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Osho Zorbas der Buddha - Die vollkommene Synthese

Zorbas der Buddha - Die vollkommene Synthese

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Osho,
viele Erleuchtete der Gegenwart -- Raman Maharshi, Meher Baba, George Gurdjieff und J. Krishnamurti - haben mit Menschen gearbeitet, aber an dir nehmen die Leute mehr Anstoß als an irgendjemand sonst. Osho, worin unterscheidet sich deine Technik von der anderer Erleuchteter?
 
Das ist eine sehr grundlegende Frage. Sie taucht in den Köpfen vieler Menschen auf und sie verlangt nach einer sehr tiefen Einsicht in die Arbeitsweisen verschiedener Meister.
 
Wir werden uns jeden in der Frage erwähnten Meister einzeln ansehen. 
 
RAMAN MAHARSHI ist ein Mystiker von höchster Qualität aber ein Meister niedrigster Qualität. Und ihr müsst verstehen, dass es eine Sache ist, ein Mystiker zu sein, und etwas völlig anderes, Meister zu sein. 
 
Unter tausend Mystikern findet sich vielleicht ein Meister. Neunhundert und neunundneunzig entschließen sich, ihr Schweigen zu bewahren - sie sehen das Problem, dass es unmöglich ist, was immer sie erfahren und erkannt haben auf irgendeine Weise anderen zu vermitteln; sie sehen, dass es nicht nur schwierig ist, es zu vermitteln, sondern dass es auch zwangsläufig missverstanden werden wird. 
 
Natürlich wird einer, der auf dem höchsten Gipfel des Bewusstseins angelangt ist, beschließen, sich um die Welt nicht länger Sorgen zu machen. Hunderte von Leben lang hat er darunter gelitten, dass er mit all diesen unglücklichen Menschen leben musste, mit allen möglichen Arten von Missverständnissen, dass er im Dunkeln tappte und nichts fand. Und diese Blinden, die das Licht nie gesehen haben; sie alle glauben zu wissen, was Licht ist. 
 
Seit Urzeiten wurde der Philosoph definiert als jemand, der blind ist und in einem völlig dunklen Haus nach einer schwarzen Katze sucht, die nicht da ist. 
 
Und die Suche geht weiter und weiter... 
 
Und nach einer langen, langen, ermüdenden Reise ist jemand auf dem sonnenbeschienenen Gipfel der Entspannung angekommen, zum ersten Mal in Einklang mit der Existenz, und er beschließt, sich nicht mit allen möglichen Blinden herumzuschlagen, mit Menschen voller Vorurteile, mit tauben Menschen, die dich missverstehen werden, die dich falsch interpretieren werden, die dich kreuzigen werden, die dich vergiften werden, die jeden nur möglichen Unsinn gegen dich unternehmen werden. Warum sich sollte man sich aufregen? 
 
Diesen neunhundert und neunundneunzig Mystikern, die sich entscheiden, ihr Schweigen zu bewahren, kannst du keinen Vorwurf machen. Dafür tragen sie keine Verantwortung, sie haben keine Verpflichtung. Sie schulden der Welt nichts; warum sollten sie sich unnötigerweise in dieses Schlamassel begeben, in dieses Irrenhaus, das die Welt ist? 
 
Raman Maharshi blieb sein ganzes Leben lang in seiner Höhle in den Bergen von Arunachal, ohne jedes Interesse an der Welt. Er war der Welt einfach müde. Natürlich ist niemand gegen ihn. 
 
Er sagt nie etwas gegen irgendeinen Aberglauben, gegen jeglichen Glauben, der auf Lügen basiert. Er kritisiert nie irgendeine Religion, irgendeine Politik. Er ist kein Revolutionär. Er hat kein Interesse daran, ein menschliches Wesen zu transformieren, eine bessere Gesellschaft zu schaffen. 
 
Er hat nicht mal das Geringste Interesse daran, seine Erfahrung zu teilen. Er ist einfach wie ein Brunnen - wenn du Durst hast, wirst du den Weg finden müssen, du wirst einen Eimer finden müssen, eine Schnur, du wirst das Wasser erreichen müssen. Das Wasser hat kein Interesse an dir oder deinem Durst. 
 
Natürlich wird kein Mensch Raman Maharshi kritisieren. Er lebte still, friedlich -- nicht gegen irgendwelche alteingesessenen Interessen; ohne auf irgendeine Weise einen neuen Menschen, eine neue Menschheit zu propagieren. Er ist erfüllt und zufrieden; er hat mit der Welt abgeschlossen.
 
MEHER BABA hat mit der Welt nicht auf die selbe Art wie Raman Maharshi abgeschlossen. Aber er ist nur an deinem spirituellen Wachstum interessiert - als sei spirituelles Wachstum etwas, das getrennt von der gesamten Struktur von Gesellschaft, Religion, Erziehung, Vergangenheit und all den Traditionen und Konventionen besteht. 
 
So bleibt er an deinem spirituellen Wachstum interessiert, aber spirituelles Wachstum ist ein komplexes Phänomen -- es hat mit vielen anderen Dingen zu tun. Solange man eure Konditionierungen nicht verändert, solange man eure Glaubenssysteme nicht verändert, solange euer Verstand nicht von der Vergangenheit befreit wird -- es gibt so viel, was zu bereinigen ist -- erst, wenn das geschehen ist, lässt sich die kleine, leise Stimme eures inneren Wesens vernehmen.
 
Meher Baba nimmt das spirituelle Wachstum aus dem Zusammenhang heraus. Natürlich ist niemand gegen ihn. Genau genommen haben alle alteingesessenen Interessen den größten Respekt vor solchen Menschen, weil sie den Leuten -- ohne jede Absicht von ihrer Seite -- ständig Opium geben. Sie verbreiten die Vorstellung -- die falsche Vorstellung -- dein spirituelles Wachstum sei möglich, ohne dass du durch eine tief greifende Revolution der Psyche gehst.
 
Zum Zweiten bewahrte Meher Baba sein ganzes Leben lang Schweigen; er hat nie gesprochen. Alles, was im Namen von Meher Baba geschrieben wurde, schrieb sein Sekretär. Nun kann man nie wissen, ob sein Sekretär nicht aus seinem eigenen Verstand, seiner eigenen Vorstellung heraus schreibt.
 
Er kam, um mich zu sehen und ich sah ihm direkt in die Augen als ich ihn fragte, "Sind sie sicher, dass all das, was sie geschrieben haben nicht aus ihren eigenen Verstand stammt? Können sie mir irgendeinen Beweis dafür liefern, dass ihnen diese Botschaften telepathisch von Meher Baba gegeben wurden?"
 
Er war etwas peinlich berührt und sagte, "Ich kann es nicht mit absoluter Sicherheit sagen, aber es fühlte sich für mich so an -- dass dies Botschaften waren, die von Meher Baba kamen."
 
"Aber ihr Gefühl... -- haben sie jemals versucht, auf irgendeine Weise seine Zustimmung zu bekommen, seine Unterschrift? Er sprach nicht, das ist wahr, aber er gab immer Autogramme. Sie hätten ihr Buch nehmen können... Er sprach nicht, aber er konnte hören. Sie hätten ihn fragen können: ,Ich habe dieses Buch in deinem Namen geschrieben, und ich habe das Gefühl, dass es deine Botschaft ist. Gib ihm nur deine Unterschrift, damit ich der Welt sagen kann, dass Meher Baba mir zustimmt.' Das wäre eine einfache Methode gewesen."
 
Meher Baba hatte immer eine kleine Tafel mit dem ganzen Alphabet drauf, nur für kleine Botschaften und Dinge. Du konntest ihn um seinen Segen bitten und er legte seinen Finger auf die Buchstaben "S-e-g-e-n" -- der Segen war erteilt.
 
Wenn er auf der Tafel Segen erteilen konnte, dann hätte er auf derselben Tafel auch ja oder nein sagen können, aber er wurde nie gefragt. Im Grunde hatte der Sekretär vielleicht Angst, dass er nein sagen könnte. 
 
Wer sollte nun also gegen diesen Mann sein? -- der nicht sprach, der gegen nichts und niemanden etwas hatte. Sein ganzes Anliegen ist es, dir spirituell zu helfen - und auch das nur in Stille; du kannst in Stille bei ihm sitzen. 
 
Nun, es gibt auf der Welt ein paar wenige Menschen, die die Stille verstehen können. Ein Meister muss dir zuerst beibringen, still zu sein, und solange er nicht damit zufrieden ist -- dass du jetzt in der Lage bist, ihm in Stille zuzuhören, dem zu lauschen, was er nicht mit seiner Stimme und in Worten sagt, sondern nur telepathisch... 
 
Meher Baba hatte nie jemanden auf eine telepatische Übertragung von Ideen vorbereitet. Und mir erscheint es absurd. Wozu das Ganze? -- denn sogar wenn du mit Telepathie arbeitest, musst du dieselbe Sprache benutzen. Wenn ich etwas zu euch sagen möchte -- ob ich es nun laut sage, so dass ihr es hören könnt, oder ob ich es schweigend sage, so dass ihr es nur telepatisch hören könnt -- das macht keinen Unterschied. Solange ich nicht versuche, geheime Botschaften zu geben, solange da nicht eine Art von Verschwörung besteht... 
 
Aber im Umfeld von Meher Baba ist gar nichts geschehen. Der Mann selber war sehr wichtig, aber er bewahrte sein Schweigen aus demselben Grunde wie Raman Maharshi. 
 
Aber er konnte nicht an einem Ort bleiben. Er hat die Welt nicht völlig aufgegeben. Er dachte immer noch, dass man einen Weg finden könnte, den Suchenden näher zu kommen. Er reiste um die ganze Welt auf der Suche nach Suchenden, aber ich glaube nicht, dass er welche gefunden hat. Er fand nur Leute, die ihn anbeteten, die ihm hingebungsvolle Lieder sangen, weil sie ihre Wünsche und Begehren hatten. 
 
Und im Osten glaubt man, wenn ein Erleuchteter dich segnet, dann muss jeder Wunsch in Erfüllung gehen. Die Existenz kann dem erleuchteten Bewusstsein gegenüber niemals Nein sagen. Für einen Erleuchteten ist die Existenz immer ein "Ja"; da ist eine tiefe Synchronizität. 
 
Die Leute, die sich um Meher Baba sammelten, waren also keine Suchenden, es waren Menschen, die Positionen, Macht, Geld und Prestige haben wollten - genau die falsche Art von Menschen. Und weil er die Leute mit Wunschträumen beschäftigte und nichts sagte, darum war er nicht gegen die alteingesessenen Interessen. Warum sollte irgendeine Religion gegen ihn sein?
 
Das war gar keine Frage -- diese Menschen waren harmlos. 
 
Der dritte Mann auf deiner Liste ist Georg Gurjieff. Er ist der einzigartigste Meister, den die Welt je gesehen hat, aber seine Einzigartigkeit schuf eine Distanz zwischen ihm und der normalen Menschheit. All seine Methoden waren gültige Methoden, aber die Reise war lang und er machte sie noch länger durch die Art und Weise, wie er sie vorlegte. 
 
In der Tat war das eines seiner Mittel um die echten Suchenden herauszufinden. Bist du bereit, wirklich bis ans Ende der Welt zu gehen oder bist du bloß eine Neugiersnase? -- wirst du ein kleines Stück weit gehen um herauszufinden, was es mit diesem Mann auf sich hat, seine Zeit verschwenden, um dann wieder in die Welt zu gehen? Er suchte nur jene aus, die sogar zu sterben bereit sind, wenn das der einzige Weg ist, die Wahrheit zu finden. 
 
Natürlich war er nur von einer sehr kleinen Gruppe von Menschen umgeben. 
 
Und er war auch nicht an einer sozialen Revolution interessiert. Sein ganzes Interesse galt einigen wenigen Individuen. die mutig genug waren -- diese wollte er kristallisieren, ihnen ihr ursprüngliches Gesicht geben, ihnen wollte er helfen, die höchste Ekstase zu erfahren, die die Existenz bereithält. Aber sie ist nur für wenige Auserwählte. Nicht, dass irgendjemand sie auswählen würde -- aber weil nur sehr wenige Menschen bereit sind, alles zu riskieren, um sich selber zu finden, deshalb werden sie durch ihren eigenen Mut und ihre eigene Tapferkeit zu den wenigen Auserwählten. 
 
Und Gurdjieff hatte nicht das geringste Interesse an dieser Menschheit, die sich im Tiefschlaf befindet. Raman Maharshi hatte kein Interesse. Gurdjieff war nicht nur nicht interessiert, er verdammte auf jede erdenkliche Art und Weise jene Menschen, die Leben um Leben verschlafen. Er ist der einzige Mensch der Geschichte, der gesagt hat, "diese schlafenden Menschen haben keine Seelen, und solange ein Mensch nicht erleuchtet ist, kann er keine Seele besitzen. Eine Seele ist eine Belohnung: bei deiner Geburt bringst du keine Seele mit, du kannst sie nur durch deine eigene Anstrengung erlangen." 
 
Natürlich war keine Regierung dadurch vor den Kopf gestoßen, keine Kirche war verärgert. Wenn ein Mann zwei Dutzend Leute um sich versammelt hat, macht sich der Papst keine Sorgen, macht sich der Sankaracharya keine Sorgen -- er ist kein Konkurrent. Und er arbeitete persönlich mit jedem einzelnen Individuum -- natürlich konnte er da nicht mit Millionen von Menschen arbeiten. 
 
So befanden sich diese Leute also nur am Rande; ihre Namen können nur in den Fußnoten erscheinen. Sie gehören nicht der Masse der Menschheit an -- nur ganz am Rande. Da sie kleine Gruppen hatten, waren sie für niemanden eine Gefahr. 
 
Und der vierte Mann, J. Krishnamurti, er hätte eine Gefahr darstellen können, hätte gekreuzigt werden können -- er war um vieles intelligenter als jeder Jesus Christus, ein größeres intellektuelles Genie als jeder Sokrates -- aber wegen einer gewissen Besessenheit wurde er ein sehr starker Gegner jeglicher Organisation. Er war gegen alle Organisationen. 
 
Natürlich sollte man denken, wenn er gegen jede Organisation war, dass dann ein Ärgernis für alle Organisationen darstellte. Aber das war nicht der Fall, denn er schuf nie eine eigene Organisation. 
 
Ein einzelner Mensch fuhr neunzig Jahre lang unablässig um die Welt. Wen interessiert das? Sieben hundert Millionen Katholiken sollen sich um einen einzelnen Menschen kümmern, der gegen Organisationen redet? Und wer hört ihm denn zu? In Indien sprach er in Neu-Delhi, Bombay und Adyar Madras. Das ist nicht Indien. Neunhundert Millionen Menschen leben nicht in diesen drei Städten. Und wieviele Menschen hörten ihm in Bombay zu? -- nie mehr als dreitausend. Und diese dreitausend Menschen waren fast immer dieselben, die ihm schon seit vierzig, fünfzig Jahren zuhörten. Er sagte sein ganzes Leben lang dasselbe, und dieselben Leute hörten zu. 
 
Im Grunde genommen hörte niemand zu. 
 
Er wurde zu einer Art Unterhaltung, und das sagte er auch zu einem meiner Freunde, der ihn kurz vor seinem Tod besuchte: "Was mich am meisten verletzt ist, dass ich zu einer bloßen Unterhaltung für ein paar Leute wurde, weiter nichts. Ein paar Menschen erfreuten sich an meiner Logik, das war alles." 
 
Und jetzt, wo er tot ist, haben sich neunzig Jahre Arbeit einfach in Luft aufgelöst. 
 
Die Regierungen sind gegen mich, weil ich gegen sie bin. Die Religionen sind gegen mich, weil ich gegen die Religionen bin. Die politischen Führer fühlen sich durch mich belästigt, weil ich sage, dass sie mittelmäßig sind, weil ich sage, dass nur psychisch gestörte Menschen sich für Machtpolitik interessieren können. Die Menschen, die an einem Minderwertigkeitskomplex leiden sind diejenigen, die nach Macht streben, die Premierminister oder Präsident werden wollen. 
 
Diese Leute gehören in psychiatrische Krankenhäuser -- und sie regieren die Welt. 
 
Ich bin gegen alle Religionen weil ich für Religiosität bin -- und die Religionen sind Hindernisse auf dem Weg zu einer Menschheit mit religiösen Qualitäten. 
 
Wir brauchen weder einen Christen, noch einen Hindu, noch einen Mohammedaner. Sie sind die Hindernisse des religiösen Fortschritts. Was wir brauchen ist Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Stille, eine liebevolle Haltung... ein freudiges, spielerisches Leben... ein Leben von tiefem Suchen und Erforschen der eigenen Bewusstheit. Und diese Qualitäten haben nichts mit Christentum oder Judentum oder Jainismus oder Buddhismus zu tun. 
 
Wir brauchen Meditation, aber Meditation ist nicht das Monopol von irgendjemandem. 
 
Natürlich sind alle Religionen gegen mich, verärgert. Denn ich bin der erste Mensch der Geschichte, der sagt, dass die Religionen die Hindernisse sind, die die Menschheit davon abhalten, religiös zu werden. Sie sind nicht die Vermittler Gottes, sie sind Gottes Feinde. Die Päpste und Ayatollah Khomeinis und Sankaracharyas -- das sind nicht die Repräsentanten Gottes; vielleicht sind sie die Repräsentanten des Teufels. Denn das sind die Leute, die die Menschheit gespalten haben, die jahrhunderte lang fortwährend Konflikte, Blutvergießen, Kriege, Kreuzzüge, Jihads, heilige Kriege und alle Arten von Unsinn geschaffen haben. 
 
Im Namen der Religion unterdrücken diese Leute die Menschheit. 
 
Ich bin gegen Nationen, weil ich keinerlei Bedarf für die Existenz von Nationen sehe. Warum kann der gesamte Planet Erde nicht eine einzige Menschheit sein? - was gesünder und wissenschaftlicher wäre und leichter zu kontrollieren. So, wie die Dinge im Moment stehen, kann man nur sagen, dass wir in einer verrückten Welt leben. Alle drei Monate wirft der vereinigte europäische Markt solche Mengen an Lebensmitteln ins Meer... Berge von Butter! Das letzte mal mussten sie so viele Lebensmittel vernichten, dass die Kosten für diese Vernichtung zweihundert Millionen Dollar betrugen - das ist nicht der Preis der Lebensmittel, sondern der Preis für deren Vernichtung. Und gleich nebenan in Äthiopien starben täglich tausend Menschen. 
 
In was für einer Menschheit leben wir denn? Die Hälfte der Menschheit stirbt in Armut. Niemand interessiert sich für menschliche Wesen; alle interessieren sich für das Geld. 
 
Diese geldorientierten Menschen kann man nicht als gesund bezeichnen: dass Lebensmittel vernichtet werden müssen, weil sonst die Marktpreise fallen, und sie wollen nicht, dass ihre Preise fallen. Sie wollen, dass ihre Preise stabil bleiben, also müssen die Lebensmittel vernichtet werden. 
 
Wenn die Welt ein Ganzes ist, können die Dinge sehr einfach sein. 
 
Es gab eine Zeit zu der Russland in seinen Eisenbahnzügen Weizen statt Kohle verfeuerte, weil Kohle in Russland teurer ist und sie eine Überproduktion an Weizen hatten. In Indien starben Menschen weil man keinen Weizen bekommen konnte. Kohle haben wir genug, aber Kohle kann man nicht essen. Wenn die Welt ein Ganzes wäre, dann könnte die indische Kohle nach Russland gehen und der Weizen aus Russland könnte nach Indien gelangen. 
 
Es ist nicht nötig, Berge zu vernichten, genauer gesagt, Berge von Butter. Und warum mussten sie sie vernichten? Vorher hatten sie die Butter nach Libyen verkauft. In Libyen konnte man Butter zur Hälfte des Preises bekommen, den man in Europa zahlen musste. Die Butter kam aus Europa, aber sie verkauften sie zu einem Schleuderpreis, nur um sie loszuwerden. Anderenfalls hätten sie etwas organisieren müssen, um sie zu entsorgen und das kostet Geld. Nur um dieses Geld zu sparen, gaben sie die Butter an Libyen. 
 
Aber Präsident Ronald Reagan fing an, Libyen gegenüber verrückt zu spielen, ohne jeden Grund, er bombardierte das arme Land, er bombardierte die drei Häuser Khadaffis, tötete eine seiner Töchter - ohne jeden Grund - und übte Druck auf Europa aus, so dass alle Lieferungen nach Libyen gestoppt wurden. In Europa sammelten sich Berge von Butter. Nun, dafür braucht man Platz, Kühlhäuser... also musste die alte Butter ins Meer geworfen werden, damit neue Butter eingelagert werden konnte.
 
Wir brauchen keine Nationen. Sie sind Überbleibsel aus der Vergangenheit. 
 
Und wenn es keine Nationen gibt, dann braucht man auch keine Armeen. Im Moment gehen in jedem Land siebzig Prozent des Haushaltes an das Militär, siebzig Prozent an das Militär, das nichts tut außer rechts, links, rechts, links, Gewehre polieren, Schuhe polieren, Knöpfe polieren - das ist alles, was sie tun. Und überall auf der Welt gehen siebzig Prozent des Haushaltes an das Militär und ganze Länder müssen von dreißig Prozent ihres Haushaltes leben. 
 
Wenn die Nationen verschwinden, dann stehen hundert Prozent des Haushaltes dem ganzen Land zur Verfügung -- denn die Armeen sind überflüssig. Im Moment stellt sich nicht das Problem, dass es mit irgendeinem anderen Planeten Krieg geben könnte. Mit wem wollt ihr denn kämpfen? Warum müsst ihr also eure Gewehre jeden Tag polieren? Eure Stiefel polieren, und morgens und abends rechts und links? All die Idioten, die das tun, könnte man für kreative Arbeiten einsetzen. 
 
Ich möchte auf der Welt keine Nationen haben. Die Welt ist eine einzige Menschheit. 
 
Ich möchte auf der Welt keine Religionen haben. 
 
Religiosität reicht aus, ist mehr als genug. Wenn die Religionen verschwinden, werden Millionen von Mönchen und Nonnen, die nur Parasiten sind... Sie tun nichts. Das ist noch eine weitere Armee, die der Menschheit auf der Brust sitzt. Sie sollten verschwinden. Sie haben der Welt entsagt, aber die Welt muss für ihre Nahrung, ihre Kleidung, für ihre Unterkunft arbeiten. Es ist eine sehr seltsame Sache: sie werden den Verdienst dafür ernten, dass sie der Welt entsagt haben, sie werden ins Paradies kommen. Du wirst in die Hölle kommen, weil du diese Heiligen mit Nahrung, Kleidung und Wohnung versorgst. Sie haben dich einfach verdammt! Seltsame Logik. 
 
Diese Leute sollten zur Hölle gehen -- diejenigen, die nichts getan haben außer zu verdammen, jeden einen Sünder zu nennen, in allen Menschen Schuld zu kreieren, die Integrität und den Selbstrespekt eines jeden zu zerstören. Aber diese Leute werden ins Paradies kommen. 
 
Wenn die Religionen verschwinden, können all diese Leute für kreative Arbeiten eingesetzt werden. Wir brauchen keine Klöster, wir brauchen keine Kirchen, Tempel, Moscheen. All diese Gotteshäuser -- und es gibt Millionen von Menschen, die keine Häuser haben, die ihr ganzes Leben auf der Strasse verbringen. Die Gotteshäuser sind leer -- es gibt keinen Gott. All diese Gotteshäuser können den Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden. All diese Mönche können für kreative Arbeiten eingesetzt werden, alle Armeen können für kreative Arbeiten eingesetzt werden. 
 
Und wenn es keine Nationen mehr gibt, dann wird die ganze hässliche Politik verschwinden müssen. 
 
Man kann verschiedene Abmachungen treffen um die gesamte Welt zu lenken - eine Weltregierung, die auf Verdiensten basiert, die nicht von Wählerstimmen abhängig ist. Auf der ganzen Welt gibt es tausende von Universitäten. Man kann die Weltregierung in den Händen der Universitäten lassen und alle Universitäten sollen ihre besten Leute für die Weltregierung auswählen. Ein Minister für Erziehung sollte jemand sein, der der Erziehung wirklich versteht und der auf der Welt neue Formen der Erziehung einführen kann.
 
Viele Ministerien der Regierung werden verschwinden müssen, weil sie nicht gebraucht werden. Zum Beispiel das Verteidigungsministerium -- Verteidigung gegen wen? 
 
Die Universitäten könnten diejenigen Menschen auswählen, die sich am meisten um eine Sache verdient gemacht haben - die Nobelpreisträger, die hervorragenden Rektoren, die großen Künstler, die Maler, die Dichter. Es könnte eine andere Art von Regierung geben, die nicht von den Wählerstimmen einer schlafenden Menschheit abhängig ist, von denen, die nicht wissen, was sie tun. 
 
Und wir können diese Welt wirklich zu einem Garten Eden machen. Adam und Eva werden nicht in den Garten Eden zurückgehen müssen. Und eines Tages werdet ihr an der Tür ein Klopfen vernehmen --Gott möchte hereinkommen! Weil ihr es geschafft habt, einen besseren Garten Eden zu kreieren als seinen Alten. Aber den alten Garten können wir auch aufheben, als Museumsstück. 
 
Natürlich gehören Raman Maharshi, Meher Baba, Gurdjieff, Krishnamurti einer anderen Kategorie an. 
 
Ich gehöre in meine eigene Kategorie. Es gibt keine Kategorie, in die ich gehören könnte; ich muss meine eigene schaffen. 
 
Natürlich sind sie alle gegen mich, weil ich ihnen ihre gesamte Macht wegnehmen werde, all ihre Verschwörungen gegen die Menschheit. Natürlich sind sie gemeinsam gegen mich. 
 
Und sie sind ein wenig durcheinander: was sollen sie mit einem einzelnen Mann anfangen? Es erscheint ihnen selber etwas ungeschickt. Alle Regierungen der Welt, alle Religionen der Welt müssen gegen ein einzelnes Individuum entscheiden. Mit Sicherheit hat dieses einzelne Individuum etwas Besonderes an sich; sonst wäre nicht soviel Angst und Paranoia nötig. 
 
Ich bin für das spirituelle Wachstum des Menschen, aber ich verstehe spirituelles Wachstum in seinem Gesamtzusammenhang. Es ist nichts Getrenntes, Eindimensionales, es ist ein mehrdimensionales Phänomen. Es verlangt nach einer Revolution in der Gesellschaft. Es verlangt nach einer Revolution in der Ökonomie der Gesellschaft, in den politischen Strukturen; es verlangt nach einer enormen und radikalen Veränderung von allem, was uns bislang bestimmt hat. 
 
Wir müssen einen Bruch mit der Vergangenheit herbeiführen. 
 
Nur dann kann ein neuer Mensch -- ein wirklich spiritueller Mensch, ein Mensch der kosmischen Dimensionen -- geboren werden. 
 
Ich bin sicher gesegnet, weil ich der erste bin, der alle gegen sich hat. Diese Situation gab es noch nie, und es wird sie nie wieder geben. Und ihr seid auch gesegnet, weil ihr Reisegefährten eines Mannes seid, der nicht einfach ein alter toter Heiliger ist, ein scheinheiliger Heiliger. 
 
Ich möchte, dass ihr das Salz der Erde seid. 
 
Zu viele süße Scheinheilige haben zu viel Diabetes geführt. Wir brauchen eine andere Art von Heiligkeit. 
 
Ich habe diese andere Art des Heiligen "Zorbas, den Buddha" genannt.
Osho, Sermons in Stones, Chapter 1
 

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