass da nichts anderes als ein totes Skelett ist, das dir nichts tun kann. Aber wenn du ihm Energie gibst, dann kannst du Energie darauf projizieren. Dann kann dich ein Skelett, das gar nichts tun kann, sogar umbringen, dir eine Herzattacke geben; nur davon wegzulaufen und schon gibst du ihm Realität, du gibst ihm Leben. 
 
Gib Leben an Dinge, die schön sind. Nicht an hässliche Dingen. Du hast nicht viel Zeit, nicht viel Energie zu verschwenden. Mit so einem kleinen Leben, mit so einer kleinen Energiequelle ist es einfach dumm, sie an Traurigkeit, Wut, Hass und Eifersucht zu verschwenden. 
Verwende sie in der Liebe, verwende Sie für kreative Künste, benütze sie in Freundschaft, benütze sie in Meditation; tu etwas, das dich höher bringt. Und um so höher du gehst, umso mehr Energiequellen werden für dich verfügbar. 
 
Am höchsten Punkt von Bewusstsein bist du fast ein Gott. Aber wir erlauben es nicht, dass uns dieser Moment passiert. Wir fallen in dunklere und dunklere und dunklere Räume hinein, in denen wir selbst fast zu lebendigen Toten werden. 
Es liegt in deinen Händen.
 
Vor einer Weile bemerkte ich, dass es nicht Situationen, sondern Menschen sind, auf die ich reagiere - denn wenn da jemand ist, mit dem ich mich gut fühle, dann ist es mir egal, was er macht, aber wenn da jemand ist, den ich nicht mag und er tut dasselbe, dann denke ich: "Was macht er für eine schlimme Sache." 
Intellektuell habe ich verstanden, dass der Grund, warum ich manche Menschen nicht mag, ganz einfach der ist, dass sie mir gewisse Charaktereigenschaften spiegeln, die ich in mir selbst lieber nicht sehen würde. 
Ich hatte gehofft, dass langsam, tief in mir, ich dahin kommen würde, diese ziemlich ungeniessbare Tatsache zu akzeptieren, und dass mein Verurteilen auf wundersame Art verschwinden würde, ohne dass ich irgendetwas unbequemes von mir selbst sehen müsste. Unglücklicherweise ist das bis jetzt noch nicht passiert. Ich reagiere immer noch stark auf manche Leute, und finde es manchmal sogar schwierig, mich daran zu erinnern, meine Energie mir selbst zuzuwenden, anstatt andere zu verurteilen. Ich habe mich getröstet, indem ich mir gesagt habe, "Nichts ist zu tun, beobachte einfach nur," aber weil mein Zuschauen so wischi-waschi ist, dauert es so lange, und ich frage mich, ob du mir einen Trick verraten kannst, der mir hilft - am besten eine Abkürzung des ganzen Prozesses. 
 
Es gibt keinen Trick und keine Abkürzung, denn Zuschauen ist der kürzeste Weg zur Erleuchtung. Und die Frage nach Tricks ist nicht relevant. Kein Trick kann dir helfen. Tricks sind gut zum Kartenspielen und um andere auszutricksen, aber du kannst die Existenz nicht austricksen, du kannst das Leben nicht täuschen. 
 
Wenn du einen längeren Weg gehen willst, der kann gefunden werden; denn man kann dir unnötige, unwichtige Dinge zeigen und der Weg wird länger. 
Religionen haben das getan. Sie haben den Weg sehr lange gemacht, damit er nicht in einem Leben gegangen werden kann, viele Leben sind nötig. Das war die Strategie der Priester um Menschen zu täuschen, denn wenn gesagt worden wäre, dass es jetzt erreicht werden kann, dann ist die Frage: Warum hast du es noch nicht erreicht? Vielleicht willst du nicht, vielleicht willst du noch etwas warten, vielleicht willst du erst noch eine andere Arbeit fertigmachen, vielleicht denkst du, dass Erleuchtung das letzte Ding im Leben sein sollte? Und die Trivialitäten, die gewöhnlichen Dinge des Lebens halten dich beschäftigt.
 
Aber es kann sein, dass es ein paar Menschen gibt, die es trotzdem versuchen und nicht verstehen. Dann kommt der Priester in Schwierigkeiten, denn er selbst ist genauso weit weg von der Wahrheit wie du. Ein Priester zu sein ist für ihn nur ein blosser Beruf, er ist kein Sucher. Und vielleicht fragst du ihn dann: "Warum passiert es nicht?" Und er kann dir keine wirklich relevante Antwort darauf geben, weil er selbst nicht weiss, was es ist, was es verhindern und was es unterstützen kann. 
 
So ist es am einfachsten für ihn, dir zu sagen: "Es ist ein solch langer Weg. Es wird geschehen, jedoch erst nach mehreren Leben. Also sei nicht in Eile damit, es ist nicht etwas, das du jetzt fertigbringen kannst. Fahre fort zu arbeiten und zu beten; wenn die Zeit reif ist, in irgendeinem Leben, dann wird es auch passieren." Das war nur eine Schutzbehauptung vom Priester.
 
Zuschauen ist der kürzeste Weg. Man braucht dafür keine vielen Leben um es zu erreichen. Es bedarf keiner Zeitspanne, sondern es bedarf einer Intensität im Ersehnen, in der Weise wie du Durst hast; wenn du durstig nach der Wahrheit bist - so, als ob es eine Frage von Leben oder Tod ist -- dann bringst du deine gesamte Energie in diesen Moment und die Tür kann nicht anders als sich öffnen.
Und denke daran, glaube niemals an Tricks, denn du kannst nirgendwohin mit Tricks gelangen, wenn es um die Wirklichkeit geht.
 
Die einfache Wahrheit ist, dass Zuschauen der kürzeste Weg ist, der möglich ist. Man kann ihn nicht abkürzen.
 
Was wird von dir erwartet im Zuschauen ... sehe einfach ein, dass nichts von dir erwartet wird. Du schaust bereits Dingen zu, du weisst, was Zuschauen ist. Du schaust Fussballspielen, Spielfilmen und Fernsehen zu. Du weisst, was Zuschauen ist, man braucht es dir nicht zu sagen; einfach nur das gleiche Zuschauen muss man auf die Leinwand des Denkens anwenden. Schliesse deine Augen und lasse dein Denken wie eine Leinwand im Kino oder im Fernsehen funktionieren, und was immer auch vorbeizieht im Denken - du bleibst einfach zuschauend und tust nichts, nicht einmal urteilen.
 
Und das ist das einzige Wunder, das ich kenne: Dass in der Weise wie dein Zuschauen mehr und mehr beständig wird, die Leinwand leerer wird. Bald ist der Zuschauer da, aber es gibt nichts mehr, was gesehen werden kann - die Leinwand ist vollkommen leer.
 
Und wenn der Zuschauer alleine da ist, beginnt er, sich selbst zuzuschauen -- weil Zuschauen seine Natur ist.
 
Und sich selbst Zuzuschauen ist das grossartigste Ereignis im Leben eines jeglichen Menschen. Alles andere geschieht aufgrund des Zuschauens -- Glückseligkeit, Stille, Frieden, Extase -- und schliesslich geschieht sogar ein darüber Hinausgehen über alle diese Erfahrungen und ein einziges Bleiben in reinem Sein.
 
Diejenigen, die dieses reine Sein erreicht haben, haben die Aufgabe des menschlichen Lebens erfüllt.
 
Osho,
The Transmission of the Lamp, Chapter 23